Projektstelle eingerichtet „Macher“ wollen sich auf Emsland-Studie nicht ausruhen

Von Thomas Pertz

Gestartet ist das Projekt „Macher“. Einzelheiten stellten (von links), Markus Silies, Dorothea Währisch-Purz, Wolfgang Kopitzsch, Kerstin Heeke, Reinhard Winter, Hans-Christian Biallas, Dieter Bünker und Theo Paul in Salzbergen vor. Foto: Thomas PertzGestartet ist das Projekt „Macher“. Einzelheiten stellten (von links), Markus Silies, Dorothea Währisch-Purz, Wolfgang Kopitzsch, Kerstin Heeke, Reinhard Winter, Hans-Christian Biallas, Dieter Bünker und Theo Paul in Salzbergen vor. Foto: Thomas Pertz

Salzbergen. Das Kolping-Bildungshaus in Salzbergen hat das Projekt „Macher“ ins Leben gerufen. Die einzelnen Buchstaben ergeben zusammen die Aussage: „Mit aktiven Christen - heimatverbunden, engagiert, richtungsweisend“. Wie das Ziel zu erreichen ist, die ehrenamtlichen Potenziale im Emsland angesichts der auch hier zu beobachtenden Veränderungen zukunftsfest zu machen, war Thema eines Pressegespräches in Salzbergen.

Eingeladen ins Tagungshaus am See hatten der Vorsitzende des Kolping-Bildungshauses, Dieter Bünker, und Hausleiter Markus Silies. Weitere Gesprächsteilnehmer waren Generalvikar Theo Paul vom Bistum Osnabrück, Landrat Reinhard Winter, der Präsident der Klosterkammer Hannover, Hans-Christian Biallas, Dorothea Währisch-Purz, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes im ev.-luth. Kirchenkreis und Wolfgang Kopitzsch vom Vorstand der Stiftung“Lebendige Stadt“. Die von ihnen vertretenen Institutionen und der Kreis finanzieren mit unterschiedlichen Anteilen im Gesamtumfang von 240000 Euro für drei Jahre eine Projektstelle, die Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin Kerstin Heeke inhaltlich ausfüllen wird.

Studie aus Berlin als Basis

Um welche Inhalte geht es? Das Projekt „Macher“ knüpft an das Ergebnis einer Studie an, die das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung im Auftrag des Bistums Osnabrück und des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück 2017 vorgestellt hat. Titel der Studie: „Von Kirchtürmen und Netzwerken - wie engagierte Bürger das Emsland voranbringen“. Die Ergebnisse stellten den Bürgern im Emsland ein bemerkenswertes soziales Zeugnis aus. Die Verfasser der Studie stellten fest, dass die Menschen über ihre privaten Beziehungen, vor allem aber auch über ihr vielfältiges Engagement in der Kirche, der Politik oder Vereinen ein „sehr gutes soziales Miteinander“ pflegen würden.

Die Studie wies aber ebenfalls darauf hin, dass der gesellschaftliche Wandel auch vor dem Emsland nicht Halt mache. „Sie ist deshalb Ermutigung und Verpflichtung zugleich“, betonte Generalvikar Paul. Die Rahmenbedingungen in den Dörfern würden sich gravierend verändern. „Diesen Prozessen wollen wir uns stellen“, sagte der Generalvikar.

Eine Aufgabe von Kerstin Heeke wird es deshalb sein, auf der Ebene der 19 emsländischen Kommunen Vernetzungstreffen der ehrenamtlichen Akteure zu organisieren. Ein Vereinscheck soll das eigene Profil schärfen. Er dient auch dazu, ein gutes Miteinander zwischen bezahlten Kräften und Ehrenamtlichen zu gewährleisten. Best-Practice-Beispiele soll es auf einer Plattform im Internet und als Publikation geben.

Silies: Ein Vertrauensbeweis

Träger des Projektes „Macher“ ist das Kolping-Bildungshaus in Salzbergen. Markus Silies dankte den Vertretern von Kirchen, Kreis, Klosterkammer und Stiftung für diesen Vertrauensbeweis. Kerstin Heeke, die nach eigenen Angaben in der kirchlichen Jugendarbeit groß geworden ist, tritt die Stelle zum 1. September an. Silies bezeichnete die 32-Jährige, die unter anderem als Dekanatsjugendreferentin im südlichen Emsland gearbeitet hat, als „Glücksgriff“. Sie sei hervorragend vernetzt.

Von einem „Glückstreffer“ – hier auf die Berliner Studie bezogen – sprach Landrat Reinhard Winter. „Das ist der Hebel, an dem wir uns abarbeiten müssen“, forderte der Landrat. Das Emsland sei wirtschaftlich und gesellschaftlich „hochstabil“. Dafür gelte es, sich weiter zu engagieren. Die Ergebnisse des Projektes „Macher“ könnten den Worten von Hans-Christian Biallas von der Klosterkammer und Wolfgang Kopitzsch von der Stiftung „Lebendige Stadt“ zufolge auch als mögliche „Blaupause“ für andere Regionen in Deutschland dienen. Geschäftsführerin Dorothea Währisch-Purz vom Diakonischen Werk hob das ökumenische Miteinander im ehrenamtlichen Engagement hervor.

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