„Reinen Wein einschenken“ SPD gegen Bahntunnel in Leschede

Von Sven Lampe

Dauerthema in Emsbüren sind die zahlreichen Bahnübergänge in der Gemeinde, hier an der L 40 in Leschede. Foto: Sven LampeDauerthema in Emsbüren sind die zahlreichen Bahnübergänge in der Gemeinde, hier an der L 40 in Leschede. Foto: Sven Lampe

Emsbüren. Die SPD Emsbüren hat sich gegen einen höhenungleichen Bahnübergang an der Landesstraße 40 in Leschede ausgesprochen.

Ausschlaggebend seien die Ergebnisse eines von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Verkehrsgutachtens, heißt es seitens der SPD. Dem Gutachten zufolge würde ein Bahntunnel den Verkehrsfluss durch den Ortskern drastisch erhöhen, so die Sozialdemokraten. Sie befürchten, dass für sehr viele Pkw- und Lkw-Fahrer die Möglichkeit, etwa von der Autobahn Richtung Lingen ohne drohenden Stop vor einer geschlossenen Schranke durchzufahren, sehr verlockend wäre. Die Ergebnisse des Anfang 2017 in Auftrag gegebenen Verkehrsgutachtens sind noch nicht öffentlich vorgestellt worden. Hugo Kirchhelle als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins hält darüber hinaus die Finanzierung des Millionenprojektes für äußerst unwahrscheinlich. Bahn, Bund und Land erachten das Millionenprojekt seit Jahren für nicht notwendig.

„Festhalten unrealistisch“

„Anders als in sozialen Medien verbreitet, ist das Festhalten am Bahntunnel unrealistisch. Das Wünschen hilft nicht in der Politik,“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Friedhelm Wolski-Prenger. Seitens des stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzende Hubert Michelheißt es: „Unsere Meinung ist sicher nicht populär. Aber wir sind es als SPD schuldig, den Bürgerinnen und Bürgern reinen Wein einzuschenken, auch wenn das vielen nicht gefallen wird.“ In diesem Zusammenhang kritisieren die Sozialdemokraten die Emsbürener CDU. Die Erkenntnisse bezüglich der Nichtfinanzierbarkeit des Bahntunnels und dessen negativer Konsequenzen sei auch der CDU bekannt. Sie traue sich aber nicht, den Bürgern die Wahrheit zu sagen.

Mittelfristige Finanzplanung

Am 1. Januar hatte Helmut Janning als Mitglied einer von der Gemeinde Emsbüren gegründeten Arbeitsgruppe auf seiner Facebook-Seite verkündet, dass die Bahn den Bau einer Bahnunterführung in Leschede eingeplant habe. Auf Anfrage unserer Redaktion hatte Emsbürens Bürgermeister Bernhard Overberg die Aussage Jannings bestätigt und angedeutet, dass versucht werde, im ersten Quartal dieses Jahres eine Runde aus Vertretern der Deutschen Bahn, des Landes Niedersachsen, des Landkreises Emsland und der Gemeinde Emsbüren an einen Tisch zu bekommen. Dabei sollen die Möglichkeiten und gegebenenfalls die Vorgehensweise zur Realisierung eines höhenungleichen Bahnübergangs besprochen werden: „Fakt ist, dass bei finanzieller Machbarkeit ein solcher höhenungleicher Bahnübergang von Seiten der Gemeinde sehr gewünscht wird“, sagte Overberg. Die Bahn hatte den Tunnel bereits mehrfach in ihre mittelfristige Finanzplanung aufgenommen.

SPD für Südspange

Die SPD wird nach eigenen Angaben offensiv dafür eintreten, den Durchgangsverkehr von Lkw und Pkw über die so genannte Südspange südlich am Ortskern vorbeizuführen. Diese bis zum Autobahnkreuz zu verlängern müsse vordringliche Aufgabe sei. Hierdurch sei der Verkehr der Zukunft auch angesichts der kurzen Schließzeiten des Bahnübergangs am Tiggelwerkweg wirkungsvoll lenkbar.