Volles Haus beim „Tobi-Abschiedsrennen“ Lokalmatador Kroner bleibt dem MSC Dohren erhalten

Von Helmut Diers

Im ersten Wertungslauf ließ Tobias Kroner (roter Helm) seinen Konkurrenten Bjarne Pedxersen (gelb) und Peter Kildemand (weiß) sowie seinem Teamkameraden Lukas Fienhage (blau) keine Chance im durchaus tollen Rennsport bietenden Flutlichtrennen. Foto: Helmut DiersIm ersten Wertungslauf ließ Tobias Kroner (roter Helm) seinen Konkurrenten Bjarne Pedxersen (gelb) und Peter Kildemand (weiß) sowie seinem Teamkameraden Lukas Fienhage (blau) keine Chance im durchaus tollen Rennsport bietenden Flutlichtrennen. Foto: Helmut Diers 

Dohren. Volle Hütte beim Abschiedsrennen des Dohrener Speedwaypiloten Tobias Kroner am Samstag am Eichenring. Manche Abschiedsträne floss beim Dohrener Eigengewächs und bei den Fans am Eichenring.

„Mich reißen im Moment die Gefühle hin und her“, gab Kroner vor Beginn seines Abschiedsrennens zu. Er wolle das Internationale ADAC Speedway-Flutlichtrennen richtig genießen und noch mal richtig nach 18 Jahren Speedwaysport auf höchstem internationalen Niveau angreifen. Kroner blendete den Stress um seine Person, alle Fanwünsche wie ein „Selfie“ mit ihm vor den jeweiligen Läufen aus und bewies auf der Bahn, warum er zehn Jahre lang zum Stamm der deutschen Speedwaynationalmannschaft gehörte.

Fairer Sportsmann

Die Rennfahrerkollegen, die sich mehrfach über das Stadionmikrofon zu Wort meldeten, unterstrichen immer wieder, dass mit dem 32-jährigen Kroner ein „fairer Sportsmann“ von der Sportbühne abtrete. Kroner hat nach Abschluss seiner Ausbildung ein lukratives berufliches Angebot angenommen, das ihm kaum Zeit zu Rennsport lässt. Der Werlter Kai Huckenbeck, neben Kroner bis heute Stammbesetzung des Emsland Speedwayteams Dohren in der 2. Bundesliga, lobte Kroner als immer fairen Fahrer, der über ein ausgezeichnetes Verhältnis zu allen Mitbewerbern im Speedwaysport habe.

Fünf Jahre Profi

Der Renntag war für Tobias Kroner der letzte seiner Rennspotkarriere. Damit schloss sich für den Dohrener ein Kreis, denn vor vielen Jahren startete der Sohn des Dohrener Vereinsvorsitzenden Josef Kroner hier auf einer PW50 als kleiner Junge seine Speedwaykarriere, die nach dem Abitur am Leoninum Handrup für fünf Jahre im Profibereich in englischen, deutschen, dänischen und polnischen Ligen mündete, bevor Kroner wieder mehr dem späteren Berufsleben im leitender Funktion den Vorrang einräumte.

Bürgermeister stolz auf Kroner

„Wir sind stolz, einen Mann wie Tobi im MSC zu haben“, sagte Dohrens Bürgermeister Johannes Dieker bei seinem Besuch auf dem Eichenring und erntete dafür den Beifall der rund 4000 Zuschauer. Antonio Lindbäck, Grand Prix Fahrer aus Schweden meinte: „Ich bin schon oft gegen Tobi gefahren. Ein Sportsmann durch und durch. Da ist es für mich eine Ehre, bei seinem Abschied vom Speedway dabei zu sein“.

Noch ohne Motorradführerschein

Mächtig Erstaunen löste bei den Fans die Tatsache aus, dass der Vorstand des MSC Dohren seinem „Aushängeschild“ einen Riesenscheck überreichte, der als Grundstock für die Prüfung zum Motorradführerschein im öffentlichen Straßenverkehr dienen soll. „Den Führerschein hat mein Sohn, da der Rennsport ihn nicht vorschreibt, nie gemacht. Jetzt soll er ihn machen“, so Clubvorsitzender Josef Kroner. Der trat auch wie sein Sohn vor einigen Tagen in den Ruhestand, allerdings beruflich. Tobias Kroner bleibt dem MSC Dohren aber als Sportleiter und Teammanager des Bundesligateams erhalten.