26:26 gegen Wilhelmshaven Nordhorn-Lingen: Seidel Garant für einen Punkt


Lingen. In einem intensiven Niedersachsen-Derby trennten sich Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen und der Wilhelmshavener HV vor 3058 Zuschauern in der Emslandarena 26:26 (13:10). Ein gerechtes Remis stimmten die Trainer Heiner Bültmann und Christian Köhrmann überein.

Doch die Gastgeber trauerten dem zweiten Punkt nach. Schließlich hatten sie in der letzten halben Minute Ballbesitz, machten aber nichts mehr daraus. Das war vielleicht das Manko der zweiten Halbzeit überhaupt. In dem durchweg engen Spiel vergab das Zwei-Städte-Team zu viele gute Möglichkeiten, darunter einige freie Bälle. „Es fehlte ein bisschen Kraft aus dem Rückraum“, meinte Bültmann. Allerdings präsentierte sich Gästetorwart Adam Weiner in guter Verfassung.

Buhrmester ärgert sich

„Vielleicht hätten einige ein paar Prozent mehr geben müssen“, sagte Torwart Björn Buhrmester, der sich ausdrücklich mit einbezog, etwas frustriert nach dem Abpfiff. Zudem bemängelte er einige schlechte Entscheidungen im Abschluss. Besonders ärgerte er sich über einen Treffer der Wilhelmshavener in der Schlussphase: Als Buhrmester einen Wurf des brandgefährlichen Kay Smits abwehrte, prallte der Ball vom Knie von Lasse Seidel, der mit beiden Beinen im Kreis stand, ins Tornetz. „Da kann es nur Freiwurf für den Gegner geben“, meinte Buhrmester und bekam von Bültmann Zustimmung. Doch der Treffer zählte.

Der Einsatz stimmte

Bültmann zeigte sich mit der Vorstellung seines Teams insgesamt zufrieden. Der Einsatz stimmte. „Beide Mannschaften haben alles gegeben“, sah Köhrmann starke Abwehrreihen. Nach der Pause agierte seine Mannschaft noch aggressiver. Bültmann ärgerte sich nur darüber, wie schnell sein Team den in den ersten 30 Minuten mühsam erarbeiteten Drei-Tore-Vorsprung nach dem Wechsel wieder abgab. Binnen 180 Sekunden war Wilhelmshaven wieder dran. Zehn Minuten reichten dem Gast zum Ausgleich. Nach 45 Minuten lag Nordhorn-Lingen wieder hinten. Ab der 39. Minute führte kein Team mit mehr als einem Tor. Es blieb spannend bis zur letzten Sekunde.

Vier-Tore-Lauf vor der Pause

Die HSG kam nur zäh ins Spiel. In der Anfangsphase ging Wilhelmshaven das hohe Tempo des Gastgebers mit. Allerdings zollte das Team vom Jadebusen der Spielweise Tribut, büßte den Zwei-Tore-Vorsprung wieder ein und lag nach einem Vier-Treffer-Lauf des Gastgebers zur Pause 10:13 zurück.

Verjans trifft beim Comeback zum 9:8

Ausgerechnet Mannschaftskapitän Nicky Verjans, der das Team nach mehr als zweimonatiger Verletzungspause erstmals wieder auf das Parkett führte, brachte die HSG beim 9:8 wieder nach vorn. Der Niederländer, der sich beim Spiel Anfang Februar in Leutershausen eine Knieverletzung zugezogen hatte, bekam erst nach seinem ersten Treffer eine längere Verschnaufpause. Zuvor war er beim Stand von 3:4 zweimal an Gästetorwart Markus Bokesch gescheitert. „Insgesamt hätte ich besser treffen können“, urteilte er, zeigte sich jedoch froh, dass er das Spiel so gut überstanden hatte. „Das war nach der Pause nicht leicht.“

„Aus jedem Winkel getroffen“

Ein Sonderlob erhielt Lasse Seidel. Der Linksaußen verwandelte alle vier Siebenmeter, warf noch sechs Feldtore und war damit Garant des Punktes. „Er hat uns extrem geholfen“, stellte Bültmann fest. „Als wir uns in der zweiten Halbzeit schwerer getan haben, hat er aus jedem Winkel getroffen.“


HSG Nordhorn-Lingen - Wilhelmshavener HV 26:26 (13:10)

HSG Nordhorn-Lingen: Kaleun, Buhrmester (9 Paraden); Verjans (2), Wilmsen, Schumann, Mickal, Miedema (5), Meyer (1), Fraatz, Poll, Rooba (1), Terwolbeck (3), de Boer (4), Seidel (10/4)

Wilhelmshavener HV: Bokesch (6 Paraden, bis 27.), Weiner (10 Paraden, bei einem Siebenmeter und ab 27.), Lüpke; Maas, Kalafut (3), Smits (9/3), Groß, Postel (2), Vorontsov (3), Köhler, Mertens (2), Schweigart, Kozul (1), Schwolow (6).

Siebenmeter: 4/4 (Seidel verwandelt jeweils) - 3/4 (Smits scheitert an Buhrmester, 50., trifft aber im Nachsetzen und verwandelt drei Siebenmeter).

Zeitstrafen: 6 Min. (Miedema, 9.; Schumann, 40; 50.) / 6 Min. (Postel, 23.; Vorontzov, 34., 44.).

Zuschauer: 3058 in der Emslandarena in Lingen.

Schiedsrichter: Frederic Linker (Herne) / Sascha Schmidt (Bochum).

Beste Spieler: Seidel, Miedema, de Boer / Smits, Schwolow, Weiner.

Spielfilm: 1:1 (3.), 2:3 (5.), 4:4 (11.), 4:7 (16.), 6:7 (18.), 6:8 (19.), 9:8 (23), 9:9 (24.), 13:9 (28.), 13:10 (Hz.), 13:12 (32.), 15:13 (35.), 15:15 (40.), 17:16 (44.), 17:18 (45.), 19:19 (47.), 21:20 (50.), 22:23 (54.), 24:23 (55.), 25:25 (58.), 26:26 (E).

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