Anlässlich 370 Jahre Westfälischer Frieden Open-Air-Gottesdienst am Heimathof Emsbüren

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Emsbüren Vor 370 Jahren wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg und einer europäischen Tragödie der Westfälische Friede geschlossen. Unter dem Leitgedanken  „Suche Frieden“ stand daher der ökumenische Open-Air-Gottesdienst der katholischen, evanglisch-lutherischen und  -reformierten Gemeinden im Kirchspiel Emsbüren vor der Kulisse des Heimathofes.

„Suche Frieden und jage ihm nach“ heißt es in Psalm 34 und im Verlaufe der von dem Emsbürener Kirchenchor Cäcilia  und dem Posaunenchor Lingen klangvoll umrahmten Feier wurde eindrucksvoll deutlich: Im Krieg geht alles verloren. Im Frieden aber wird alles gewonnen.

Im vergangenen Jahr waren Pfarrer Stephan Schwegmann, Pastor Marcus Droste und Pastor Joachim Korporal anlässlich des 500-jährigen Gedenkens der Reformation als Papst Franziskus, Luther und Calvin vor die Gläubigen getreten. Jetzt, 370 Jahre nach Verkündigung des Westfälischen Friedens, begrüßten sie stattdessen den Friedensreiter alias Oliver Stuke, der, wie aus der Zeit anno 1648 gefallen, auf seinem imposanten Friesen einem geschundenen Land die erlösende  Nachricht vom Frieden überbrachte.

„Im Dreißigjährigen Krieg ging es nur vordergründig um Glaubensfragen, vielmehr noch aber ging es um Macht, Politik, Einfluss und Geld“, erinnerte Pfarrer Schwegmann daran, wie schnell sich der 1618 begonnene Krieg verselbstständigte und allein in Deutschland jedem dritten Menschen den Tod brachte. „Grausame Kriege entstehen oft aus nichtigen Kleinigkeiten. Aber was kümmern uns Begebenheiten, die so lange her sind?“, fragte Pastor  Droste und lieferte die Antwort gleich mit: „Das Besondere an der Menschheit ist es, dass Wissen weitergegeben werden kann als Mahnung gegen das Vergessen und für eine friedvolle Zukunft.“

Auch Pastor Korporal unterstrich, dass Frieden das Thema der Zukunft und jedes Einzelnen sein müsse. Statt egoistischen Unternehmergeistes appellierte er an ein „ein solidarisches Miteinander und ein Auskommen für alle Menschen, damit die Welt noch ein Zukunftsrecht hat“. Die gemeinsame Botschaft der drei Kirchenmänner: „Frieden ist mehr als nur ein schöner Gedanke. Mit der Verheißung Gottes können wir alle Frieden schaffen, wenn wir uns nur wie der Friedensreiter auf die  Beine machen.“

Die erbetene Kollekte war zugunsten des Frauen- und Kinderschutzhauses in Lingen. Im Anschluss an die Verteilung der von der Tischlerei I.T.M. Hülsing gestifteten Friedensreiter auf Pappelholz  luden die Gemeinden des Kirchspiels Emsbüren zu einem gemütlichen und vor allem friedlichen Beisammensein am Grill ein.


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