„Ein Blick ins Paradies“ Gelungene Theaterpremiere in Emsbüren

Von Heinz Krüssel


Emsbüren. „Einen Blick ins Paradies“ hat das Ensemble der Theatergruppe des Kulturkreises Kirchspiel Emsbüren am Freitagabend bei der Premiere des Schauspiels unter freiem Himmel auf dem Heimathof gewährt.

Dicht gedrängt hatte das Publikum auf den Rängen Platz genommen, als Edith Uhlenberg, Vorsitzende des Kulturkreises, das Spiel eröffnete. „Wir sind alle ganz gespannt, was uns heute hier erwartet“, freute sich Bürgermeister Bernhard Overberg auf einen ereignisreichen Abend. Der Kulturkreis habe es in den vergangenen Jahren immer wieder mit tollen Inszenierungen unter der Regie von Peter Wallgram geschafft, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Etwas neidisch blickte Emsbürens Bürgermeister auf die tolle goldene Amtskette seines Amtsbruders Senftmann, gespielt von Marco Pöling. „So eine Kette hätte ich auch gerne; aber Emsbüren ist ja bekanntlich arm und so werde ich auch wohl weiterhin auf solche Insignien verzichten müssen.“

Stoff mehrfach verfilmt

In der Geschichte geht es um Karl Brand, der das Wildern, den Schnaps und seine Enkelin Marie (Ina Ahlering) liebt und dem Tod ein Schnippchen schlägt. Das von Franz von Kobell verfasste Stück wurde erstmals 1871 veröffentlicht. In den 1930er Jahren gab es eine erste Theaterfassung des Stoffs. 1975 brachte Kurt Wilhelm eine Fassung heraus, der er die humoristischen Szenen im Himmel hinzufügte. Seit 1975 wird das Stück am Münchener Volkstheater gespielt und bringt es auf über 1000 Vorstellungen. Der Stoff wurde inzwischen mehrfach verfilmt, zuletzt mit Franz Xaver Kroetz in der Titelrolle und Bully Herbig als „Boandlkramer“ (so heißt der Tod in Bayern).

Besuch im Himmel

Die Geschichte spielt eigentlich am Tegernsee in Oberbayern und befasst sich mit Themen wie Wilderei und Rebellenmythos. Doch um Emsbüren gibt es beispielsweise keine Berge und so hat Regisseur Peter Wallgram das Stück auf die emsländischen Gegebenheiten hin bearbeitet. Der Boandlkramer heißt jetzt „Klapperbeen“. Spannend wird es, als der Tod Klapperbeen (Judith Lühle) Karl Brand (Wolfgang Hüsing) holen will. Doch der passionierte Jäger hat überhaupt keine Zeit für den Himmel. Nach dem Genuss von viel Obstler und einem Kartenspiel muss sich Klapperbeen die Zusage abringen lassen, den 72-jährigen Karl 90 Jahre werden zu lassen. Doch Erzengel Michael (Achim Kampel) und der heilige Petrus (Marita Borg) wollen es anders und schicken Klapperbeen wieder zur Erde. Klapperbeen willigt ein, für eine Stunde besuchsweise mit in den Himmel zu kommen. Dort trifft er unter anderem den heiligen Liudger und Pastor Deitering. „Da war doch was? Na klar: Pastor seine Koh…“ erinnerte sich Karl an Pastor Deitering, der ganz besonders die leckere Mettwurst von Heinz Rohrbach liebt.

„Klopp, klopp, klopp on de Himmelsdöör“

Dem Publikum wurde ein vergnüglicher Theaterabend mit viel Spannung und Spielwitz geboten. Die gekonnte Handschrift von Peter Wallgram, der für Regie, Fassung und Musik verantwortlich zeichnete, war nicht zu übersehen. Zum Abschluss der Aufführung intonierte das begeisterte Publikum gemeinsam mit dem Ensemble „Klopp, klopp, klopp on de Himmelsdöör“ in Anlehnung an den legendären Bob-Dylan-Hit „Knockin‘ on Heaven’s Door“.

Termine

Weitere Aufführungen: Freitag, 24. August; Samstag, 25. August, jeweils um 19.30 Uhr, und am Sonntag, 26. August, um 16 Uhr.


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