Aber WM-Finale verpasst Marco di Carli und Staffel lösen Olympia-Ticket

Von Klaus Hüsing

Als Vorlaufelfte qualifizierte sich die deutsche 4x-100-Meter-Freistilstaffel mit (v.l.) Paul Biedermann, Marco di Carli, Maximilian Oswald und Steffen Deibler für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Foto: dpaAls Vorlaufelfte qualifizierte sich die deutsche 4x-100-Meter-Freistilstaffel mit (v.l.) Paul Biedermann, Marco di Carli, Maximilian Oswald und Steffen Deibler für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Foto: dpa

Sögel. Bei den Schwimm-Weltmeisterschaften im russischen Kasan hat der Sögeler Marco di Carli zusammen mit der deutschen 4x-100-Meter-Freistil-Staffel der Männer das Ticket für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro gelöst. Trotz einer Topleistung des Emsländers reichte es aber nicht zum Einzug ins WM-Finale.

„Mit meiner Leistung bin ich zufrieden. Die Zeit war solide. Darauf lässt sich aufbauen“, ließ di Carli seine Fangemeinde in Sögel wenige Minuten nach seinem Staffeleinsatz im großzügig umgebauten Fußballstadion wissen. Der Emsländer in Diensten der SG Frankfurt hatte mit Saisonbestleistung bei seiner vierten WM wesentlichen Anteil an der Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2016. In der Besetzung Maximian Oswald, Steffen Deibler, Marco di Carli und Weltmeister Paul Biedermann schwamm sich das Quartett in 3:16,01 Minuten auf den elften Platz – zeitgleich mit den enttäuschten US-Amerikanern. Zum Finaleinzug fehlten dem Quartett lediglich 53 Hundertstelsekunden.

Di Carli hatte nach etwas sehr „konservativer“ Wechselzeit von 38 Hundertstelsekunden („Ich bin auf Nummer sicher gegangen“) mit 22,98 Sekunden eine sehr schnelle erste Bahn („vielleicht etwas zu flott“) und kam dann so mit nur 25,85 Sekunden zurück. „Immerhin sprangen beachtliche 48,83 Sekunden heraus. Das bedeutet umgerechnet mit Startkommando Saisonbestzeit so 49,1 bis 49,2 Sekunden“, sieht der hessische Sportpolizist, der seit zwei Jahren unter Olaf Bünde am Olympiastützpunkt trainiert, für sich auch den Fortlauf der WM positiv.

Durch sein Staffelresultat ergeben sich für Bundestrainer Henning Lambertz (Essen) durchaus Perspektiven für die Besetzung der Mixed-Staffel und vor allem der 4x100-Meter-Lagenstaffel am kommenden Sonntag. Hinter Steffen Deibler (48,24 Sekunden) war di Cali Zweitbester im Team. Der 21-jährige Maximilian Oswald (Berlin-Spandau) war in achtbaren 49,71 Sekunden gestartet und lag nur wenig über seiner persönlichen Bestzeit von den German Open in Essen (49,43). Paul Biedermann als Schlussmann blieb dagegen mit 49,23 Sekunden etwas hinter den Erwartungen zurück. Vorlaufsieger blieben die Hausherren (3:12,46) vor Brasilien (3:13,99) und die wie oft starken Italiener, die in 3:14,44 Minuten anschlugen. Traurig für die hoch gehandelten Australier. Sie lagen mit nur 3:16,34 Sekunden noch hinter der deutschen Staffel auf Rang 13.