Etwa 100.000 Euro günstiger KSB Emsland spart viel Geld beim Kunstrasenplatz


Mit einem Fallschirmsprung ist am Sonntagmorgen der neue Kunstrasenplatz des Kreissportbundes (KSB) Emsland offiziell eröffnet worden. Wie KSB-Geschäftsführer Günter Klene erklärte, wurde für die Anlage deutlich weniger Geld ausgegeben als zuvor berechnet. Es handelt sich um den ersten Kunstrasenplatz im nördlichen Emsland.

Der ehemalige Turnweltmeister und Bronzemedaillengewinner von 1976, Eberhard Gienger, und der emsländische Europaabgeordnete Jens Grieseke landeten nach ihrem Tandemsprung gegen 10.30 Uhr auf den vier Zentimeter langen Kunststoffhalmen.

Nach Ausschreibung und Vergabe waren die Kosten auf genau 695.000,98 Euro taxiert worden. Tatsächlich wird der Platz am Ende zwischen 595.000 und 600.000 Euro verschlingen. „Wir haben natürlich noch nicht die Endrechnung vorliegen, aber das wird in den nächsten Wochen passieren“, erklärt Klene. Klar ist, dass der Platz zwischen 95.000 und 100.000 Euro günstiger sein wird als gedacht, was nicht dem KSB, sondern den Förderern zu Gute kommen werde, erklärt Klene. Sie waren zum Teil prozentual an den Kosten beteiligt. Als Grund für die Einsparungen führt Klene unter anderem die bereits vorhandene Infrastruktur an. „Und wir hatten das Glück, in der nahezu schlechten Jahreszeit auszuschreiben.“ Das sei wahrscheinlich ein großer Vorteil und habe zu günstigeren Angeboten geführt.

Ambitionierter Zeitplan

Keine drei Monate dauerte der Bau des Sögeler Kunstrasenplatzes. Am 23. Mai waren die ersten Bagger angerollt, am 12. August erfolgte die Bauabnahme und zwei Tage später die Eröffnung. „Wir hatten einen sehr ambitionierten Zeitplan“, sagt Klene mit Blick auf den Tag des Sports, dessen Termin nicht verhandelbar war. Ein zwischenzeitlicher heftiger Regen habe die Baustelle auch mal liegen lassen, habe aber für keine spätere Fertigstellung gesorgt.

Neue Zielgruppen

Alle Vereine aus dem Landkreis sollen die Möglichkeit haben, auf den Platz zurückzugreifen. Dem KSB, so Klene, sei es wichtig, durch den Platz die bisherigen Zielgruppen zu binden. „Aber uns war es auch wichtig, mit dem Kunstrasenplatz neue Zielgruppen ansprechen zu können.“ Zum Beispiel könnten künftig Fußballvereine Trainingslager in Sögel absolvieren, aber auch die ältere Generation könnten mit neuen Sportarten angesprochen werden.

„Sehr ehrgeiziges Projekt“

Das Geld für das laut Klene „sehr ehrgeizige Projekt“ kommt vom Landkreis Emsland, dem Landessportbund Niedersachsen, aus LEADER-Mitteln, der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Hümmling, der LAG Hasetal, LAG Moor ohne Grenzen, LAG Südliches Emsland, der Gemeinde und der Samtgemeinde Sögel, der Firma Weidemark und vom NFV-Kreis Emsland.

Schule in der Nähe

Mehrere Plätze standen anfangs zur Auswahl, es sollte aber einer in unmittelbarer Nähe zur Sportschule sein. Man entschied sich für den Platz an der Schlaunallee in unmittelbarer Nähe zur KSB-Geschäftsstelle, weil das dortige Gelände langfristig gepachtet ist und Flutlicht, Tartanbahn, Weitsprunganlagen sowie Duschen und Umkleiden bereits direkt vor Ort sind. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich auch die Schule.

Konkurrenzfähig bleiben

2014 war beim KSB Emsland die Idee entstanden, einen Kunstrasenplatz zu errichten. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die ersten Gespräche geführt. „Wir haben gesagt, einerseits müssen wir als Sportschule natürlich gegenüber anderen Mitbewerbern konkurrenzfähig sein. Aber unsere Idee war auch, dass wir einen Kunstrasenplatz für das gesamte Emsland schaffen.“ Nachdem der emsländische Kreistag entschieden hatte, in Kommunen mit mehr als 30000 Einwohnern wie Papenburg, Meppen und Lingen auch zwei Plätze fördern zu wollen, ergriffen die KSB-Macher die Initiative.

Erster Platz im Norden

Im mittleren und südlichen Emsland gibt es bereits Kunstrasenplätze. Der erste Kunstrasenplatz wurde 2010 beim SC Spelle-Venhaus eröffnet, beim SV Meppen 2011 der zweite. Beim TuS Lingen erfolgte 2015 die Inbetriebnahme. Am 28. August weiht der SV Concordia Emsbüren seinen Platz ein. Auch die neue Sportanlage des SV Union Meppen an der Versener Straße soll Kunstrasen bekommen.


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