1:3 gegen den BSV Ostbevern Volleyball: SC Spelle geht gegen Mitaufsteiger unter


Spelle. Geht den Drittliga-Volleyballerinnen des SC Spelle-Venhaus etwa schon die Luft aus? Mit einer phasenweise desolaten Vorstellung wurde die Mannschaft von Trainer Michael Spratte vom Mitaufsteiger BSV Ostbevern am Samstagabend zu Hause vorgeführt. Nach der 1:3-Niederlage steckt Spelle im Tabellenkeller fest.

Zumindest einen ausgeglichenen Auftakt sahen die Zuschauer in der Halle am Brink. Dabei schenkten sich die Aufsteiger nichts, zum Teil sehenswerte Ballwechsel kamen zustande. Die Führung wechselte regelmäßig. Dabei verschenkten die Spellerinnen noch leichtfertig ihre Aufschläge. „Wir hatten wieder viel zu viele Eigenfehler in unserem Spiel“, haderte Spratte. „Das ist aber nichts Neues in dieser Saison.“ Zudem biss sich seine Truppe phasenweise die Zähne an der starken Blockarbeit der Ostbeverinnen aus – diese hatte den SC Spelle bereits während der 1:3-Hinspielniederlage zur Verzweiflung gebracht. Als die Gäste mit 13:10 davonzogen, bat Spratte sein Team im Rahmen seines ersten Time-Outs zu sich. Diese Maßnahme verfehlte ihre Wirkung zunächst jedoch, der BSV blieb die gefährlichere Mannschaft. „Das glaube ich jetzt echt nicht“, schimpfte Spratte beim 12:16, das aus einem Speller Fehler resultierte. Zwar gingen beide Teams als Aufsteiger in diese Serie, allerdings agierte der BSV, der als Tabellensechster zum Zehnten Spelle gereist war, in dieser Phase des ersten Satzes routinierter. Die Emsländerinnen verschenkten unter anderem leichtfertig ihre Aufschlagmöglichkeiten. Allerdings ließen sie sich zu keinem Zeitpunkt abschütteln. Beim 21:22 machte der „Hexenkessel“ am Brink seinem Namen wieder alle Ehre. Ronja de Boer glich zum 23:23 aus. 24:23, die Speller Fans standen. Es war seit langer Zeit die erste Führung. Mit 25:23 brachten die Gastgeberinnen Durchgang eins auf den eigenen Kontostand. „Wir haben gut angefangen, aber dann schlichen sich die bekannten Eigenfehler ein“, sagte Spratte.

Satz 2: Spelle bricht auseinander

Eine Kopie des ersten Satzes bot der Start in den zweiten Durchgang. Mit einem Unterschied: Dieses Mal rissen die Spellerinnen die Partie zunächst an sich und hielten Ostbevern auf Abstand. 8:6 – Spratte ballte die Faust. Souverän agierte nun sein Team und zog auf 10:6 davon. In der Folge verfielen die Schwarz-Weißen jedoch in alte Muster und verloren sich in Eigen- und Abstimmungsfehler. Ostbevern glich durch eine 4:0-Serie zum 10:10 aus. Nun brach Spelle auseinander und verlor den Anschluss. „Wir sind nicht in der Lage, über zwei, drei Sätze 100 Prozent zu geben“, zeigte sich Spratte alles andere als zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Mit 17:12 zog Ostbevern davon. Spratte war vollends bedient, gestikulierte wild am Seitenrand und schimpfte wie ein Rohrspatz beim Stand von 14:21. Völlig verdient und ohne merkbare Gegenwehr fuhr Ostbevern den zweiten Satz mit 25:16 ein.

Satz 3: Spratte-Truppe phasenweise desolat

So stabil der Gäste-Block war, so löchrig stellte Spelle den Block auf der anderen Seite. Zwar führte man zwischenzeitlich mit 7:6, die meisten Punkte gab der BSV durch technische Fehler oder Schläge ins Aus ab. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, dass die Ostbeverinnen nur darauf warteten, dass Spelle herankam, damit sie selbst das Tempo wieder anziehen konnten. „Zu-zu“, hallte es aus der Ecke der mitgereisten BSV-Fans. Tatsächlich stellte ihre Mannschaft den teils überforderten Gastgeber mit ihrer starken Blockarbeit vor nahezu unlösbare Aufgaben. Über 12:17, 13:19, 14:20, 16:22 und 17:25 verlor Spelle auch Satz drei. Spelles Anhänger schienen entsetzt.

Satz 4: Leistungssteigerung reicht nicht aus

Ihre Fans gewannen die Speller nach einem verpatzten Start zu Beginn des vierten Satzes beim Stand von 13:12 wieder, lag man doch bereits mit 4:7 zurück. Doch auch dieses Mal ließ sich Ostbevern nicht abschütteln, so drehte das Team von Trainer Dominik Münch mit 16:15 die Partie. Zwar agierte Spelle nun wieder konzentrierter und präsentierte eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zu den vorangegangenen Sätzen, doch Ostbevern gab ihre Führung nicht mehr ab und baute diese auf 21:17 aus. Münch feierte beim Stand von 23:18 bereits mit den eigenen Fans am Seitenrand, sang und hüpfte. Der Sieg war ihm nicht mehr zu nehmen – 25: 19 aus Sicht der Gäste. „Die Tabelle lügt nicht. Es gibt schlagbare Teams, aber gegen die müssen wir volles Rohr geben, um zu gewinnen“, blickte Spratte auf die kommenden Aufgaben mit dem Wissen, dass diese nicht unbedingt lösbarer werden. Im Hintergund saßen seine Spielerinnen bereits mit hängenden Köpfen zusammen. Ein Bild, das schleunigst geändert werden muss. Ansonsten geht es nach nur einem Jahr zurück in die Regionalliga.


SC Spelle-Venhaus - BSV Ostbevern 1:3

(25:23, 16:25, 17:25, 19:25)

SC Spelle-Venhaus: Martina Finke, Maren Kreuzeberg, Annika Gartemann, Jennifer Kulüke, Sarah Feldkämper, Maren Rekers, Julia Laumann, Ronja de Boer, Christiane Witschen, Anna Walke, Eva Bramschulte.

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