Fast Acht-Tore-Führung verspielt HSG zieht Kopf gegen Bad Schwartau aus der Schlinge


Nordhorn. In der Halbzeit ertönten im Euregium die Dudelsäcke der City Of Nordhorn Pipes & Drums, und am Ende blies Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen dem VfL Bad Schwartau auch erfolgreich den Marsch. Doch der 25:24-Heimsieg stand am Sonntag zwischenzeitlich auf der Kippe. Beinahe hätten die Gastgeber vor 1558 Zuschauern einen Acht-Tore-Vorsprung verspielt.

„Wir haben das 40 Minuten lang richtig gut gemacht“, gab es für HSG-Trainer Heiner Bültmann über weite Strecken nichts auszusetzen an der Leistung seines Teams. Nicky Verjans sah es genauso. „Dann wurde das Spiel hektisch und wir haben viele unserer Aufgaben nicht mehr so erfüllt und viele dumme Fehler gemacht“, ergänzt Verjans. „Aber wir sind zufrieden mit dem Sieg.“

Rund 20 Minuten vor dem Ende nahm Gästetrainer Torge Greve beim Stand von 21:13 eine Auszeit. „Dann war leider ein Bruch im Spiel“, wunderte sich Bültmann. Bad Schwartaus Coach stellte die Abwehr von 6:0 auf 5:1 um, die HSG leistete sich zwei technische Fehler und kassierte zwei schnelle Gegenstoßtore. „Dann hat so ein bisschen das Nachdenken angefangen. Das haben wir sicherlich nicht optimal gemacht“, so Bültmann. Er reagierte sofort und nahm selbst eine Auszeit, aber die Fehler häuften sich. Ein ungenaues Abspiel von Alex Terwolbeck hier, zwei Minuten gegen Patrick Miedema da, ein Offensivfoul von Verjans – und die Gäste verkürzten Tor um Tor. Zehn Minuten vor dem Ende sah Frank Schumann von dem überfordert wirkenden Schiedsrichterduo zur Überraschung aller die Rote Karte. Doch Luca de Boer beendete eine lange Durststrecke mit dem Tor zum 22:18, und Nordhorn-Lingen brachte den knappen Vorsprung über die Zeit. Sehr zu Bültmanns Zufriedenheit: „Unterm Strich haben wir die zwei Punkte. Bad Schwartau hat seit September nicht mehr verloren. Deshalb dürfen wir überhaupt nicht unzufrieden sein.“

Über das Schiedsrichterduo, das in seinem dritten Zweitligaspiel elf Zeitstrafen gab und einige merkwürdige Entscheidungen traf, schwieg der HSG-Coach. Die Vielzahl an Zeitstrafen habe es am Ende nicht einfacher gemacht, drückte er es diplomatisch aus. Spiele zwischen den beiden Teams seien auch in der Vergangenheit immer sehr eng gewesen.


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