Maloche als Entspannung Hildegard Siemer und Anni Niehof „ackern“ im Kräutergarten Emsbüren

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Hildegard Siemer ist „eine echte Gartentante“. Seit vielen Jahren arbeitet sie ehrenamtlich im Heilkräuter- und im Bauerngarten auf dem Heimathof Emsbüren. Foto: Anne BremenkampHildegard Siemer ist „eine echte Gartentante“. Seit vielen Jahren arbeitet sie ehrenamtlich im Heilkräuter- und im Bauerngarten auf dem Heimathof Emsbüren. Foto: Anne Bremenkamp

Emsbüren. Die Pracht eines Gartens hat stets die Liebe zur Natur als Voraussetzung: Das gilt auch für Hildegard Siemer und Anni Niehof, zwei Damen mit grünem Daumen. Sie „ackern“ seit 15 Jahren ehrenamtlich im Kräuterheilgarten und im Bauerngarten des Heimathofes in Emsbüren.

Seit 2002 ist in Emsbüren fast gegen jedes Zipperlein ein Kraut gewachsen. Denn in jenem Jahr öffnete der Heilkräutergarten, erstellt durch eine Qualifizierungsmaßnahme der damaligen Emsbürener Beschäftigungsinitiative EBI, seine Pforten. Die führen durch das aus dem Jahre 1751 stammende Kräuterhaus in ein blühendes Kleinod der Natur. Der Heilkräutergarten ist eine wahre Wonne für Augen, Nase und Seele und birgt auf rund 2000 Quadratmetern mit seinen mehr als 200 verschiedenen Kräuterpflanzen eine Schatzkiste uralten und teils längst vergessenen Heilwissens. Und damit kennt sich Hildegard Siemer bestens aus, denn sie ist nicht nur im Vorstand des Heimatvereins aktiv, sondern von Hause aus gelernte Pharmazeutisch-Technische Assistentin (PTA).

Akademiker kennen Planzen nur aus Büchern

Kräuterkunde und Botanik gehörten zu ihrer Ausbildung und sie sagt lachend: „Da hatte ich schon immer Spaß dran, das war einfach seit jeher meine Schiene. Ich bin halt eine echte Gartentante.“ Ihr fundiertes Wissen teilt sie gerne, auch als unterhaltsame Gästeführerin. Als sich einst promovierte Apotheker zu einer Besichtigung des Heilkräutergartens angemeldet hatten, habe sie schon „Muffensausen“ gehabt. Hinterher habe sich aber heraus gestellt, dass die Akademiker alle Pflanzen nur aus Büchern kannten, sie aber nie zuvor gefühlt, geschmeckt oder gerochen hatten. Die Besichtigung des Heilkräutergartens ist auch Teil des vom VVV Emsbüren angebotenen Gartenrendezvous, das noch bis in den August hinein auf Anmeldung mit grünen Oasen und blühenden Paradiesen bezaubert.

Verschiebung durch den Frost

Siemer macht keinen Hehl daraus, dass die Pflege der Gärten, ob privat in heimischer Flur oder eben für den Heimatverein Emsbüren, echte Maloche ist, aber: „Wenn ich Stress habe, gehe ich in den Garten und schon nach zehn Minuten komme ich runter und entspanne mich.“

Inzwischen können sie und ihre „Mitstreiterin“ Anni Niehof in puncto Heilkräutergarten und Bauerngarten auf ein kleines Clübchen engagierter und anpackender Hobby-Gärtnerinnen zurückgreifen, per Whatsapp wird zwanglos gefragt: „Ich gehe heute in den Garten. Wer hat Lust und Zeit, dazuzukommen?“ Und da immer welche Zeit und Lust haben, bleiben die beiden nie allein in der Saison, die je nach Wetterlage etwa Mitte März beginnt und wenigstens zwei Tage Arbeit in der Woche bedeutet. „In diesem Jahr waren wir etwas später dran als sonst, der zweite Frost hat alles nach hinten geschoben“, erzählt Siemer. Der Bauerngarten – ein idealer Mix aus Nutz- und Ziergarten – habe sie zudem, aufgrund eines Buchsbaumbefalls in diesem Jahr, deutlich mehr Zeit gekostet.

Im Oktober kommt die Heckenschere

Im Heilkräutergarten gedeihen überwiegend einheimische und viele mehrjährige Heilpflanzen, aber auch so manche nicht winterharte aus eher mediterranen Gefilden. Die werden in der dunklen Jahreszeit unter Dach und Fach gebracht. Alle anderen sehen spätestens zum Saisonende Mitte Oktober die Heckenschere. „Dann geht es ganz schnell runter von drei Metern auf 20 Zentimeter“, schmunzelt Hildegard Siemer, für die die Arbeit aber auch im Winter nicht zu Ende geht. Denn dann wird schon längst gemeinsam für die neue Saison geplant, damit es zwar in den Gärten des Heimatvereins Altes Kirchspiel Emsbüren nicht wie Kraut und Rüben aussieht, aber dennoch ebenso gut wächst und gedeiht.


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