Große Kulisse gegen Konstanz Nordhorn-Lingen: Die Mannschaft gibt 100 Prozent

Von Uli Mentrup

So haben sich die Zuschauerzahlen entwickelt, seitdem es den Doppelspielort Nordhorn/Lingen gibt. Weil sich die Zahl der Besucher in den letzten Heimspielen traditionell erhöht, wird der Schnitt in dieser Saison wahrscheinlich noch steigen. Foto: Werner Scholz/Grafik: Heiner WittwerSo haben sich die Zuschauerzahlen entwickelt, seitdem es den Doppelspielort Nordhorn/Lingen gibt. Weil sich die Zahl der Besucher in den letzten Heimspielen traditionell erhöht, wird der Schnitt in dieser Saison wahrscheinlich noch steigen. Foto: Werner Scholz/Grafik: Heiner Wittwer 

Lingen. „Wir machen weiter unseren Job“, stellt Trainer Heiner Bültmann vor dem Heimspiel der HSG Nordhorn-Lingen am Samstag um 19.30 Uhr in der Emslandarena gegen HSG Konstanz fest. Seit Donnerstag ist bekannt, dass dem Handball-Zweitligisten 160 000 Euro zur Deckung des aktuellen Etats fehlen.

Die Mannschaft hat nach Bültmanns Einschätzung gefasst auf die Nachricht reagiert. Sie war am Dienstagabend vorab informiert worden. Danach sowie vor und nach den Einheiten am Mittwoch sorgte die ungewisse Situation bei den Spielern natürlich für Gesprächsstoff. „Aber nicht beim Training“, betont der Coach. „Wir geben weiter 100 Prozent, auch wenn die Situation nicht leicht ist.“

Besonderer Blickwinkel

Die Partie gegen Aufsteiger Konstanz steht unter einem besonderen Blickwinkel. Auch wenn die Zuschauerzahlen insgesamt rückläufig sind, wird eine große Kulisse erwartet. Es gibt nur noch wenige Sitz-, aber noch reichlich Stehplätze. In der Serie 2014/15 kamen im Schnitt 2215 Zuschauer zu den Heimspielen in der Emslandarena (2718) und im Euregium (1762). 2015/16 waren es 2097 (2356/1629), aktuell 1820 (2112/1568), aber die Zahl wird nach HSG-Einschätzung über die 2000-er-Marke klettern. Dass die durchschnittlichen Zuschauerzahlen in der Emslandarena zunächst höher waren als heute, sei der Anfangseuphorie geschuldet, erklärte HSG-Geschäftsführer Gerhard Blömers. „Es war zu erwarten, dass das Niveau nicht dauerhaft zu halten ist. Aber wir sind auf einer stabilen Ebene gelandet.“ Die öffentliche Wahrnehmung sei positiv, eine Fankultur im Aufbau. Unter Plan liegen in der laufenden Saison die Sponsoringerlöse, die etwa 70 Prozent des Etats ausmachen.

Krone hofft auf Unterstützung

Auf Unterstützung für das Zwei-Städte-Team setzt Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone. „Die HSG Nordhorn-Lingen steht für Spitzensport und ist als Imageträger ein bedeutender Standortfaktor für die gesamte Region. Daher hoffe ich sehr, dass die benötigten Gelder kurzfristig akquiriert werden können.“ Ein enger Zusammenhalt zwischen den hiesigen Unternehmen und der HSG sei jetzt gefragt. „Ich wünsche mir, dass die Wirtschaft sich ihrer Verantwortung bewusst ist und es uns mit vereinten Kräften gelingt, auch weiterhin spannende Spitzenspiele der HSG Nordhorn-Lingen vor Ort verfolgen zu können“, so Krone. Die Stadt Lingen selbst unterstütze den Klub finanziell im Rahmen des Stadtmarketings.

„Wichtiger Imageträger“

Landrat Reinhard Winters erklärt, die HSG Nordhorn-Lingen sei „unzweifelhaft ein wichtiger Imageträger der Region. „Aber die Unterstützung des Spitzensports geschieht bei uns durch die Förderung des Breitensports, aus der die Talente von morgen erwachsen. Finanzielle Unterstützung für den laufenden Betrieb von Mannschaften, die unter professionellen oder profi-ähnlichen Bedingungen arbeiten, können und werden wir nicht leisten.“ Der Landkreis Emsland sorge mit zielgerichteten Investitionen dafür, dass der Breitensport die notwendige Unterstützung erhalte, sei es durch den Erhalt der hohen Standards bei den Sporteinrichtungen oder die Unterstützung Ehrenamtlicher. „Diese freiwilligen finanziellen Leistungen, die nicht selbstverständlich sind, halten wir für unverzichtbar. Im Bereich der Sportförderung sind für den Kreishaushalt 2017 insgesamt 600 000 Euro – und damit 300 000 Euro mehr als im Vorjahr – eingestellt. Damit sind genügend Haushaltsmittel vorgesehen, um eine fundierte und zielgerichtete Sportarbeit leisten zu können.“

Schumann fehlt weiter

Die HSG will gegen Konstanz Werbung in eigener Sache betreiben. Dabei bleibt die personelle Decke dünn, die sich seit Wochen nicht nur auf die Spiele, sondern auch auf die Vorbereitung im Training auswirkt. Das Comeback von Frank Schumann verzögert sich. Nach der Entfernung einer Platte war sein Gesicht wieder geschwollen. „Er hat einfach Pech“, meint Bültmann. Zudem fallen Nicky Verjans und Lutz Heiny weiter aus. Der Einsatz von Matthias Poll, der über Schmerzen im Knie klagt, bleibt offen. „Aber zum Glück helfen Nils Meyer und Stephan Wilmsen weiter aus“, ist der Coach erleichtert.

HSG will Revanche

Das Zwei-Städte-Team will sich für die 23:24-Niederlage am Bodensee revanchieren. Keine leichte Aufgabe. Konstanz weist nur drei Zähler weniger auf als das Zwei-Städte-Team, hat den TV Hüttenberg in dieser Saison zweimal geschlagen. Dabei kann sich Trainer Daniel Eblen vor allem verlassen auf den starken Torwart Konstantin Poltrum, auf den gefährlichen Rückraumschützen Matthias Riedel (94 Feldtore) sowie Shooter Gregor Thomann (140 Tore). „Die Mannschaft ist gut besetzt“, weiß Bültmann.

„Brauchen Unterstützung“

Kämpferisch hatte sich die HSG zuletzt beim 24:28 beim Derby in Emsdetten stark gezeigt, spielerisch lief es nicht wunschgemäß, im Abschluss haperte es. „Wir brauchen Unterstützung“, betont Bültmann. „Jeder, dem etwas an uns liegt, sollte kommen!“


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