HSG will ins Finale Erstligist HSV Hamburg der große Favorit in Lingen

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Lingen. Johannes Bitter, der eine deutsche Handball-Weltmeister von 2007, hat rechtzeitig vor der ersten DHB-Pokal-Runde am Samstag und Sonntag in der Lingener Emslandarena sein Comeback gegeben. Der andere, Pascal Hens, will gegen den TuS Ferndorf und natürlich im Finale des Viererturniers wieder für den HSV Hamburg angreifen.

Der Erstligist, der den abschließenden Test beim Viertligisten Hamburg-Barmbek erwartet deutlich mit 41:21 (18:6) gewann, trifft am Samstag um 19.30 Uhr in der Emslandarena auf den Zweitligaaufsteiger TuS Ferndorf, der natürlich nur als krasser Außenseiter gilt. Der Finalgegner wird bereits ab 16.30 Uhr zwischen dem Gastgeber HSG Nordhorn-Lingen und dem Drittligisten HSV Hannover ermittelt. Das Endspiel wird am Sonntag um 17 Uhr angepfiffen. Nur der Sieger erreicht die zweite DHB-Pokal-Runde.

HSV Hamburg: Der Klub, der 2002 die Lizenzrechte von Bad Schwartau in der Bundesliga übernahm, befindet sich ein Jahr nach dem Lizenzgerangel mit der Handball-Bundesliga (HBL) im Umbruch. Das Gesicht der Mannschaft, die in der vergangenen Saison den neunten Platz belegte, wurde stark verändert. Neun Spieler sind gegangen, zehn neu gekommen. Darunter die Nationalspieler Drasko Nenadic (Serbien, Rückraum links), Allan Damgaard (Dänemark, Rückraum Mitte), Jens Vortmann (Minden, Torwart), Casper Mortensen (Dänemark, Linksaußen) und Kreisläufer Piotr Grabarcyk (Polen).

Urgestein im Aufgebot ist Pascal Hens (seit 2003/199 Länderspiele), der mit Johannes Bitter (2007/141) wie der damalige HSG-Handballer Holger Glandorf 2007 die WM gewann. Der dänische Rechtsaußen Hans Lindberg (2007/ 188) verfügt ebenfalls über reichlich Routine.

Der Klub hat schon eine Reihe von Erfolgen vorzuweisen: Er gewann 2013 die Champions League, 2007 den Europapokal der Pokalsieger, 2006 sowie 2010 den DHB-Pokal und feierte 2011 die Deutsche Meisterschaft. Jetzt richtet der HSV, bei dem in der vergangenen Serie Kotrainer Jens Häusler nach vier Niederlagen in fünf Spielen seinen Chef Christian Gaudin ablöste, den Blick wieder vorsichtig nach oben.

Dabei bauen die Hamburger vor allem auf den neuen Trainer Michael Biegler. Für die Verpflichtung des 54-Jährigen erhielt der Klub ein Lob von Handball-Ikone Stefan Kretzschmar. Biegler, der 1992 bis 1996 Kotrainer der deutschen Handballnationalmannschaft war, coacht seit 2012 auch die polnischen Männer, die sich intensiv auf die Europameisterschaft 2016 im eigenen Land vorbereiten.

TuS Ferndorf: Der Halbfinalgegner des Klubs aus der hanseatischen Millionenmetropole kommt aus einer 4000-Einwohner-Kommune im Kreis Siegen-Wittgenstein. Ferndorf ist Teil der Stadt Kreuztal. Der 1888 gegründete TuS Ferndorf ist bekannt für seine Handballabteilung. Der Klub, der vor zehn Jahren noch in der Oberliga und in der Saison 2012/13 mit der HSG Nordhorn-Lingen in der 2. Liga spielte, wurde mit 56:4 Punkten Meister der 3. Liga West vor dem VfL Eintracht Hagen (53:7). Die Zweite ist in die Oberliga vorgerückt. Die A-Jugend spielt in der Bundesliga.

Der TuS, der 1970 in die 1. Feldhandball-Bundesliga aufgestiegen war, will sich in der Halle in der 2. Liga etablieren. Der auf Erik Wudtke folgende neue Trainer Michael Lerscht verfügt über eine junge Mannschaft mit viel Herz. Bei der Verpflichtung einiger neuer Akteure profitierte Ferndorf von der engen Zusammenarbeit mit dem Traditionsverein VfL Gummersbach. Nicht einmal 50 Kilometer trennen die Klubs. Direkt vom benachbarten Erstligisten kommt Kreisläufer Andreas Heyme. Florian Baumgärtner spielte zuletzt für den FC Barcelona II. Alexander Koke ist spielender Kotrainer.

HSV Hannover: Seit 2008 firmiert die Herrenhandballmannschaft des TSV Anderten unter neuem Namen. 2010 zog der Verein das Team aus finanziellen Gründen aus der Nordstaffel der Zweiten Bundesliga, in der damals auch Nordhorn-Lingen antrat, zurück. Die Mannschaft belegte in der vergangenen Saison den siebten Platz in der 3. Liga Ost.

HSV-Trainer Stephan Lux bleibt vor dem Pokalturnier in Lingen ganz gelassen. Sein Team soll sich in guter Form präsentieren, mag er zumindest öffentlich nicht über eine Überraschung gegen die HSG nachdenken. Rückraumspieler Bastian Riedel kann ihm einiges aus der Vergangenheit des Zwei-Städte-Teams berichten. Der 31-Jährige absolvierte von 2003 bis 2005 insgesamt elf Pflichtspiele für die HSG.

HSG Nordhorn-Lingen: Das Zwei-Städte-Team lebt in der Gegenwart. Trainer Heiner Bültmann baut seit 2008 konsequent eine Mannschaft auf. Neu im Team sind der Däne Asbjörn Madsen, der Este Jürgen Rooba, der aus Schüttorf stammende Lutz Heiny und Lars Bergmann aus der eigenen Jugend.

Vor dem Zwangsabstieg aus der Ersten Bundesliga 2009 gewann das Team den EHF-Pokal (2008) und wurde deutscher Vizemeister (2002). In der eingleisigen Zweiten Bundesliga verbesserte sich Nordhorn-Lingen von Rang neun auf sechs und zuletzt sogar vier. Die Qualifikation für das Finale in eigener Halle ist das erklärte Ziel des Zwei-Städte-Teams.


Tickets für die Pokalpartien in der Emslandarena in Lingen sind erhältlich in der HSG-Geschäftsstelle (Bahnhofstraße 20, Nordhorn, Telefon 05921/79600), online und bei den bekannten Vorverkaufsstellen. Für alle Zuschauer gibt es mit dem Kombiticket die Möglichkeit, beide Halbfinals am Samstag und das Endspiel am Sonntag zu sehen. Sitzplätze kosten 20 Euro für Erwachsene und 15 Euro für Schüler bis 14 Jahre, Stehplätze 15 bzw. 10 Euro. Tageskarten (12/8–8/6 Euro) für die Spiele am Samstag und das Finale am Sonntag sind ebenfalls erhältlich.

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