Huckenbeck vom Pech verfolgt Doppelweltmeister de Jong triumphiert in Werlte

Von Helmut Diers


Werlte. Nur ein einziges Mal steigt der 23-jährige Speedway-Profi Kai Huckenbeck, Eigengewächs des MSC „Hümmling“ Werlte, in diesem Jahr auf eine Langbahnmaschine. Das war Samstag beim 46. Internationalen ADAC Flutlicht-Sandbahnrennen des Werlter Motorsportclubs. Er hatte Pech. Der niederländische Doppelweltmeister Jannick de Jong triumphierte.

Der gelernte Zweiradmechaniker, der in Werlte das Abc des Speedway- und Langbahnsports erlernte, konnte dieses Mal nicht an den Erfolg des letzten Jahres an gleicher Stelle, als er beim WM-Challenge den Sieg davontrug, anknüpfen. Huckenbeck hatte eine Woche zuvor in Güstrow mit einer Wildcard im ersten Lauf zur Speedway-Europameisterschaft mit einem sensationellen dritten Rang die Fachwelt erstaunt und sich wenige Tage später in England bei einem Rennen seines Ligaclubs Kingslynn bei einem Sturz schmerzhafte Prellungen zugezogen,

Huckenbeck lobt Schrauber

Trübsal blies der Werlter nicht. „Ich will unfallfrei durchkommen. Schön wäre es, wenn ich am Ende aufs Treppchen darf“, lobte Huckenbeck seine Mechaniker Uwe Schierloh und Jens Rücken. „Meine Schrauber haben gute Arbeit geleistet“, sagte er nach dem freien Training vor rund 3200 Zuschauern. Auf das Startbandtraining verzichtete er. „Ich kenne jedes Mauseloch auf der Bahn, die heute tiefer ist als vor zwei Tagen beim Training. Mir als Speedwayspezialisten sind glatte und harte Bahnen lieber.“

Niederländer ganz vorn

Auf den Lauf zum Bahnrekord verzichtete Huckenbeck, den Sieg überließ er dem Doppelweltmeister Jannick de Jong aus den Niederlanden. Ein Favorit auf den Gesamtsieg des Tages stand für Huckenbeck schon vor dem offiziellen Start fest – Jannick de Jong. Das Werlter Eigengewächs sollte Recht behalten. Der Niederländer siegte mit 24 Punkten vor Stephan Katt (Deutschland/20), Dirk Fabriek (Niederlande/19), Jörg Tebbe (MSC Dohren/16). Die Werlter Matthias Kröger (11) und Bernd Diener (9) fuhren auf die Plätze 6 und 7. Huckenbeck schaffte nach gutem Auftakt sieben Punkte und musste sich mit Rang 9 zufriedengeben. In seinem zweiten Vorlauf klebte Huckenbeck das Pech am Renncombi. In Führung liegend stürzte er, blieb unverletzt, aber auch ohne Punkte. Im dritten Vorlauf musste er in der Startkurve dem gestürzten Bernd Diener ausweichen – da wären sonst mehr als zwei Laufpunkte möglich gewesen. „Ich sehe Jannick de Jong jetzt ganz eindeutig vorn“, so Huckenbeck. Und wie de Jong am Ende vorn stand: Bahnrekord gewonnen, Gesamtsieg und Sieger im DEKA-Handicap-Finale, in dem die besten drei B-Lizenz-Fahrer mit 30 Meter Vorgabe über fünf Runden gegen die vier besten A-Lizenzfahrer antreten.

Sonntag ein Ligarennen

Bei der Siegerehrung war Huckenbeck bereits eine Stunde mit seiner Crew und den Maschinen in das rund 800 Kilometer entfernte bayrische Olching unterwegs. Dort stand für den Speedwayspezialisten aus dem Emsland ein Ligarennen der 2. Speedway-Bundesliga auf dem Programm. Am Dienstag tritt er im Speedway-Team-Weltcup gemeinsam mit Tobias Kroner (Dohren, Martin Smolinski und Michael Härtel in Schweden für Deutschland an.


Ergebnisse

46. Int. ADAC Flutlicht-Sandbahnrennen auf dem Hümmling-Ring in Werlte

Internationale A-Lizenz Solo 500 ccm: 1. Jannick de Jong, Niederlande, 24 Pkt.; 2. Stephan Katt, Deutschland, 20; 3. Dirk Fabriek, Niederlande, 19 4. Jörg Tebbe, MSC Dohren, 16; 6. Matthias Kröger, MSC Werlte, 11; 7. Bernd Diener, MSC Werlte, 9; 9. Kai Huckenbeck, MSC Werlte, 7.

Nat.B-Lizenz Solo 500 ccm: 1. Marcel Sebastian, DMSC Bielefeld, 21 Pkt.; 2. Fabian Wachs, MSC Werlte, 19; 3. Jens Buchberger, MF Niederelbe, 17 12. Kevin Teager, MSC Werlte, 4.

Junioren B-125 ccm: 1.Kevin Lück, MSC Cloppenburg, 14 Pkt.; 2. Tom Finger, MSC Moorwinkelsdamm, 12; 3. Fabian Heinemann, MSC Werlte, 7

Junioren C-250 ccm: 1. Niels-Oliver Wessel, MSC Schwarme, 12 Pkt.; 2. Finn Loheider, AMG Osnabrück, 8; 3. Timo Wachs, MSC Werlte, 4.

Int. A-Lizenz Seitenwagen: 1. Mitch Godden/Paul Smith, England, 14 Pkt.; 2. Matthias Motk/Sonja End, Deutschland, 12; 3. Karl Keil/David Kersten, Deutschland, 8.

DEKA Handicap-Superfinale: 1. Jannick de Jong, Niederlande; 2. Jens Buchberger, MF Niederelbe; 3. Dirk Fabriek, Niederlande; 5. Jörg Tebbe, MSC Dohren; 7. Fabian Wachs, MSC Werlte.

Bahnrekord: 1. Jannick de Jong, Niederlande, 102,51 km/h; 2. Bernd Diener, MSC Werlte, 101,02; 3. Romano Hummel, Niederlande, 100,70.

Der Bahnrekord wird gehalten von Gerd Riss, Deutschland, mit 106,64 km/h.

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