Mit der Ukraine qualifiziert Emsbürener René Tebbel reitet bei Olympia in Rio

Von Helmut Diers

Der Emsbürener Springreiter René Tebbel qualifizierte sich mit dem Team der Ukraine im slowakischen Samorin für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Foto: DiersDer Emsbürener Springreiter René Tebbel qualifizierte sich mit dem Team der Ukraine im slowakischen Samorin für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Foto: Diers

Emsbüren. Der Olympiatraum für René Tebbel wird wahr. Der 46-jährige Springreiter aus Emsbüren hat sich mit der ukrainischen Nationalmannschaft für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro qualifiziert.

Beim Nationenpreisturnier im slowakischen Samorin siegte Tebbel im Sattel von Cooper gemeinsam mit dem Ungar Ungar Ferenc Szentirmai, dem Brasilianer Cassio Rivetti und der ehemaligen Deutschen Meisterin Katharina Offel und machte damit die Qualifikation für Rio perfekt.

Zweimal war René Tebbel schon bei Olympischen Spielen dabei, allerdings nie als aktiver Reiter. 2004 in Athen und 2012 in London hatte der Emsländer den russischen Springreiter Vladimir Tuganov betreut. „Mit Rio geht ein Traum für mich in Erfüllung“, sagte Tebbel, der seit Herbst 2013 Nationaltrainer der Ukraine ist und seit Jahresbeginn auch wieder in den Sattel steigt .

Tebbel, der 1990 in Stockholm gemeinsam mit dem heutigen Bundestrainer Otto Becker Vizeweltmeister wurde, hat einen Vierjahresvertrag als Coach des Ukrainer Multimillionärs Oleksandr Onischtschenko und der Nationalmannschaft, zu der auch der deutsche Doppelolympiasieger Ulrich Kirchhoff sowie die beiden Ukrainer Oleksandr Onischtschenko und Alisa Danilova gehören. „Wer vom Kader in Rio endgültig dabei ist, steht noch nicht fest. Sicher ist, dass ich auch als Einzelreiter an den Start gehe“, so der Profi aus Emsbüren.

Beim Qualifikationsturnier einer 16 Nationen starken Qualifikationsgruppe sicherte sich nur die Siegerequipe das Olympiaticket. „Es war schon ein hartes Stück Arbeit“, erklärte Tebbel nach dem Sieg vor den zweitplatzierten Tschechen und den drittplatzierten Ungarn. „Tschechien war im Vorfeld wie erwartet unser größter Konkurrent, schließlich hatte die Nation in diesem Jahr schon zwei Nationenpreissiege vorzuweisen. Es gab für die zwölf von den 16 Nationen angetretenen Mannschaft nur diese eine Chance.“ Zu den zwölf Nationen gehörten unter anderem die Türkei, Ungarn, Aserbaidschan, Slowakei, Rumänien, Russland und Polen.

EM-Vorbereitung in Herzlake

In dieser Woche befindet sich Tebbel mit einem Teil des ukrainischen Kaders auf der Reitanlage Gut Einhaus in Herzlake-Aselage, die Oleksandr Onischtschenko gehört, um sich auf die Europameisterschaft vorzubereiten, die vom 19. bis 23. August 2015 in Aachen stattfindet. Nicht dabei sein werden Onischtschenko und Offel, die beide in dieser Woche bei einem hoch dotierten Turnier des ehemaligen niederländischen Mannschaftsolympiasiegers Jan Tops im niederländischen Valkenswaard an den Start gehen.

Für die Europameisterschaft in Aachen hat Tebbel Onischtschenko mit Valentino, sich selbst mit Cooper und Katharina Offel mit Zipper auf der Nennliste. „Ob Rivetti oder Szentirmai als vierter Mannschaftsreiter nach Aachen fährt, entscheidet sich kurz vor der Abreise“, so der Coach der Ukraine. Zu den avisierten Zielen äußert sich Tebbel vorsichtig. „Mit der Mannschaft kann alles passieren, von Rang drei bis zehn. Unter die besten Fünf zu kommen wäre ein toller Erfolg. Ich persönlich möchte zudem mit Cooper das Einzelfinale erreichen.“

Bei den Weltmeisterschaften 2006 in Aachen hatte das ukrainische Team mit Katharina Offel, Björn Nagel, Gregory Wathelet und Jean-Claude van Geenberghe den vierten Platz belegt – knapp geschlagen von Deutschland auf Rang drei mit Ludger Beerbaum, Meredith Michaels-Beerbaum, Christian Ahlmann und Marcus Ehning. Deutschland und die Ukraine trennten damals nur 0,01 Punkte.

Wieder zwei Emsländer bei Olympia?

Nach der Qualifikation von René Tebbel stehen die Chancen sehr gut, dass in Rio im kommenden Jahr wieder mindestens zwei Sportler aus dem Emsland bei den Olympischen Sommerspielen vertreten sind. Vor vier Jahren in London waren Mittelstreckenläufer Carsten Schlangen aus Meppen, der mittlerweile seine Karriere beendet hat, und der Sögeler Schwimmer Marco di Carli dabei. Di Carli, der 2004 in Athen seine Olympiapremiere erlebte, darf sich berechtigte Hoffnungen auf seine dritten Olympischen Spiele machen, nachdem er bei der Schwimm-Weltmeisterschaft in Kasan mit der deutschen 4x100-Meter-Freistilstaffel die Olympiaqualifikation geschafft hatte .