1400 Liter Wasser bei der Hitze Pferde „fliehen“ in Emsbüren vor Sonne und Bremsen

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Den deutschen Reitponys gehört angesichts der außergewöhnlichen Wetterlage die ganze Aufmerksamkeit von Martin Tautz. Foto: Heinz KrüsselDen deutschen Reitponys gehört angesichts der außergewöhnlichen Wetterlage die ganze Aufmerksamkeit von Martin Tautz. Foto: Heinz Krüssel

Emsbüren. Grünes Gras fehlt während der anhaltenden Hitzewelle 2018 auch den Pferden von Hobbyhalter Martin Tautz in Emsbüren. Die sechs deutschen Reitponys ernähren sich derzeit vorwiegend von trockenem Gras und werden mit Heu zugefüttert.

Die Pferde sind seit vielen Jahren der Lebensinhalt des 73-jährigen Rentners. Oft schaut er gegenwärtig mehrmals täglich nach den Tieren. „Vor allen Dingen ist eine ständige Überprüfung des Wasservorrates wichtig“, erklärt Tautz. In der weitläufigen Weide im Gewerbegebiet hat er vier Wasserbehälter aufgestellt, damit die Pferde ständig trinken können. In der Woche werden bei dieser Wetterlage rund 1400 Liter Wasser gebraucht.

Rechtzeitig Futtervorrat angelegt

Aus seiner langjährigen Erfahrung weiß Tautz, dass Wetterkapriolen wie Trockenheit oder Nässe immer mal wieder eintreten können. Da sei es wichtig, dass man Futtervorräte hat. Rechtzeitig hat der gelernte Maurer in diesem Jahr ausreichend Heu eingefahren und auch die Strohvorräte aufgefüllt. Andernfalls könne schnell mal das Gorbatschow zugeschrieben Zitat Wirklichkeit werden: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ – oder eben das Portemonnaie.

Flucht vor Sonne und Bremsen

Die Pferde suchen in diesen Tagen gerne den Schatten unter den mächtigen Eichen am Rand der Weide auf. Vor allen Dingen aber ist der Unterstand immer wieder das Ziel der Tiere. Hier finden sie Schutz vor der sengenden Sonne, aber auch Schutz vor den lästigen blutsaugenden Insekten, den Bremsen. Eigentlich könnte Martin Tautz seine Tiere auch in einer noch grünen Emswiese grasen lassen, „doch dort sind so viel Bremsen, dass es eine Qual für die Tiere wäre“.

Mehr als 60 Fohlen gezüchtet

Das Hobby umfasste immer zwei Leidenschaften: die Pferdezucht und das Gespannfahren. So hat Martin Tautz über 60 Fohlen gezüchtet. „Stammmutter“ war die Stute „Ella“, die 15 Fohlen geboren hat und 38 Jahre alt geworden ist. Noch mit 35 Jahren ist sie im Viererzug eingespannt worden. Ella hat insbesondere ihr gutes Wesen, ein einheitliches Bild und eine gute Gesundheit vererbt. Ihre Tochter „Lady“ sei 34 Jahre alt geworden, berichtet Martin Tautz voller Stolz: „Die gute Pflege macht sich bemerkbar“, sieht er einen wesentlichen Grund für das hohe Alter seiner Vierbeiner bei guter Gesundheit. Gegenwärtig stammen noch vier seiner Pferde von Ella ab.

Fohlen „bei Fuß“

Seit inzwischen 43 Jahren ist Martin Tautz Vierspänner-Fahrer. In früheren Jahren hat er bei besonderen Anlässen auch sechs- oder achtspännig gefahren – mit eigenen Pferden aus eigener Zucht. Legendär sind die Bilder, als vier Stuten eingespannt waren, die alle ein Fohlen „bei Fuß“ führten.

Mit Gespannen im Einsatz

Während Tautz die Zucht bereits vor längerer Zeit aufgegeben hat, ist er noch ständig mit seinen Gespannen im Einsatz, zum Beispiel bei Schützenfesten, Hochzeiten oder Ausflugstouren mit der Kutsche oder mit dem Planwagen. Wenn in Emsbüren ein Pferdegespann gesichtet wird, sitzt meistens Martin Tautz auf dem Bock.

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