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Vielfältige Verdienste Bernd Robben erhält in Emsbüren Landschaftsmedaille

Von Ludger Jungeblut | 28.09.2018, 18:25 Uhr

Der Heimatforscher Bernd Robben aus Emsbüren-Gleesen hat die Landschaftsmedaille der Emsländischen Landschaft für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim erhalten.

Landschaftspräsident Hermann Bröring würdigte in einer Feierstunde im Heimathaus Emsbüren Robbens außerordentliches langjähriges Engagement zugunsten der landschaftlichen Kulturarbeit und zur Bewahrung des kulturellen Lebens.

Der Emsländischen Landschaft sei es ein großes Bedürfnis, dem 70-jährigen früheren Leiter der Grundschule Lingen-Bramsche für seine über Jahrzehnte währende kritische Auseinandersetzung mit der plattdeutschen Sprache zu ehren und zu danken, betonte Bröring. Vor dem Hintergrund, dass ein deutlicher Schwund der plattdeutschen Sprache zu beklagen ist, rief der Präsident dazu auf, alles zu unternehmen, um "unsere plattdeutsche Sprache als identitätsstiftenden Faktor und als besonderes immaterielles Kulturgut für die Region zu retten." Wer plattdeutsch spreche, beherrsche eine Sprache mehr, sage Robben zu Recht. Bröring verwies auch auf die von Robben gestaltete Internetseite www.watt-up-platt.de

Seine Anerkennung galt überdies Robbens unermüdlichem Einsatz, das hochsensible Themenfeld des Heuerlingswesens aufzuarbeiten. Neben der Landschaftsmedaille überreichte Bröring eine Urkunde an Robben, der eine ausführliche Begründung für die Verleihung beigefügt ist. Darin wird darauf verwiesen, dass der Heimatforscher als langjähriger Rektor in Lingen-Bramsche im Jahre 1989 eine emslandweite kombinierte Schüler- und Elternbefragung zur plattdeutschen Sprachkompetenz in der nachwachsenden Generation durchführte. Erstmalig lag nach Abschluss der Arbeiten eine umfangreiche regionale Untersuchung vor, in der zwischen aktiver und passiver Sprachkompetenz unterschieden wurde. Festgestellt wurde seinerzeit ein dramatischer Rückgang der aktiven Sprachkompetenz.

Das zweite große Arbeitsfeld von Bernd Robben ist das Heuerlingswesen. Aus der jahrzehntelangen Beschäftigung mit dieser unterbäuerlichen Schicht ging der gemeinsam mit Helmut Lensing veröffentlichte Band „Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerlinge kommen!“ hervor. Mittlerweile ist dieser Band in fünfter Auflage erschienen, ein Bestseller in der Regionalliteratur, wie ihn das Emsland seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Ein zweiter, jüngst erschienener Band über die Nutzung und Ausgestaltung der (ehemaligen) Heuerhäuser früher und heute schlägt eine weitere höchst interessante Seite zur Kulturgeschichte in unserem ländlichen Raum auf – dieses Mal zur Baukultur.

Vielfältig sind die kulturgeschichtlichen Interessen von Bernd Robben. Erinnert sei an den gemeinsam mit Theo Mönch-Tegeder herausgegebenen Band „Wat, de kann Platt? Emsländer und Grafschafter über ihre Mundart“; aus umfangreichen Interviews ging der Band „Die letzten 80 Jahre im Emsland“ hervor. Großen Anklang fanden auch die auf seiner Grundidee fußenden Erinnerungsbücher „Ja, so war das damals“, die dazu dienen, in der Begegnung mit älteren Menschen Erinnerungen zu wecken und Gesprächsanlässe zu bieten.

Bernd Robben freute sich sehr über die Auszeichnung und bedankte sich auf plattdeutsch bei seinen Förderern, ohne die er seine Arbeiten nicht hätte publizieren können. "Schade, dass Theo Mönch-Tegeder nicht unter uns sein kann", erinnerte an dessen plötzlichen Tod in diesem Jahr. Der Geehrte machte deutlich, dass er Mönch-Tegeder viel zu verdanken hat. Für eine gelungene musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgten Mitglieder des Emsbürener Jugendorchesters unter Leitung von Irene Hachmer und Bernd Gortheil.