Vertrag für Rieke Dieckmann SVM-Frauen beantragen Lizenz für die Bundesliga

Zufrieden mit Platz zwei: Rieke Dieckmann (l.), die einen Vertrag bis 2016 beim SV Meppen unterzeichnet hat, und Inga Kappel. Der Verein beantragt die Lizenz für die 1. Liga. Foto: ScholzZufrieden mit Platz zwei: Rieke Dieckmann (l.), die einen Vertrag bis 2016 beim SV Meppen unterzeichnet hat, und Inga Kappel. Der Verein beantragt die Lizenz für die 1. Liga. Foto: Scholz

Meppen. Für noch bessere Stimmung bei der Weihnachtsfeier der Fußballerinnen des SV Meppen sorgten Vorstandsmitglied Dieter Barlage und Heinz Speet vom Verwaltungsrat. Die Zweitligaspielerinnen reagierten mit Jubel und Beifall auf die Ankündigung, dass der Verein Ende Februar den Antrag auf die Lizenz zur Ersten Bundesliga stellen will. „Ein tolles Signal“, stellt die Sportliche Leiterin Maria Reisinger fest.

„Das ist ein Zeichen, dass wir vernünftig planen“, erklärt Maria Reisinger . Schließlich weisen die Meppener Fußballerinnen in der Zweiten Liga auf zweiten Platz nur drei Zähler weniger auf als Spitzenreiter Lübars. „Wir wollen auf alles vorbereitet sein“, stimmen Barlage und Reisinger überein. Aber sie betonen auch, dass der Aufstieg kein Muss, sondern nur eine Chance sei.

Vor einem Jahr hatte der SV Meppen auf einen Lizenzantrag für die Erste Liga verzichtet. Reisinger trug die Entscheidung des Vereins damals mit, weil die Strukturen noch nicht passten: „Ich bin überhaupt nicht enttäuscht.“

Nach Reisingers Philosophie müssen Fußball und Beruf oder Ausbildung weiter unter einen Hut gebracht werden. Das gelte auch in der Ersten Liga. Natürlich müsse sich im Fall eines Aufstiegs einiges ändern, Doch der Klub profitiere von seinen Erfahrungen. Die Spielerinnen müssten häufiger trainieren. „Aber das geht nicht fünfmal die Woche erst um 19.30 Uhr.“ Zumindest einige Einheiten würden nicht mit dem kompletten Team vor Ort stattfinden. „Auch damit kennen wir uns aus“, erwartet Reisinger keine Probleme. Wichtig sei die engere Zusammenarbeit mit dem Jugendleistungszentrum Emsland. Aber auch mit dem Trainerteam der Meppener Regionalligaherren. Die organisatorischen Änderungen seien eine Herausforderung – aber machbar. Nötig sei auch ein hauptamtlicher Trainer.

Weitaus besser als vor seinem Jahr stelle sich die Struktur der Mannschaft dar. „Natürlich wären Verstärkungen nötig. Aber die neuen Spielerinnen müssten genau passen“, sagt Reisinger. Zum einen vom Charakter, zum anderen aber auch vom finanziellen Rahmen. Sie sollten also ebenfalls einem Beruf oder einer Ausbildung nachgehen. Damit komme der SV Meppen für einige Spielerinnen nicht mehr infrage, werde aber für andere interessant, schätzt die Sportliche Leiterin die Situation ein.

Die Meppener Mannschaft profitiere von der guten Ausbildung auch bei den C- und B-Mädchen. Dort müsse die Arbeit jedoch weiter verfeinert werden. Sechs Spielerinnen von den Bundesliga-B-Juniorinnen stehen im Kader der Ersten und haben auch Einsatzzeiten bekommen. Die Mischung aus Talenten und erfahrenen Spielerinnen passe. „Die Erste Bundesliga wäre eine hohe Hürde, aber wir sind ordentlich aufgestellt“, sagt Reisinger.

Das finanzielle Risiko bezeichnet die Emsländerin als gering. Der aktuelle Etat liegt nach den bei der Generalversammlung bekannt gegebenen Zahlen bei etwa 155000 Euro. Im Fall eines Aufstiegs gibt es eine knapp doppelt so große Summe als Förderung vom DFB. Damit erreiche der SVM etwa den Etat einiger Erstligisten, schätzt Reisinger den Klub damit als konkurrenzfähig ein.

Über mögliche Verträge für die Erste Liga müssten die Verantwortlichen noch mit den Spielerinnen sprechen. Für die neue Saison in der Zweiten Liga haben nach Reisingers Angaben fast alle Fußballerinnen zugesagt. „Als wir gesprochen haben, waren wir noch Fünfter“, schmunzelt die Sportliche Leiterin. „Wenn es weiter so gut läuft, sprechen wir noch einmal über andere Bedingungen“, sieht sie keinen Zeitdruck.

Einen Vertrag bis 2016 hat erstmals U-20-Weltmeisterin Rieke Dieckmann unterzeichnet. Dabei weiß Reisinger, dass die Bissendorferin in der Ersten Liga spielen will und das für ihre weitere Entwicklung wichtig ist. „Aber am liebsten mit dem SV Meppen. Sie kann sich vorstellen, zu bleiben.“ Sollte Diekmann wechseln, bliebe dem SVM eine Ablösesumme.

Gespannt sind die Verantwortlichen, wie die junge Mannschaft mit der neuen Situation umgeht. Nach dem Verzicht auf die Lizenz im vergangenen Jahr war die Elf in der Tabelle abgerutscht. „Aber jetzt ist der Druck positiv“, betont Reisinger.


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