Kolping-Karneval Prunksitzung 2018: In Listrup sind die Kannibalen los

Von Heinz Krüssel

Auch die Listruper Kolpinger haben einstmals als Kannibalen gelebt. Foto: Heinz KrüsselAuch die Listruper Kolpinger haben einstmals als Kannibalen gelebt. Foto: Heinz Krüssel

Emsbüren. „Mit Gegröle zurück in die Steinzeithöhle“ – unter dieses Motto hat der Kolping-Karneval Listrup die Prunksitzung 2018 gestellt. Damit haben die Jecken zugleich auch die dringende Notwendigkeit eines Neubaus für das in die Jahre gekommene Jugendheim unterstrichen.

Der Devise entsprechend präsentierte sich das Jugendheim als große Räuberhöhle mit großen Steinzeitmalereien an den Wänden. Im Publikum sah man in Fell gekleidete Menschen, die sich mit eigenartigen Lauten begrüßten. Abgenagte Knochen um den Hals und in den Haaren dienten als schmückende Accessoires. Als erfrischendes Getränk hatten die Narren allerdings ausdrücklich auf das zeitgemäße Met verzichtet: es wurde hochmoderner Gerstensaft aus Steinfurt genossen.

Kurzweiliges Programm

Sitzungspräsident Josef Berger hatte sich mit einem riesigen Mammutknochen bewaffnet. Gemeinsam mit Hermann-Josef Thyen führte er durch das kurzweilige Programm. Man kritisierte, dass die Listruper alles nachtragen müssten, was in Emsbüren ausgemustert werde. Auch deshalb wurde mit Nachdruck gefordert: „Wir Listruper wollen jetzt den dörflichen Brexit!“

Sportlich präsentierten sich erstmals die „Tanzmäuse“, 13 Mädchen im Alter zwischen sieben und neun Jahren aus Listrup, Holsten-Bexten und Emsbüren. Unter Leitung von Lara Hermann hatte der Karnevalsnachwuchs einige flotte Tänze einstudiert. Nach den „jungen Küken“ folgten „de ollen Hennen“ im Programm. Birgit Bünker und Claudia Klümper, gebürtig aus Würselen im Rheinland forderten im Namen aller Listruper Frauen lautstark die Aufnahme in den Schützenverein. Überall liefen bereits Vorbereitungen, beispielsweise beim Üben der Marschschritte. Zehn „greise“ Frauen wollten demnächst bei der Mondscheinparty der Jugend dabei sein, hieß es. Sexy Steinzeitfrauen zeigten tänzerisch, wie ihre Vorfahrinnen einstmals in Listrup Schützenfest feierten und aus dem Verein geflogen sind. „Und wenn bei der Generalversammlung am 24. Februar unserem Antrag nicht entsprochen wird, dann gehen wir zum Nachbarverein nach Helschen“, drohten die Antragstellerinnen. Dort habe man die Zusage für eine Aufnahme und auf ein eigenes Schützenfest.

Sportlich präsentierten sich erstmals die „Tanzmäuse“, 13 Mädchen im Alter zwischen sieben und neun Jahren aus Listrup, Holsten-Bexten und Emsbüren. Foto: Heinz Krüssel

Heavy-Metal-Festival in Wacken

In seiner Büttenrede berichtete Werner Bünker, genannt „Schwiene“ , über den Besuch einiger Listruper Männer beim Heavy-Metal-Festival in Wacken. Er selber habe sich als Jungjäger bei einem Kochkurs angemeldet, um das Wild schmackhaft zubereiten zu können. Ein Teilnehmer habe dort die Aufgabe gehabt, einen Fasan zu rupfen. „Aber schlachten tu ich den nicht“, habe der Jägersmann gerufen.

Seit vielen Jahren gehört das „Männerballet“ zum Programm

Seit vielen Jahren gehört das „Männerballet“ zum Programm. Die stimmgewaltigen Kolpingsöhne begeisterten mit einem bunten Potpourri bekannter Hits. Die etwas jüngeren Kolpinger verrieten danach, wie man in Listrup als „Hüttenbewohner“ feiert und die Freizeit verbringt. Natürlich philosophierte man darüber, wie man an eine Frau kommt, beispielsweise über Kontaktanzeigen. Auch die Listruper Kolpinger haben einstmals als Kannibalen gelebt. Als die Menschenfresser eine schmackhafte Suppe für den Häuptling zubereiten wollten, hatte man Pech, denn sie schmeckte dem Häuptling nicht. Kurzum wurde der Pizzaservice aktiviert. Anschließend ging es gemeinsam zum „Saufi-Saufi“ in die Dorfkneipe bei Oldewemes Gerd.