HSG Freitag bei TuSEM Essen Nordhorn-Lingen: Saison für Schumann beendet

Ohne Frank Schumann (am Ball) muss die HSG Nordhorn-Lingen bis zum Saisonende auskommen. Dagegen dürfte Jens Wiese (ganz links) gegen Essen wieder zur Verfügung stehen. Foto: ScholzOhne Frank Schumann (am Ball) muss die HSG Nordhorn-Lingen bis zum Saisonende auskommen. Dagegen dürfte Jens Wiese (ganz links) gegen Essen wieder zur Verfügung stehen. Foto: Scholz

Lingen. „So schlimm habe ich es noch nie erlebt!“ Trainer Heiner Bültmann vom Handball-Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen hat vor dem Auswärtsspiel am Freitag um 19.30 Uhr bei TuSEM Essen die nächste Hiobsbotschaft ereilt: Abwehrrecke Frank Schumann fällt bis zum Saisonende aus.

Der 37-Jährige soll bereits am Freitag an der Achillessehne operiert werden. „In Absprache mit den Ärzten“, erklärt der Trainer. Denn dann stehe der Spieler zur Saisonvorbereitung wieder zur Verfügung. Schumann wird diese Serie von Verletzungen verfolgt. Beim Pokalspiel gegen Magdeburg verletzte er sich im Gesicht, musste operiert werden. Später legte ihn eine Entzündung erneut lahm. Beim Sieg vor gut zwei Monaten in Bietigheim bekam er einen Schlag auf die Achillessehne, die jetzt erneut einen Eingriff nötig macht.

Richtige Balance gefunden

Das bedeutet, dass Nordhorn-Lingen im Spiel und im Training improvisieren muss. Der Coach hat bisher die richtige Balance gefunden zwischen der nötigen Erholung der in den Spielen wegen der erhöhten Einsatzminuten strapazierten Handballer und der passenden Intensität und Qualität beim Training. Das Zwei-Städte-Team belegt den achten Tabellenplatz, hat sich schon mit acht Zählern von den Abstiegsrängen abgesetzt.

Bültmann muss umstellen

Essen muss Bültmann erneut umstellen. Da Stephan Wilmsen nicht als Aushilfe zur Verfügung steht und auch Asbjörn Madsen sowie Lutz Heiny weiter ausfallen, könnte die HSG auf eine offensivere 5:1-Abwehr umstellen. Oder der Coach muss einen anderen Spieler neben Luca de Boer in den Innenblock stellen.

Wiese fehlte wegen Schulterrpoblemen

Die HSG hofft, dass Jens Wiese wieder ins Team zurückkehrt. Der Rückraumspieler hatte zuletzt wegen Schulterproblemen gefehlt. „Er hat trainiert“, sagt Bültmann, aber nur eingeschränkt geworfen, um sich noch zu schonen. Mannschaftskapitän Nicky Verjans hatte sich bereits beim 26:26 gegen Wilhelmshaven zurückgemeldet.

Teams kennen sich gut

Nach dem intensiven Niedersachsen-Derby hat Bültmann vor dem Doppelspieltag am Freitag in Essen und am Sonntag gegen Rostock (im Euregium) auf alle athletischen Trainingsschwerpunkte verzichtet und stattdessen viel Wert auf Taktik gelegt. Denn der Coach erwartet eine hohe Belastung bei TuSEM. „Essen rennt 60 Minuten“, warnt er. Von seinem Team fordert er Konzentration im Abschluss. „Dann müssen wir den Rückzug schon im Hinterkopf haben“, soll die HSG den Gast möglichst ins Positionsspiel zwingen.

Seidel kam von TuSEM

Die Essener weisen nur einen Punkt Vorsprung vor dem ersten Abstiegsrang auf. Sie sind gespannt auf das Traditions-Derby gegen die HSG. „Beide Mannschaften kennen sich gut“, sagt Bültmann. Im Zwei-Städte-Team steht mit Linksaußen Lasse Seidel, der gegen Wilhelmshaven auffälligster Akteur war, ein ehemaliger Essener. Für TuSEM läuft Michael Kintrup auf, der schon für Nordhorn-Lingen spielte. In den Vorjahren wechselten Paul Trodler und Toon Leenders zwischen beiden Rivalen, sind aber jetzt für andere Klubs aktiv.

Große Kulisse in Essen

Essen kann sich in der Sporthalle „Am Hallo“ auf starke Zuschauerunterstützung verlassen. 1866 Besucher kamen im Schnitt zu den Heimspielen. Bessere Zahlen weisen nur Bad Schwartau (1875) und Nordhorn-Lingen (1997) auf.

Die physisch starken Dennis Sczesny und Lukas Ellwanger haben viel Zug zum Tor. Michael Hegemann zählt auch mit 40 Jahren noch zu den auffälligen Akteuren. Der junge Christoph Reißky hat ein Doppelspielrecht für die Füchse Berlin. Der österreichische Nationalspieler Richard Wöss wurde in der Winterpause verpflichtet.


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