Nahaufnahme Heijnen ist der Ritter im Orden des niederländischen Löwen

Von Georg Bruns

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Tonnie Heijnen war bereits drei Mal bei den Paralympischen Spielen aktiv. Foto: Georg BrunsTonnie Heijnen war bereits drei Mal bei den Paralympischen Spielen aktiv. Foto: Georg Bruns

Meppen. Vor einem Jahr ist der in Emmen lebende 49-jährige Niederländer Tonnie Heijnen vom Tischtennis-Oberligisten Arminia Ochtrup zum Landesligisten Union Meppen gewechselt. Dort war der Sportler maßgeblich an der Vizemeisterschaft beteiligt.

Ursprünglich war er ein Fußballer, bis er durch eine schwere Verletzung gestoppt wurde. Erst mit 20 Jahren wurde er durch Freunde „heiß gemacht auf Tischtennis“. In den ersten zehn Jahren war er im neuen Umfeld mehr oder weniger Autodidakt und hat hart an sich gearbeitet. Weil er immer größere Anforderungen an sich stellte, wechselte er mehrfach zu qualitativ besseren Klubs. Nach sechs Jahren war er bereits in der zweithöchsten Liga der Niederlande angekommen.

Schwerer Unfall verändert Leben

Dann gab es in seiner Biografie einen eklatanten Einschnitt: Nach einem schweren Unfall 2002 auf der Autobahn in Tschechien wurde ihm in einem Prager Krankenhaus das rechte Bein unterhalb des Knies amputiert. Doch so paradox es klingt, danach veränderte sich sein Leben positiv – sowohl beruflich als auch sportlich. Er hat einen Arbeitsvertrag bei der niederländischen Kriminalpolizei bekommen, ist aber 20 Wochenstunden für den Sport freigestellt. Mit Tischtennis aufzuhören ist ihm auch in den Schicksalsstunden nicht einmal ansatzweise in den Sinn gekommen. Er sagt dazu, er sei „Sportmensch“ durch und durch.

Gold bei den Paralympics

Der Landestrainer hat ihm geholfen, seine Spielweise umzustellen. Er agiert jetzt näher am Tisch und kann so den Ball besser „töten“. Als seine Stärken im Spiel nennt er den Aufschlag und viele Spinvarianten. Die Berufung in die niederländische Behinderten-Nationalmannschaft war für Heijnen ein Schritt in die internationale Karriere. Bislang hat er dreimal an den Paralympics teilgenommen und 2004 mit dem Team in einer „Gänsehaut-Atmosphäre“ die Goldmedaille gewonnen. Bedeutend waren auch die Mannschaftstitel bei der EM 2007 und der WM 2010.

Ritterschlag durch Königin

Eine besondere Wertschätzung war für ihn der Ritterschlag durch die damalige Königin Beatrix. Er sagt von sich: „Ich bin Ritter der order der oranje lowen“. Auch der verstorbene Showmaster Rudi Carrel gehörte dem Orden des niederländischen Löwen an.

„Wille wichtiger als Talent“

Heijnen ist nach wie vor „geil auf Tischtennis“, für diesen Sport darf man ihn sogar nachts wecken. Mit Union Meppen möchte er auch künftig viel Spaß haben und den größtmöglichen Erfolg erreichen. Sport empfiehlt er jungen Menschen, weil „er soziale Kontakte schafft und ideal ist für Körper und Geist. Dabei ist der Wille wichtiger als das Talent.“


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