3:1 gegen die SG Langenfeld Volleyball: SC Spelle siegt nach Achterbahnfahrt


Spelle. Ein Jubelschrei erfüllte die Halle am Brink. Am Samstagabend um 21.43 Uhr kannten die Anhänger des Volleyball-Drittligisten SC Spelle-Venhaus kein Halten mehr. Ihre Mannschaft hatte gerade den 3:1-Sieg im Keller-Duell gegen das Schlusslicht SG Langenfeld eingefahren.

Einmal tief durchatmen hieß es für Spelles Trainer Michael Spratte. „Der Gegner hat sich zu keiner Zeit aufgegeben“, lobte er die kämpferische Einstellung der SG Langenfeld über die gesamte vier Durchgänge. „Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht.“

Furioser Beginn

Angesichts des ersten Satzes durfte man sich als neutraler Beobachter schon die Frage stellen, wie die Spellerinnen in dieser Saison bis zum Samstagabend nur zwei Siege verbuchen konnte. Vor allem die Defensivarbeit hatte das Prädikat drittligatauglich verdient. Verloren geglaubte Bälle holte sich im letzten Moment Kapitänin Sarah Arning, Libera Martina Finke kontrollierte die hart geschlagenen Bälle der Langenfelderinnen. „Wir waren phasenweise richtig gut“, befand Finke selbst. Für die eigenen Punkte sorgte dann eine Mischung aus eigenen Angriffen und der Nervosität des Tabellenschlusslichtes. Starke Aufschlagserien von Annika Gartemann und Arning brachte die Spratte-Truppe zwischenzeitlich mit 11:2 in Führung. Die Gäste kamen nicht so recht ins Spiel. Spelle hielt Langenfeld auf Abstand. Die wie immer bis unters Dach vollbesetzte Halle am Brink sorgte für die entsprechend elektrisierende Stimmung. Zu keinem Zeitpunkt hatte man das Gefühl, dass den Spellerinnen die Partie aus den Händen gleiten würde. Über 21:11, 22:13, 23:14, 24:16 und letztlich 25:16 ging der erste Satz hochverdient an die Gastgeberinnen.

Desaströser zweiter Satz

Eine mögliche Erklärung auf die bislang magere Punkteausbeute lieferte Spelle dann auf beeindruckende Weise im zweiten Durchgang. Krass Fehler und vermeidbare Fehler prägte das Spiel der Gastgeberinnen. Beim Stand von 4:7 hatte Spratte genug gesehen und eine Auszeit genommen. Zunächst zeigte diese Maßnahme keine Wirkung. Langenfeld zog bis auf 15:9 davon. Das nächste Time-Out, und dieses Mal gestikulierte Spratte eindeutig. Zufrieden sah anders aus. Nichts von dem, was sein Team im ersten Satz zeigte, brachte es nun aufs Parkett. Aufgeregt ging Spratte die Linie auf und ab, die Zuschauer schüttelten ihre Köpfe. „Das kann man nicht erklären“, haderte Spratte mit dem zweiten Satz. Ratlosigkeit machte sich breit. 13:21 stand es mittlerweile. Die eigenen Aufschläge landeten oftmals deutlich im Aus. 14:23. Spelles Angriffe wurden geblockt. 16:24. Die gegnerischen Angaben wurden nicht unter Kontrolle gebracht. 16:25. „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht“, sagte Finke. „Vielleicht war es eine Kopfsache nach dem ersten souveränen Satz.“

Spelles Steigerung

Der dritte Satz ging so weiter, wie der zweite aufgehört hatte: mit Spelles Fehlern. Allerdings ließen sich die Gäste dieses Mal anstecken. Langenfelds Höhenflug erlitt eine Bruchlandung, und die Gastgeberinnen kamen immer besser ins Spiel. Konzentriert erspielte sich der SCSV eine 17:11-Führung. Es sollte der Grundstein für den zweiten Satzsieg sein. Die Mannschaft hatte ihre treuen Fans wieder zurück in das Spiel gebracht – 21:12. Jeder Angriff der Spellerinnen wurde mit einem frenetischen „eins, zwei, drei“ bei jedem Ballkontakt begleitet. Mit 25:17 fanden sie wieder in die Spur.

Luft nach oben

Im vierten Durchgang machte es fast den Anschein, als hätten nun beide Mannschaften ihre Betriebstemperatur erreicht. Mit packenden Ballwechseln und beeindruckenden Rettungstaten zogen die Teams in dem so wichtigen Spiel die Zuschauer in ihren Bann. Die Führung wechselte regelmäßig, eine Partie auf Augenhöhe. 10:10, 11:11, 12:12, 13:13. Die Mannschaften steuerten auf ein Herzschlagfinale hin. Erst beim 15:13 durch Arning setzte sich eine Seite ab – zumindest für eine kurze Zeit: 15:15. Beim 19:17 durch Jennifer Kulüke bebte die Halle, ein ohrenbetäubender Schrei dürfte auch außerhalb der Halle zu hören gewesen sein. Von da an spielten sich die Spellerinnen selbst in einen Rausch. Schnell stand es 23:17, mit dem 25:19 begann die Party. Diese drei Punkte können im Nachgang der Saison eine extreme Wichtigkeit einnehmen. Denn durch diese hält man einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf auf Abstand und verschafft sich selbst ein wenig Luft. Apropos Luft: „Da ist noch sicherlich Luft nach oben“, bilanzierte Finke mit Blick auf einige Unkonzentriertheiten.


SC Spelle-Venhaus – SG Langenfeld 3:1

(25:16, 16:25, 25:17, 25:19)

SC Spelle-Venhaus: Eva Bramschulte, Sarah Feldkämper, Anna Walke, Annika Gartemann, Ronja de Boer, Martina Finke, Maren Rekers, Christiane Witschen, Jennifer Kulüke, Maren Kreuzeberg, Luisa Berger, Andrea Höger.

0 Kommentare