Am Samstag in Werlte Huckenbeck wagt wieder Ausflug auf die Langbahn

Von Helmut Diers

Kai Huckenbeck will am Samstag als Speedwayspezialist den Langbahnspezialisten in Werlte die Suppe versalzen. Foto: DiersKai Huckenbeck will am Samstag als Speedwayspezialist den Langbahnspezialisten in Werlte die Suppe versalzen. Foto: Diers

Werlte. Sein Herz gehört dem Speedwaysport. Das wird auch so bleiben. Dennoch wagt der 22-jährige zweifache Deutsche Speedwaymeister und Bahnsportprofi Kai Huckenbeck beim 45. Internationalen ADAC Flutlicht-Sandbahnrennen des MSC „Hümmling“ Werlte, dem FIM Challenge für die WM 2015, am Samstag (25. Juli) ab 18 Uhr erneut einen Ausflug auf die Langbahn.

Im zarten Rennalter von zwölf Jahren verabschiedete sich das Eigengewächs des Werlter Motorradsportclubs von der Langbahn. Nicht zu Unrecht, denn er holte danach in allen Altersklassen mit Spezialmotorrädern von 50 Kubikzentimeter bis 250 Kubikzentimeter alle Deutschen Meistertitel und krönte seiner Sportkarriere 2013 und 2014 mit dem Deutschen Meistertitel der Senioren. Just for fun stieg der gelernte Zweiradmechaniker im letzten Jahr auf dem Hümmling-Ring auf eine Langbahnmaschine und begeisterte mit seinem Fahrstil auf ungewohntem Geläuf Werltes Rennleiter und seinen Mechanikerausbilder Josef Hukelmann so sehr, dass der ihn drängte, für die Deutsche Meisterschaft der Internationalen Soloklasse 500 Kubikzentimeter auf dem Hümmling-Ring zu melden. Gesagt, getan! Gegen die Langbahn-Spezialisten brachte es der „Newcomer“ gleich zu Rang acht. Nur wenig später auf der Langbahn im Waldstadion Vechta landete Huckenbeck einen echten Kracher. Platz zwei in einem mit Weltklasse besetzten internationalen Feld. Wäre Huckenbeck nicht durch ein Rotlicht eines Blitzgerätes irritiert worden, er hätte die Gesamtwertung gewonnen. Damals bemerkte schon Hukelmann: „Den Huckenbeck hat von den Langbahnspezialisten keiner gern hinter sich“. Allerdings auch keiner vor sich! Denn an ihm vorbeizuziehen kostet nicht nur Kraft, sondern auch verdammt viel Mut. Hukelmann freut sich mächtig, dass die FIM Huckenbeck für den WM-Challenge am Samstag mit den stärksten Fahrern der Welt eine Wildcard zugebilligt hat. „Mit der Startnummer 4 wird er den Toppfavoriten das Fürchten lehren“. Sieg vor heimischer Kulisse nicht ausgeschlossen. Gleich im ersten Rennen des Tages kommt es zu einem Vergleich, der durchaus auch das Tagesfinale sein könnte. Mitten drin Kai Huckenbeck, der es dort zu tun kriegt mit den Mitfavoriten Jörg Tebbe vom MSC Dohren, mit dem Franzosen Mathieu Tresarieu, mit dem Tschechen Josef Franc und dem Briten Glen Phillips. „Nicht ausgeschlossen, dass Kai alle hinter sich lässt“, orakelt Werltes Rennleiter. Für den gesamten Challenge ist Kampf angesagt, denn an das 15-köpfige Fahrerfeld werden nur drei feste Startplätze in der Lanhbahn-WM 2016 vergeben. Einen davon wollen alle Fahrer! Huckenbeck ist nicht chancenlos. „Ich habe zwei Langbahnmaschinen zur Verfügung, eine ist ganz neu!“, sagt er, der als Speedwayfahrer in der zweiten polnischen Liga für Danzig auf Punktejagd geht, für Brokstreck in der 1. Bundesliga und für Berghaupten in der 2. Bundesliga fährt. Trainiert hat er „auch ein bisschen auf der Langbahn“. Mehr ist nicht drin bei bis zu drei Rennen pro Woche in Polen, Europa und in der Bundesliga. Für den Challenge am Samstag in Werlte hat Huckenbeck sich „eigentlich gar nichts als Ziel vorgenommen. Ich gehe da ganz locker ran, will nur nicht verlieren“. Den Bruch seines linken Mittelfußknochens im April hat er überwunden. „Im Wettkampf spüre ich davon nichts mehr, behindert mich also nicht“. Eine Warnung hat Huckenbeck durchaus nicht nur für die Mitbewerber in Werlte parat. „Wenn ich am Ende am Samstag einen der drei WM-Startplätze erreiche, dann werde ich auch 2016 in der Langbahn-WM mitfahren“. Keine rosigen Aussichten für die Spezialisten. Zur Beruhigung: „Ich bleibe aber auch dann vorrangig dem Speedway treu“.


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