„Arbeiten Frauen wirklich?“ Bissiges Frauen-Kabarett „MaDamm“ amüsiert in Emsbüren

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Nicht nur beim Geschlechterkampf hinterm Steuer präsentierte sich das Kölner Kabarettduo „MaDamm“ mit Victoria Wiese und Rita Zimmermann (v. l.) anlässlich des Internationalen Frauentags in Emsbüren äußerst bissig, aber auch sehr amüsant. Foto: Anne BremenkampNicht nur beim Geschlechterkampf hinterm Steuer präsentierte sich das Kölner Kabarettduo „MaDamm“ mit Victoria Wiese und Rita Zimmermann (v. l.) anlässlich des Internationalen Frauentags in Emsbüren äußerst bissig, aber auch sehr amüsant. Foto: Anne Bremenkamp

Emsbüren „Arbeiten Frauen wirklich oder bilden sie sich das nur ein?“ Dieser provokanten Frage ging anlässlich des Internationalen Frauentags in Emsbüren höchst bissig und dennoch überaus amüsant das Kölner Musik-Kabarett-Duo „MaDamm“ nach und stellte fest: „Frauen haben keine Machthormone.“

Dass die Gleichstellung der Geschlechter nicht nur in der Chefetage und der Politik noch lange nicht so weit fortgeschritten ist, wie „Mann“ gerne glauben möchte, das unterstrich zu Beginn eines frisch-frech-fröhlichen Entertainment-Abends die Gleichstellungsbeauftragte Maria Hülsing. Sie hatte im Rahmen des Weltfrauentages gemeinsam mit dem Kulturkreis Kirchspiel Emsbüren e. V. zu dem durchaus gesellschaftskritischen Frauenkabarett in den Landgasthof Evering geladen und ihr Ruf war von ganz vielen Frauen und ein paar vereinzelten mutigen Männern nur zu gerne gehört worden.

Groovige Songs

Im Ohr geblieben sein werden dem Publikum die von Klavier, Akkordeon und Ukulele begleiteten groovigen Songs der beiden MaDamm-Künstlerinnen Rita Zimmermann und Victoria Wiese, die als „echt kölsche Mädche“ mit satirischen Texten, schrägen Szenerien und unkonventioneller Wortakrobatik überraschten.

„Wackelt dein Job, dann greif zum Mobb“, empfahlen die Damen und mobbten sich mit ihren Feudeln auch sogleich durch die Ränge. Peinlichst beachteten sie dabei die Mobbing-Regel Nummer eins: Möglichst viel Dreck aufnehmen und den dann ganz schnell unter den Teppich kehren, auf dem später im Programm auch noch die Revoluzzer-Rentner tanzen sollten. Ob mit Karacho in den nicht nur in Japan gefürchteten Karoshi, also den Tod durch Überarbeitung, oder mit spitzer Zunge in den nicht minder gefürchteten Kolleginnen-Tratsch in der Kaffeepause - das aufeinander eingespielte Frauen-Duo war an jedem neu präsentierten Arbeitsplatz gleich souverän zuhause. Und es konstatierte: Dass Frauen die höchsten Gipfel der Weltkonzerne nur selten besteigen, ist Schuld der Männer. Die wüssten dann nämlich nicht mehr, wie sie das Abendprogramm ihrer Dienstherrenreisen ohne Kokain und Nutten überhaupt ansprechend gestalten sollten.

Von netter Kollegin zur fiesen Chefin

Wenn „Frau“ aber dann doch mal Karriere macht und von der netten Kollegin zur fiesen Chefin mutiert, dann tanzen alle plötzlich den Dis-Tanz, ganz besonders in der Leiharbeit. Aber weil Bewegung ja bekanntlich gut tut, erhöhten die quirligen Damen noch einmal die Frequenzen und gingen nicht nur beim Sport für die Form in der Norm über ihre Grenzen. Dabei galt ihre Bewunderung den Hühnern, die für ihr schmackhaftes Muskelfleisch offenbar doch so einiges tun. „MaDamm“ überwand zudem lässig eigentlich unüberbrückbare Schluchten des ewigen Geschlechterkampfs hinter dem Autolenkrad und bewies auch: Kaum einen Unterschied zwischen Frau und Mann gibt es immerhin dann, wenn sie stillt und er grillt. Ob das Wechseln der Brust oder das Wenden der Wurst – beides macht Durst. „MaDamm“ in Emsbüren machte hingegen einfach nur Spaß.


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