Fraatz und Buhrmester Matchwinner HSG Nordhorn-Lingen schlägt TuS Ferndorf 27:24

Von Dieter Kremer


Nordhorn. Zweiter Heimsieg in Folge für Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen: In Spiel eins im Euregium nach der Bekanntgabe der finanziellen Schwierigkeiten siegte das Team von Trainer Heiner Bültmann gegen Abstiegskandidat TuS Ferndorf mit 27:24 (9:8).

Vor 2283 Zuschauern in Nordhorn - die mit Abstand beste Kulisse im Euregium in dieser Saison - avancierten HSG-Keeper Björn Buhrmester mit sechs gehaltenen Siebenmetern und insgesamt 16 Paraden sowie Yannick Fraatz (sieben Tore) und Patrick Miedema (8) zu Matchwinnern. „Unterm Strich zählt keine Verletzten und weitere zwei Punkte - das ist das Wichtigste“, lautete Buhrmesters Fazit. Meistens sei es Intuition, die Siebenmeter zu parieren, ergänzte er. „Natürlich gehört auch immer ein Portion Glück dazu.“ Miedema sei in der ersten Hälfte überragend gewesen, fand Buhrmester. „Da hat er großen Anteil daran gehabt, dass wir uns absetzen konnten. Geil von Yannick, dass er die wichtigen Dinger gemacht hat. Großes Lob auch an Stephan Wilmsen, der uns super unterstützt.“ Aufgrund der vielen Verletzten sei es wichtig, dass Wilmsen dabei ist.

Fraatz‘ bestes Spiel

„Heute war so ein Tag, da lief einfach alles“, freute sich Fraatz über seine Leistung und die sieben Treffer. Nur einen Fehlwurf hatte sich der 17-jährige Sohn von Ex-Nationalspieler Jochen Fraatz (53), Linksaußen bei TUSEM Essen und am Ende seine Karriere bei der HSG Nordhorn, gezählt. „Es war ein Spiel, bei dem alles lief. Dann konnte man am Ende noch Würfe nehmen, die man sonst vielleicht nicht nimmt.“ Für den Youngster sein bestes Spiel für die HSG Nordhorn-Lingen in der 2. Bundesliga.

Buhrmester als Siebenmeterkiller

Beide Teams leisteten sich in der Anfangsphase zahlreiche Ballverluste. Nach dem 1:1-Ausgleich von Ferndorfs Franzosen Michelin Celestin zog die HSG auf 8:3 davon, auch weil Torwart Björn Buhrmester bereits in dieser Phase unter anderem zwei Siebenmeter abwehrte. Alleine sechsmal traf Patrick Miedema, doch die Gäste verkürzten durch einen 5:1-Lauf in den letzten acht Minuten der ersten Hälfte auf 9:8.

Ferndorf schlägt zurück

Vier Minuten nach der Pause war die Partie wieder vollkommen ausgeglichen. Ferndorfs Volentics erzielte nach einem Gegenstoß den Treffer zum 10:10. In der 39. Minute sorgte derselbe Spieler sogar für die erste Führung der Gäste. „Wir wollen euch kämpfen sehen“, hallte es kurzzeitig von den Rängen. Per Siebenmeter erhöhte Volentics auf 13:15 aus Sicht der HSG. Die Begegnung drohte zu kippen. Aber durch sechs Tore in Folge erarbeitete sich das Zwei-Städte-Team wieder einen deutlichen 19:15-Vorsprung (48.). Zeit zum Zurücklehnen blieb jedoch nicht, weil Volentics traf und traf. Bis zum Schluss blieb es dramatisch.

Wilmsen im Mittelblock

Die ersatzgeschwächten Gastgeber mussten neben Nicky Verjans, Frank Schumann und Lutz Heiny auch auf Asbjörn Madsen verzichten, den eine Schulterverletzung plagt. Der bereits zurückgetretene Stephan Wilmsen half erneut im Mittelbock aus, während Nils Meyer nicht im Kader stand.

Rettungsboxen

Begleitet wurde das Spiel erneut von einigen Aktionen, die helfen sollen, die vorhandene Etatlücke von 160.000 Euro zu stopfen. Nach dem Schlusspfiff hielten einige HSG-Sponsoren auf dem Spielfeld demonstrativ Schecks in die Höhe, die allerdings keine Summe zeigten, sondern nur den Namen des Sponsors. Während der Partie konnten die Fans in aufgestellte „Rettungsboxen“ Geld werfen. Auf Wunsch engagierter Anhänger waren die fünf Boxen aufgestellt worden. In der Halbzeitpause lief Verjans mit einer Box über das Spielfeld und nahm einige Spenden entgegen. Thomas Lüdtke vom Businessteam verkaufte Schals und Trikots der HSG. Das gespendete Geld wird auf ein extra eingerichtetes Treuhandkonto eingezahlt, die Grafschafter Volksbank kündigte an, den Gesamtbetrag zu verdoppeln. Zudem kann jeder Handball-Interessierte ab sofort auf das Spendenkonto einzahlen (IBAN DE49280699561112357500).


HSG - Ferndorf 27:24 (9:8)

HSG Nordhorn-Lingen: Kaleun (0 Paraden, bei einem 7m), Buhrmester (16/6 Paraden); Wilmsen, Mickal (3), Miedema (8), Fraatz (7), Poll, Rooba (n.e.), Terwolbeck (2), de Boer (4), Bergmann (n.e.), Wiese (1), Seidel (2/1).

TuS Ferndorf: Rottschaefer (12 Paraden), Puhl (n.e.); John (n.e.), Stojcevski, Celestin (4), Bettig, Neuteboom (3), Heyme (1), Volentics (13/4), Schneider, Barwitzki, Kastening (3/1), Mestrum, Sartisson.

Siebenmeter: 1/2 (Mickal 15. wirft an die Latte) – 5/11 (Kastening 6., 20., Volentics 43., 54., 57. und Neuteboom 44. scheitern an Buhrmester).

Zeitstrafen:  10 Min. (Miedema 28.; Poll 29.; Wilmsen 39., 59.; Mickal 58.) / 10 Min. (Schneider 3.; Celestin 30., 43.; Kastening 40.; Mestrum 46.).

Zuschauer: 2283 im Euregium in Nordhorn.

Schiedsrichter: Alan Schaban / Matthes Westphal.

Beste Spieler: Buhrmester, Miedema, Fraatz / Volentics, Rottschaefer.

Spielfilm: 2:1 (5.), 4:2 (10.), 4:3 (15.), 7:3 (20.), 9:4 (25.), 9:8 (Hz.), 11:11 (35.), 14:15 (40.), 16:15 (45.), 20:16 (50.), 21:20 (55.), 27:24 (En.).

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