Ehemaliger Handball-Nationalspieler Handballlegende Hansi Schmidt zu Gast in Lingen

Von Helmut Diers

Hjalmar Sauer und Hans-Günther Schmidt. Foto: Helmut DiersHjalmar Sauer und Hans-Günther Schmidt. Foto: Helmut Diers

Lingen. Eigentlich war der 73-jährige Hans-Günther Schmidt nur aus dem bergischen Land in die Handballhochburg Lingen-Nordhorn gekommen, um als Überraschungsgast seinem Freund und ehemaligen Mannschaftskameraden Hjalmar Sauer zum 75. Geburtstag zu gratulieren. Doch in der Folge gerieten die Gummersbacher Handballlegende Schmidt und sein Freund ins Schwärmen – über die alten Zeiten und über die HSG Nordhorn-Lingen.

„Ich gehe zwar nur selten hin, spielte selbst mal eine Zeit bei den alten Herren des HC Lingen. Heute ist mir beim Handballspiel zu viel Lärm drum herum“, sagte Sauer. „Im Laufe der Jahre verliert man das ganz große Interesse an dem Sport“. Das war auch schon mal anders, denn Schmidt und Sauer waren in ihrem Geburtsland Rumänien im wahrsten Sinne des Wortes Handballversessene. Gemeinsam gewannen sie dort mit Poli Temeswar die rumänische Schülerlandesmeisterschaft und wuchsen zu A-Nationalspielern heran.

Sauer hörte wegen Schulterverletzung auf

Sauer kam in Rumänien zu sechs Länderspielen, absolvierte ein Ingenieursstudium und setzte sich zur Jahreswende 1969/70 als 28-jähriger Chemiestudent von seiner Mannschaft ab, promovierte in Erlangen, hörte wegen einer Schulterverletzung ganz mit dem Handballspiel auf und verbrachte sein Berufsleben in Salzbergen und Lingen. Zu dieser Zeit hatte Schmidt schon längst in Deutschland Fuß gefasst. Schmidt, der wie Sauer der deutschsprachigen Minderheit der Banater Schwaben in Rumänien entstammt, war bereits 1963 nach einem Turnier mit der rumänischen Junioren-Nationalmannschaft in Deutschland nicht wieder nach Rumänien zurückgekehrt.

Schmidt und Gummersbach im internationalem Wettbwerb

„Ich hatte in Rumänien eine unglaublich gute handballerische Ausbildung genossen“, sagte Schmidt, der eigentlich Leichtathlet werden wollte und es im Kugelstoßen sogar zum rumänischen Schülerlandesmeisterschaft brachte. Von 1964 bis 1976 führte Schmidt den VfL Gummersbach im internationalen Handball zu großer Blüte. „Ich war Gummersbacher durch und durch, aber Handball war nicht alles für mich“.

Lehrer aus Leidenschaft

Nie hat Schmidt sein Ziel Lehrer zu werden aus den Augen verloren. Neben dem Handball studierte er Sport, Geschichte und Mathematik für das Lehramt an Hauptschulen und war bis zu seiner Pensionierung Lehrer mit Leib und Seele. Wer mit Hansi Schmidt spricht, der glaubt das sofort. Seine Aussage lässt keine andere Auffassung zu. In Gummersbach und in der bundesdeutschen Nationalmannschaft entpuppte sich Schmidt als Schrecken aller Torhüter. Seine wuchtigen, verzögerten Sprungwürfe aus dem Rückraum über die gegnerische Abwehr hinweg waren nicht nur gefürchtet, sondern auch meistens nicht haltbar.