Jörg Tebbe wird Zweiter Kai Huckenbeck gewinnt WM-Challenge in Werlte

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zo Werlte. Der Hümmling-Ring spielte am Sonntagnachmittag zum Abschluss des WM-Challenge für die Langbahnweltmeisterschaft 2016 verrückt. Als Sandbahn-Nobody gewann der Werlter Kai Huckenbeck nicht nur das Tagesfinale, sondern gleich auch noch einen von drei Startplätzen in der Langbahn-WM 2016. Die beiden anderen Plätze sicherten sich Werltes Clubfahrer Matthias Kröger und Jörg Tebbe vom MSC Dohren.

Rund 2000 Zuschauer wurden für die Rennverschiebung von Samstag auf Sonntag mit Nervenkitzel und Rennen der Weltklasse belohnt. „Wir sind mit dem Zuschauerzuspruch sehr zufrieden. Die Verlegung des Rennens zwingt uns nicht in die Knie. Wir kommen noch mal mit einem blauen Auge davon“, schwärmte der MSC-Vorsitzende Hermann Niehaus von dem „unglaublichen Spektakel“. Dass das überhaupt möglich war, verdanken die Fahrer und Zuschauer dem Helferteam des MSC Werlte um Bahnmeister Wilfried Hanneken, das mit rund 40 Freiwilligen am Sonntagmorgen ab fünf Uhr rund 100000 Liter Regenwasser von der Bahn zauberte und ein tadelloses Geläuf pünktlich zum Trainingsbeginn um 10 Uhr vermeldete. Beim Rennen selbst musste schon wieder mehrfach die Bahn gewässert werden, um die Staubentwicklung einzudämmen.

Bereits im Training sorgte der zweifache Deutsche Speedwaymeister und aus der Jugend des MSC Werlte hervorgegangene Kai Huckenbeck beim MSC-Rennleiter Josef Hukelmann für Aufregung pur. „Wenn Kai fährt, geht mir das durch Mark und Bein.“ Dabei hatte Huckenbeck da noch Probleme mit der Maschinenabstimmung. Pünktlich zum ersten Vorlauf war das vergessen. Nach fünf Vorläufen hatte Huckenbeck bei drei Laufsiegen und zwei dritten Plätzen dem 15-köpfigen Fahrerfeld, in dem allein neun Stahlschuhartisten der aktuellen Weltmeisterschaft gelistet waren, mit seiner blitzsauberen Starttechnik und seinem grandiosen Fahrstil bereits einen kräftigen Schrecken versetzt.

Wenn Huckenbeck, der sich im April in Danzig bei einem Speedwayrennen das linke Sprunggelenk, das linke Fersenbein und den linken Mittelfußknochen gebrochen hatte, vom Start weg vorn war, gab er die Führung auch nicht wieder ab. Der 22-Jährige Speedwayprofi, der sein erstes und bis zum Sonntag letztes Sandbahnrennen vor einem Jahr in Werlte gefahren war, gewann anschließend auch seinen Semifinallauf und das Tagesfinale. „Ich bin überwältigt. Ich bin seit meiner Jugend im Bahnsport unterwegs, aber dass in einem Finale gleich vier von fünf Piloten mit jeweils 20 Punkten stehen, das hat es noch nie gegeben. Zeigt aber auch, dass hier in Werlte die Leistungsdichte nicht intensiver sein konnte“, wurde Hukelmann nach dem Tagesfinale von seinen Gefühlen eingeholt. „Ich bin froh, dass Kai hier endlich mal sein fahrerisches Talent vor heimischer Kulisse beweisen konnte. Jetzt ist er sogar als lupenreiner Speedwayfahrer auch in der Langbahn-WM 2016 vertreten“.

Eine tolle Leistung lieferte auch der 36-jährige Jörg Többe ab. Zwei Laufsiege, zwei dritte und ein zweiter Platz sowie ein zweiter Platz im Semifinale ließen ihn mit 20 Punkten ins Finale einrücken. Kam Tebbe gut aus dem Start weg, lag er vorn, legte er schnell Meter zwischen sich und dem jagenden Feld. Im Finale musste er sich aber auch Kai Huckenbeck geschlagen geben, konnte sich aber als Zweiter im Finale auch den zweiten Platz in der Gesamtwertung sichern.

Ausgezeichnet auch die Leistung des Werlter Clubfahrers Matthias Kröger, der nach einem Sturz am letzten Wochenende ebenfalls mit 20 Punkten bei drei Laufsiegen ins Tagesfinale einzog und hier Platz vier, in der Gesamtwertung aber Rang drei belegte. Ebenfalls mit 20 Punkten zog der Franzose Mathieu Tressarieu ins Finale ein, lag lange Zeit auf Rang zwei, fiel dann aber mit Motorschaden aus und erreichte Platz fünf in der Endabrechnung.

Der 56-jährige MSC-Fahrer Bernd Diener hatte trotz eines Laufsieges Pech und verfehlte das Finale nur um drei Punkte. In der Gesamtwertung sprang ein sechster Platz heraus.


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