Saison bis zum 24. Juni Hochbetrieb auf Spargelhof in Emsbüren

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Emsbüren. Spargelfreunde kommen zurzeit voll auf ihre Kosten und blicken mit Grausen auf den 24. Juni. An St. Johanni endet offiziell die Saison des Edelgemüses. Bis dahin haben die Spargelbauern alle Hände voll zu tun.

Von April bis Mai dreht sich auf dem Spargelhof von Hans und Inge Hopmann in Emsbüren alles um die empfindlichen Stangen. Die beiden bauen das Gemüse seit 38 Jahren im Nebenerwerb auf zwei Hektar an. Damit gehören Hopmanns in der Branche zu den Kleinen. Beim Landvolk Lingen sind aktuell vier Spargel-Betriebe bekannt. Neben den Hopmanns ein weiterer in Emsbüren, einer in Bawinkel und einer in Freren. Hinzu kommt ein größeres Unternehmen aus Rheine, das auch Flächen im südlichen Emsland bewirtschaftet. Mit den Großen wollen wir uns gar nicht messen“, sagt Inge Hopmann. Für sie soll der Spargelanbau bleiben, was er ist, eine Nebenbeschäftigung. Hans Hopmann arbeitet „im echten Leben“ in einer Maschinenfabrik gleich um die Ecke, Inge Hopmann ist Mutter von mittlerweile erwachsenen Söhnen, schmeißt den Haushalt und ist seit vielen Jahren politisch und ehrenamtlich in der Gemeinde aktiv. Derzeit bleibt für derlei Aktivitäten nur Platz am Rande: „Während der Saison dreht sich sieben Tage die Woche von morgens bis abends alles um den Spargel.“ Und das ist nicht eben wenig. Sortieren, waschen, schälen, ausliefern und verkaufen im eigenen Hofladen liegen in der Verantwortung von Inge Hopmann. Hans Hopmann kümmert sich nach Feierabend um andere notwendige Arbeiten wie die Bekämpfung von Unkraut. Und das Finanzamt will natürlich auch zu seinem Recht kommen.

„Wir bezahlen mehr“

Für die Ernte haben die Nebenerwerbslandwirte fleißige Helfer am Start. Im Gegensatz zu vielen anderen landwirtschaftlichen Betrieben, in denen die Ernte aufwendige Handarbeit ist, beschäftigen sie keine Saisonarbeiter beispielsweise aus Polen oder Bulgarien. „Bei uns machen das seit Jahren Frauen aus Emsbüren, die ein paar Stunden am Tag tätig sind.“ Natürlich macht sich der seit diesem Jahr auch für die Landwirtschaft geltende Mindestlohn in Höhe von 8,84 Euro pro Stunde bemerkbar. Daran soll es bei den Hopmanns allerdings nicht scheitern. „Wir bezahlen mehr“, sagt Inge Hopmann. Logischerweise schlägt sich das auch auf die Verkaufspreise nieder. Mit Billigangeboten von drei, vier Euro pro Kilo können und wollen Hopmanns nach eigenen Worten nicht mithalten. An Endkunden verkaufen sie ihre Ware ausschließlich über den hofeigenen Laden an der Waldstraße. Großabnehmer wie örtliche Restaurants werden beliefert. Auf Verkaufsstände, wie in der Spargel-und Erdbeersaison sie allerorten vor Supermärkten oder am Straßenrand stehen, verzichten Hopmanns ebenfalls. Der Aufwand wäre zu hoch, sagt Hans Hopmann: „Die Stände an sich und das zusätzliche Personal rechnen sich nicht“. Hopmanns setzen in erster Linie auf ihre Stammkunden. „Weiter wachsen wollen wir gar nicht. Mir reicht das, was ich habe“, sagt Hans Hopmann.

Körperlich fordernde Arbeit

Wer sich einmal intensiver mit der Spargelernte beschäftigt, stellt fest, dass diese körperlich fordernd ist. Stundenlang wird jede Stange in gebückter Haltung einzeln per Hand freigelegt und mit einem Stecheisen abgestochen. Und das bei jedem Wetter, Hitze, Kälte oder Regen. „Nur nicht bei Gewitter“, sagt Inge Hopmann.

Anschließend werden die Stangen erst gewaschen und dann in eine Maschine gelegt, die den Spargel auf das Branchenmaß von 22 Zentimetern schneidet. Danach werden die Stangen per Hand sortiert.

Zu seinen Verarbeitungsmaschinen hat Hans Hopmann ein ganz eigenes Verhältnis: Er hat sie nämlich in seinem eigentlichen Beruf mit entworfen und konstruiert. Das Schälen übernehmen die Hopmanns auch — selbstredend maschinell. Immer mehr Kunden wollen das nicht mehr selbst machen, so Inge Hopmanns Erkenntnis. Mittlerweile geht der Löwenanteil des Hopmannschen Spargels geschält über die Ladentheke. Spargelanbau ist zeitintensiv. Erst im dritten Jahr kann ein Feld erstmals geerntet werden. Bei guter Pflege haben die Pflanzen nach sieben bis zehn Jahren ihre Zeit hinter sich. „Bio“ arbeiten Hopmanns nach eigenen Worten nicht, Chemie kommt laut Hans Hopmann nach Möglichkeit nach der Ernte zum Einsat. Ansonsten wird Unkraut mit der Fräse zu Leibe gerückt: „Ich möchte den Spargel ja auch selbst essen.“

Gefühlssache

Spargelstechen ist eine echte Gefühlssache. Wer das edle Gemüse ernten möchte, muss erahnen, wo die Stangen, von denen auf den ersten Blick nur der aus der Erde brechende Kopf zu sehen ist, unterirdisch wachsen. Spargelstechen ist echte Handarbeit. Zunächst werden die Stangen mit den Fingern ein Stück weit freigelegt. Dann kommt das lange Stechmesser mit der scharfen Klinge am Kopf zum Einsatz. Es bedarf einiges an Gefühl, um sich im Blindflug in 30 bis 35 Zentimeter Tiefe heranzutasten und dann zuzustechen. Zuletzt gilt es, die gestochene Stange möglichst in einem Stück aus dem Boden zu ziehen.

Routinierten Erntehelfern geht das Prozedere schnell von der Hand. Hans Hopmann kalkuliert, dass ein guter Mitarbeiter rund 12 Kilogramm Spargel pro Stunde stechen kann. Die Arbeit ist körperlich anstrengend, die ständig gebeugte Haltung geht auf den Rücken. Seit diesem Jahr gilt in der Landwirtschaft, und damit auch für Erntehelfer, ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde. Dieser gilt auch für Erntehelfer aus Ländern wie Polen oder Rumänien, die zur Saisonarbeit bei vielen Vollerwerbsbetrieben arbeiten.


Spargelland Niedersachsen

Qualität erkennen

Frischer Spargel quietscht, wenn die Stangen aneinander gerieben werden. Frische Stangen lassen sich nicht biegen und haben geschlossene Köpfe. Die Stangen sollten nicht hohl sein, beim Drücken tritt aus den Schnittflächen Feuchtigkeit aus.

Feucht lagern

Spargel lässt sich gut gekühlt durchaus bis zu drei Tage lagern. Er sollte aber feucht gefalten werden, empfiehlt Inge Hopmann. Am besten werden die edlen Stangen in ein feuchtes Tuch eingeschlagen im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt.

Niedersachsen vorn

Niedersachsen liegt beim Spargelanbau vorne. Im vergangenen Jahr wurden dort auf rund 5100 Hektar Fläche gut 30000 Tonnen des Edelgemüses geerntet. Das ist rund ein Viertel der bundesweiten Spargelernte. Auf den Plätzen bei der Erntemenge folgen die Länder Brandenburg (rund 22000 Tonnen) und Nordrhein-Westfalen (19000). Die bundesweite Erntemenge beziffert das Bundesamt für Statistik mit rund 128000 Tonnen auf 23000 Hektar Fläche.

Beißender Geruch

Am Ende einer Spargelmahlzeit steht bei vielen Genießern ein beißender Geruch im Urin. Grund dafür ist die in dem Gemüse enthaltene Asparagusinsäure. Die unschädliche Schwefelverbindung entsteht bei der Verdauung und wird mit dem Urin ausgeschieden. Etwa 40 Prozent der Menschen sind davon betroffen. Es gibt sogar Menschen, die den Stoff zwar produzieren, ihn selbst aber nicht riechen können.

Wie am besten essen?

Manche Genießer schwören darauf, Spargel nur mit den Fingern zu essen, andere benutzen Messer und Gabel. Die Fingermethode stammt aus Zeiten, in denen Besteck vorwiegend aus Silber bestand. Das Silber reagiert chemisch mit dem Spargel und läuft dunkel an, der Spargel schmeckt unangenehm.

Entwässernd

Bleichspargel besteht zu 94 Prozent aus Wasser. Mit 16 Kilokalorien pro 100 Gramm ist er besonders kalorienarm.

Spargel im Blätterteig

Zutaten für 4 Personen:

500g geschälter Spargel,

8 Scheiben Blätterteig,

8 Scheiben Kochschinken,

8 Scheiben Käse,

Mayonnaise, 2–3 Eigelb

Zubereitung:

Den Spargel in Stücke schneiden und in Wasser mit Salz und Zucker 15 bis 20 Minuten kochen.

Die Blätterteigscheiben mit einem Nudelholz ausrollen. Eine Scheibe Käse auf den ausgerollten Blätterteig legen, etwas Mayonnaise darauf verteilen, eine Scheibe Kochschinken darauf legen und einige Stücke Spargel auf den Schinken legen. Den Blätterteig zu einer Tasche formen. Etwas verquirltes Eigelb auf den Blätterteig streichen.

Im vorgeheizten Backofen bei 200°C etwa 20 Minuten backen.

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