Christian Claaßen im Gespräch: „Jürgen Klopp wird mich nicht mehr vergessen“

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Stehen heute noch in Kontakt: Christian Claaßen (l.) und Stefan Lammers.Stehen heute noch in Kontakt: Christian Claaßen (l.) und Stefan Lammers.

Lingen. Zweimal spielte Christian Claaßen für den SV Meppen: Von 1995 bis 1998 und von 2004 bis 2006. Dazwischen war der heute 45-Jährige für den VfL Osnabrück aktiv, dessen Trikot er auch in Lingen überstreifte. Im Gespräch mit der Emslandsportredaktion berichtet Claaßen, warum er für Jürgen Klopp ein rotes Tuch ist.

Wie oft spielen Sie noch mit der Traditionsmannschaft Fußball?

Im Sommer machen wir ein paar Spiele, aber kein Training. Und natürlich noch ein paar Hallenevents im Winter. Aber es macht Spaß.

Sonst sind Sie nicht mehr im Fußball unterwegs. Weder als Trainer noch in anderer Funktion?

Nee, das gibt es auch beruflich nicht mehr her. Wie es so ist, wenn man Profi gewesen ist, entweder man macht es richtig oder gar nicht. Da habe ich mich halt für gar nicht entschieden.

Was bekommen Sie noch mit von der aktuellen Entwicklung bei Ihrem Ex-Club SV Meppen?

Man verfolgt das natürlich. Ich habe jahrelang dort gespielt. Im Stadion bin ich nicht mehr so oft, eher ganz selten. Ich gehe ab und zu zu den Heimspielen vom VfL Osnabrück, weil ich dort wohne. Aber trotzdem freut man sich immer, wenn Meppen gewinnt.

Wie sieht sonst der Kontakt zu den ehemaligen Mitspielern aus der Meppener Zeit aus?

Ich habe schon noch ein paar Kontakte. Mit Marcus Antczak bin ich regelmäßig in Kontakt. Stefan Lammers sehe ich zwar eher selten, aber wir sehen uns. Man trifft sich hier und da.

Erst Meppen, dann Osnabrück, dann wieder Meppen. Wie schwierig war es für Sie als ehemaliger SVer in Osnabrück?

Die ersten 12 Monate war es schon schwierig. Man kann nur durch Leistung überzeugen. Dann akzeptieren die Zuschauer das auch. Ich war lange genug da. Jetzt nimmt mir das keiner mehr krumm, dass ich vorher in Meppen war.

Es gibt noch eine besondere Geschichte zwischen Ihnen und Jürgen Klopp. Was hat es damit auf sich?

Er ist mal in der 17. Minute ausgewechselt worden, als wir mit Meppen gegen Mainz gespielt haben. Wir haben in der 2. Liga 5:4 gewonnen, und ich habe drei Tore gegen ihn geschossen. Ein Hattrick. Da hat sein Trainer ihn runtergenommen, und das vergisst er nie. Man hat sich danach noch im Trainingslager gesehen. Und wenn ich ihn sehe, sagt er, deinetwegen bin ich ausgewechselt worden.

Daran erinnert sich Klopp heute noch?

Klar, so was vergisst man auch nicht. Wenn man in der ersten Halbzeit schon ausgewechselt wird.

Früher hat man wegen der Verletzungsgefahr ungern in der Halle gespielt. Heute freut man sich wahrscheinlich, dass man die alten Kollegen mal wiedersieht, oder?

Genau. Eigentlich bleibt man ja auch in den Zweikämpfen weg. Aber heute, gerade wenn ein Derby ist, geht man ja auch hin. Aber das machen alle. Prinzipiell ist das ein-, zweimal im Jahr. Das passt schon.

Gab es das typische Christian-Claaßen-Tor?

Die Leute in Osnabrück erzählen immer von dem legendären Tor in Essen an der Hafenstraße, wo ich das Ding aus 25 Metern in den Knick gehauen habe zum 1:1 oder 2:1. Das, so sagen die Osnabrücker, war mein schönstes Tor. Aber letztendlich zählt doch jedes, oder?

Verlernt man das Toreschießen oder ist es bei solch einem Turnier auch nach langer Pause sofort wieder da?

Ich glaube, man kann das schlecht lernen. Man muss schon einen Riecher haben und verlernt es auch nicht. Es gibt halt Spieler, die Tore schießen können. Das war auch meine Qualität, obwohl ich auch mehr über außen kam. Aber es gibt auch Spieler, die können es nicht und lernen es auch nicht. Und das behält man bei.


Die Zweitligaspiele des SV Meppen waren Kult. Daran erinnert sich Angreifer Christian Claaßen, der zweimal zum SV Meppen wechselte, noch genau. „Das hatte was. Davon reden die Leute heute noch.“ Besonders die Flutlichtspiele Freitagsabends sorgten für reges Interesse.

Als Claaßen 1995 nach Meppen kam, steckte der Zweitligist unter Trainer Horst Ehrmantraut tief im Abstiegskampf. Nach Einschätzung des Offensivspielers besserte sich die Stimmung mit der Verpflichtung von Paul Linz. „Das war der Typ, den ich brauchte. Er gab mir Selbstvertrauen und hat uns wieder Leben eingehaucht.“ Claaßen konnte mit dem als Spieler ebenfalls stürmenden Linz besser reden. Das Ziel Klassenerhalt wurde erreicht.

Unvergesslich ist Claaßen das Zweitligaduell des SVM gegen Mainz am 18. Oktober 1996. Claaßen gelang beim 5:4 gegen den heutigen Erstligisten binnen 13 Minuten ein lupenreiner Hattrick. Sein Gegenspieler wurde bereits nach 17 Minuten ausgewechselt. Dessen Karriere hat es nicht geschadet: Jürgen Klopp trainiert heute Borussia Dortmund.

Sechs Jahre nach seinem Abschied im Abstiegsjahr 1998 kehrte Claaßen zurück nach Meppen. Nach einer tollen Serie verpasste der SVM den Aufstieg knapp. „Eigentlich hätte es klappen müssen“, sagt der Spieler, aber Emden war noch einen kleinen Tick stärker.

Später wurde das Geld beim SV Meppen knapp. „Dass wir dann den Klassenerhalt geschafft haben, war top.“Claaßen erinnert sich an den großen Zusammenhalt in der Mannschaft, der das erst möglich gemacht habe.

Der Versicherungsmakler hat noch ein paar Kontakte ins Emsland, etwa zu Arne Helmer, Michael Holt, Stefan Lammers oder Marcus Antczak. Im Stadion war er zuletzt beim NFV-Pokalspiel gegen den VfL Osnabrück (2:3).

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