Appell an Landwirte Blühstreifen in Emsbüren dienen der Ökologie

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Emsbüren. Unter dem Motto „Das Emsland blüht auf“ sollen sich auch Landwirte in Emsbüren Gedanken machen, wie sie Ackerrandstreifen bepflanzen können.

Die Arten- und Pflanzenvielfalt im Zuge des intensiven Ackerbaus ist ein viel diskutiertes Thema. Angesichts der bevorstehenden Planungen für die Ackernutzung und die Beantragung von entsprechender Agrarförderung ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für die Landwirte, ökologische Maßnahmen umzusetzen.

Im Mais können Schneisen angelegt werden

Das haben Vertreter der Jägerschaft Lingen, des Landvolkes und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in einem Gespräch mit der Redaktion in Emsbüren unterstrichen. Mit dem Slogan „Das Emsland blüht auf“ haben die Landwirte unlängst dafür geworben, Blühstreifen anzulegen. Landvolkvorsitzender Hermann Hermeling unterstreicht die Bereitschaft vieler Landwirte, mehr für Natur und Umwelt zu tun. Am oder im Mais können Schneisen angelegt werden, ohne dass Fördermittel gekürzt oder die Schneisen beim Flächennachweis raus gerechnet werden müssen, erläuterte Jan Wulkotte von der Bezirksstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Landwirte können den Mais im Antrag auf Agrarförderung als „Mais mit Schneise“ (177) kodieren.

Aussaat soll nicht vor Mai erfolgen

Wegen Frostschutz solle die Aussaat nicht vor Mai erfolgen. Wenn der Mais vorher gelegt wird, kann mit der Drillmaschine an den Gewässer-, Weg-und Waldrändern sowie in den Maisschneisen nachgearbeitet werden. „Der Maschineneinsatz lohnt sich besonders bei mehreren Flächen im Revier“ erklärt Johann Högemann, Obmann für Naturschutz der Jägerschaft Lingen. Die Jäger vor Ort würden gerne helfen.

Flyer informiert über geeignetes Saatgut

Der aktuelle Flyer „Wildacker- und Blühpflanzenmischungen 2018“ informiert nach Darstellung von Högemann über geeignetes Saatgut. „Die Mischungen sind von Landwirten und Jägern zusammengestellt und geprüft worden“, erklärt Högemann. In dem Flyer würden außerdem die speziellen Eignungen im Rahmen des Greenings auf ökologischen Vorrangflächen oder als Agrarumweltmaßnahmen (BS 11 und BS 12) aufgezeigt.

Unterstützung von den Imkern

Die Imker sind ebenfalls besorgt, dass im Zuge von größeren Agrarstrukturen nicht mehr ausreichende Trachtflächen zur Verfügung stehen. Somit könne der wichtige landeskulturelle Wert der Honigbienen für die Landwirtschaft und das Gemeinwohl verloren gehen. Die Imker möchte die Anlage von Blühflächen unterstützen und die Zusammenarbeit mit den Landwirten intensivieren, heißt es.

Ökologische Vorteile

Josef Schröer, Landwirt aus Lingen-Mundersum und Vizepräsident der Landesjägerschaft Niedersachsen gilt als einer der Vorreiter beim Anbau von Wildpflanzen für die Biomasseproduktion. „Meine Erfahrungen sind in jeder Beziehung positiv“, zog Schröer Bilanz und wies auf die wesentlichen ökologischen Vorteile hin: „Die mehrjährigen Mischungen für vier bis fünf Jahre bieten im Sommer und im Winter Nahrung und Deckung für Wildtiere.“s Die längeren Blühzeiten und großen Blühflächen verbessern das Nahrungsangebot für Insekten. Die Blühmischungen werten das Landschaftsbild auf und erhöhen den Erholungswert einer Region, wodurch die Akzeptanz der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit steige.

Politik ist gefordert

Alle Beteiligten fordern die Politik auf, die Bemühungen der Landwirte für mehr Arten- und Pflanzenvielfalt zu unterstützen und Fördermöglichkeiten zu vereinfachen.


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