Studium und Training in Hannover Leichtathletik: Jasmin Wulf geht neue sportliche Wege

Arbeiteten neun Jahre erfolgreich zusammen: Jasmin Wulf und Reinhard Frericks vom VfL Lingen. Foto: Carsten NitzeArbeiteten neun Jahre erfolgreich zusammen: Jasmin Wulf und Reinhard Frericks vom VfL Lingen. Foto: Carsten Nitze

Lingen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet sich Leichtathletin Jasmin Wulf vom VfL Lingen dieser Tage von ihrer Familie, Verwandten und Freunden, aber auch von ihrer Trainingsgruppe und vor allem von Trainer Reinhard Frericks.

Die Sprinterin beginnt ab dem Wintersemester ihr Studium der Rechtswissenschaften an der Leibnitz Universität in Hannover und wird zukünftig am dortigen Sportleistungszentrum von Landestrainer Björn Sterzel trainiert.

Neustart nach neun Jahren

Neun Jahre währte die Zusammenarbeit von Wulf und Frericks, die nicht nur sprichwörtlich bei null begann. Als sich die damals Zehnjährige den Lingener Leichtathleten anschloss, war Frericks gerade einmal ein knappes Jahr beim VfL. „Eigentlich wollte ich nur Georg Finke aushelfen, der die Trainingsgruppe meines Sohnes leitete“, erinnert er sich. Der Spaß am Sport und höchstens die Teilnahme der Nachwuchsathleten an kleineren Meisterschaften stand für ihn im Vordergrund.

Talent schnell erkennbar

Mit Wulf sollte sich dieses aber schnell ändern. „Man sah ihr das Talent einfach an, sie bewegte sich anders, sprang anders und alles mit einer Leichtigkeit“, ist der Lingener noch heute begeistert: „Damals wusste ich einfach das ich sie begleiten muss.“ Wie groß dieser Aufwand werden würde, konnte er zum damaligen Zeitpunkt allerdings noch nicht abschätzen. Als Wulf die ersten Siege und Kreisrekorde erzielte, machte Frericks seinen Trainerschein, besuchte Fortbildungen, nahm Kontakt zu den Kadertrainern in Hannover auf und engagierte sich im frisch gegründeten EL Kader.

Zwischen Sprint und Sprung

Uneins waren sich die beiden Lingener lediglich bei der Disziplinwahl. Während Wulf immer Sprinterin werden wollte , baute Frericks vor allem auf ihr enormes Sprungtalent. Bereits mit elf Jahren erzielte sie im Weitsprung persönliche Bestleistungen jenseits der fünf Meter Marke und hält bis heute den Kreisrekord von 5,17 Meter in der Altersklasse W12. Doch Wulf setzte sich durch und qualifizierte sich im Sommer 2012 über 100 Meter erstmalig für die Deutschen Jugend Meisterschaften. So rückte der Sprung, ganz zum Leidwesen des Trainers, nach und nach in den Hintergrund.

Drei Jahre später erlebten Beide ihre erfolgreichste Saison. Nach Niedersachsen- und Norddeutschen Sprinttiteln erreichte Wulf bei den Deutschen Jugend Meisterschaften in Jena den vierten Platz über 100 Meter und den sechsten Platz über 200 Meter.

Abschied fällt schwer

„Ich hätte nie gedacht, dass mir das Ganze am Ende dann doch so nah geht“, fällt auch Frericks der Abschied sichtlich schwer. Dennoch freut er sich besonders das „seine Sprinterin“ ihren sportlichen Werdegang zukünftig in die Hände von Landestrainer Björn Sterzel legt: „Wir arbeiten schon lange mit ihm zusammen, das er zukünftig Jasmin betreut war mein größter Wunsch.“

Dank an Frericks

„Durch Reinhard bin ich sportlich, aber auch menschlich groß geworden“ ergänzt die schnelle Emsländerin, die auch in der Landeshauptstadt für den VfL Lingen starten wird und zumindest in den Semesterferien mit Frericks im Lingener Emslandstadion trainieren will.


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