In Wien ein Auftakt nach Maß Emsbürener Springreiter Maurice Tebbel im EM-Team

Von Helmut Diers

Maurice Tebbel liegt bei der Europameisterschaft der Jungen Reiter bis 21 Jahre in Wiener Neustadt gut im Rennen um eine Einzelmedaille. Archivfoto: DiersMaurice Tebbel liegt bei der Europameisterschaft der Jungen Reiter bis 21 Jahre in Wiener Neustadt gut im Rennen um eine Einzelmedaille. Archivfoto: Diers

Wiener Neustadt. Der 21-jährige noch amtierende Mannschaftseuropameister der Jungen Reiter Maurice Tebbel vom RFV Emsbüren erwischte bei der Europameisterschaft in der „Lake-Arena“ in Wiener Neustadt in der Einzelwertung einen Auftakt nach Maß. Im Sattel des achtjährigen Deckhengstes Chaccos Son von Chacco Blue absolvierte er die erste Wertungsprüfung zur Einzel-EM ohne Fehler in 72,94 Sekunden: Achter bei 79 Startern.

„Ich bin mit der Leistung gut zufrieden“, sagte der gelernte Pferdewirt. Damit liegt er in der Einzelwertung nicht einmal einen Springfehler hinter Siegerin Elina Petersson auf Schweden. Eine gute Ausgangsbasis. Damit war nicht zu rechnen. Vor drei Wochen stürzte Tebbel beim Reitturnier in Wietmarschen und zog sich links einen Schlüsselbeinbruch zu.

Um seine EM-Teilnahme nicht zu gefährden, ließ Tebbel sich in einer Klinik in Hamburg eine Platte mit sechs Schrauben einsetzen. Dort hatte sich auch Meredith Michaels-Beerbaum wegen gleichen Leidens operieren lassen und danach kurzfristig wieder in den Reitsattel geschwungen.

Tebbel saß genau zwei Wochen nach der Operation wieder im Sattel und absolvierte am 4. August seine ersten Runden. „Das Trainingslager mit den deutschen Reitern war echt gut“, erklärte er in Wien. „Ich habe mich in der Wertungsprüfung überhaupt nicht behindert gefühlt. Bundestrainer Markus Merschformann war mit mir und allen anderen gut zufrieden.“ Vor der Abreise hatte der Bundeskaderreiter noch gesagt: „Ohne Unfall lautet mein Ziel, unter den besten fünf am Ende zu stehen.“ Jetzt sind die Aussichten trotz Unfalls gleich.

„Ich habe nichts gegen zwei Medaillen“, schmunzelte der Siebte der EM-Einzelwertung 2014 in Italien. Ihn trennen von der Schwedin Petersson nicht einmal drei Punkte vor der zweiten Einzelwertung am Donnerstag sowie der EM-Mannschaftswertung Donnerstag ab 12 Uhr und Freitag. Tebbel bildet mit Guido Klatte (Klein Roscharden/Rang 18), Niklas Krieg (Villingen-Schwenningen/5) und Kaya Lühti (Sendenhorst/7) das Team des Titelverteidigers.

Den Parcours der ersten Wertung ordnete Tebbel in die Rubrik „anspruchsvoll“ ein. Das Lob von Vater René Tebbel tat gut. Der Junior bleibt trotzdem auf den Boden der Tatsachen: „Bis zu einer EM-Medaille ist es noch ein langer und beschwerlicher Weg.“ Sollten die vier genannten deutschen Reiter ihre Leistungen wie in der ersten Wertung abrufen können, dürften sie erneut mit dem EM-Titel nach Hause kommen.