Vorverkaufstart am 28. April Borussia Mönchengladbach spielt am 20. Mai in Spelle

Von Dieter Kremer

Star der Gladbacher: der Brasilianer Raffael (Mitte, Foto vom Hannover-Spiel) und Co. kommen nach Spelle. Foto: ImagoStar der Gladbacher: der Brasilianer Raffael (Mitte, Foto vom Hannover-Spiel) und Co. kommen nach Spelle. Foto: Imago

Der SC Spelle-Venhaus feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag und lädt sich dazu prominente Gäste ein: Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach läuft 70 Jahre nach der Gründung des SCSV beim Oberligisten auf.

Knapp eine Woche nach dem Saisonende in der Bundesliga und sechs Jahre nach dem letzten Auftritt im Emsland, als sie beim TuS Lingen (feierte seinen 100. Geburtstag) mit 7:0 gewann , galoppiert die Fohlenelf wieder in der Region. Die Partie findet am 20. Mai um 19 Uhr im Getränke-Hoffmann-Stadion statt. Eine Woche nach dem letzten Bundesligaspieltag, an dem die Elf von André Schubert beim SV Darmstadt antritt.

Nur Stehplätze im Angebot

Der Kartenvorverkauf für den Gladbach-Auftritt startet am 28. April in den Vorverkaufsstellen der Getränke-Hoffmann-Märkte in Spelle, Lingen, Meppen, Ibbenbüren, Osnabrück, Rheine, Emsdetten, Nordhorn und Gronau. An der Tageskasse kosten die Tickets 12 Euro, im Vorverkauf 11 Euro. Dabei handelt es sich ausschließlich um Stehplatzkarten. Weil es nur eine begrenzte Anzahl an Tribünenplätzen gibt, werden keine Sitzplatzkarten verkauft.

Ziel sind 4000 Zuschauer

Mit maximal 4000 Zuschauern rechnet der SC Spelle-Venhaus. Ansonsten käme man in den Bereich einer Großveranstaltung, was noch mehr organisatorischen Aufwand bedeuten würde, erklärt Fußballobmann Jürgen Wesenberg, der selbst Gladbach-Fan ist. „Wir versuchen, zwischen 3000 und 4000 Karten abzusetzen. Ich glaube, das werden wir auch hinkriegen.“ Denn in der Region gebe es zahlreiche Gladbach-Fanklubs, zum Beispiel in Lünne, Wettringen und Rheine. „Deswegen sind wir positiv gestimmt, dass wir das Kartenkontingent ausschöpfen“, so Wesenberg.

Geschenk an den Trainer

Seit dem letzten Jahr befinden sich die Vertreter der beiden Vereine im Austausch. Über Bernard Krone, geschäftsführender Gesellschafter der Krone Gruppe, entstand der Kontakt, den Wesenberg im Laufe der letzten Wochen und Monate intensivierte. Nach einem zähen Ringen einigten sich die Speller mit Gladbach auf einen Termin. „Eigentlich war schon im Dezember/Januar klar, dass das funktioniert“, berichtet Wesenberg. Aber die Deutsche Fußball-Liga (DFL) habe Ansprüche angemeldet und Gladbach zwecks Vermarktung der Bundesliga nach Pfingsten in die Schweiz geschickt. Dort absolviert die Borussia von Dienstag bis Donnerstag eine Promotionstour und fliegt am Freitag von Zürich zurück nach Düsseldorf und steigt dort in den Bus steigen, der gegen 16 Uhr in Spelle erwartet wird.

Erstmals Bundesligist in Spelle

Es ist das erste Mal, dass Bundesligafußballer in Spelle spielen. Bislang fanden dort „nur“ Partien von Juniorennationalmannschaften statt. Lediglich die Frauen des VfL Wolfsburg haben an der Venhauser Straße im August 2013 ein Freundschaftsspiel gegen den Zweitligisten SV Meppen absolviert. „Wir haben immer mal wieder darüber gesprochen, einen Bundesligisten nach Spelle zu holen“, berichtet Wesenberg über das Zustandekommen des Spiels. Intention der Verantwortlichen sei es, Trainer Siggi Wolters und der Mannschaft aber auch dem Verein ein solches Highlight zu bieten, betont Wesenberg. Zur Erinnerung: Wolters hört am Saisonende nach fünf Jahren auf als Spelle-Trainer.

Ohne EM-Fahrer

Die beiden Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka und Yann Sommer werden wahrscheinlich nicht in Spelle auflaufen. Sie treffen sich bereits am 22. Mai in Zürich mit der Nationalmannschaft, um sich auf die EM in Frankreich vorzubereiten. „Ich habe die mündliche Zusage, dass Gladbach mit dem Tross, mit sie in die Schweiz fliegen, geschlossen nach Spelle fährt“, hofft Wesenberg.

Zwei Tage später Saisonfinale

Zwei Tage nach der Gladbach-Partie müssen die Speller zu ihrem letzten Saisonspiel auf eigenem Platz gegen den Heeslinger SC antreten. „Ich hoffe, dass wir dann nicht mehr unbedingt um Punkte kämpfen müssen“, so Wesenberg. Das sei Grundvoraussetzung. Wenn das nicht so sein sollte, müsse man sich in irgendeiner Form etwas einfallen lassen. „Aber wir haben jetzt noch ein paar Spiele bis dahin. Dann sollte alles in Sack und Tüten sein.“ Das Risiko müsse man jetzt einfach eingehen. „So eine Gelegenheit findet sich ja nicht alle Tage. Das muss man natürlich auch sagen.“ Aber selbst wenn Spelle den Klassenerhalt zu diesem Zeitpunkt bereits gepackt hat, könnte es für Heeslingen theoretisch noch um eine Menge gehen.


In folgenden Getränke-Hoffmann-Märkten gibt es Tickets im Vorverkauf:

48480 Spelle, Ringstraße 48

49808 Lingen, Meppener Straße 127

49716 Meppen, Lingener Straße 73

49477 Ibbenbüren, Werthmühlenstraße 49

49084 Osnabrück, Hannoversche Straße 57

49088 Osnabrück, Bramscher Straße 159

48431 Rheine, Neuenkirchener Straße 128

48282 Emsdetten, Grevener Damm 182

48529 Nordhorn, Westfalenstraße 13

48599 Gronau, Siemensstraße2

Realistisch ist für Borussia Mönchengladbach am Saisonende noch alles drin: Champions-League, Europa League oder das Verpassen des Europapokals.

Die Gladbacher waren zuletzt im Mai 2010 im Emsland. Anlass war der 100. Geburtstag des TuS Lingen. Vor offiziell 3000 Zuschauern siegten die Fohlen nach Treffern von Dante (22.), Fabian Bäcker (55./61./67.), Roel Brouwers (56.) und Elias Kachunga (64./90.) mit 7:0 (1:0). Gladbach-Trainer war Michael Frontzeck, während die damals in der Bezirksoberliga spielenden Lingener von Milan Lazic betreut wurden.

Nach dem 7:0 in Lingen stieg der der fünffache deutsche Meister und zweifache UEFA-Pokalsieger im Hotel „Aselager Mühle“ ab, um dort ein Trainingslager abzuhalten.

Auch der SV Meppen hat sich Gladbach einst als Geburtstagsgast eingeladen. Am 3. Mai 1972 bildete das Duell den Höhepunkt der 60-Jahr-Feier. Vor 10.000 Zuschauern gelang Gerd Sand die frühe Meppener Führung. Doch Jupp Heynckes, Ulrik le Fevre und Co. überrannten die Emsländer und siegten am Ende mit 5:1. Trainer Hennes Weisweiler hatte Berti Vogts und Günter Netzer zu Hause gelassen.

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