„Leben im Schlaraffenland“ Großer Andrang beim Tag des Mädchenhandballs

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Dalum. Dribblings durch einen Parcours aus Slalomstangen, zielgenaues Werfen in einen offenen Kasten und einen Handball mithilfe eines Luftballons beim Balancieren über eine Bank in der Luft halten – statt Rechnen und Schreiben standen am Freitag in einigen emsländischen Grundschulen Übungen zum Passen, Werfen und Laufen auf dem Stundenplan.

Zum drittel Mal nach 2010 und 2012 hatten der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) und seine Mitgliedsvereine zum Tag des Mädchenhandballs aufgerufen. „Wir möchten mit den Aktionstagen neue und bestehende Kooperationen zwischen den Schulen und Vereinen fördern und ausbauen“, erklärt Kathrin Röhlke, Vizepräsidentin Jugend des HVN.

Rund 200 Mädchen von der Antoniusschule Geeste, der Bonifatiusschule Dalum, der Gebrüder-Grimm-Schule Osterbrock und der Ludgerischule Hesepe tummelten sich am Vormittag in der Sporthalle in Dalum. Spielerinnen des SV Dalum übernahmen die Betreuung, das Pfeifen sowie den Auf- und Abbau. Der HC Lingen kümmerte sich in Ligen um die Kinder der Castellschule Lingen, der Wilhelms-Berning-Schule, der Grundschule Gauerbach und der Grundschule Schepsdorf, während in Meppen die Hasebrinkschule von der HSG Meppen-Twist unterstützt wurde.

Mit Unterstützung der vor Ort tätigen Vereine sollen Mädchen der Klassen 1 bis 4 für den Handball begeistert werden. Angeleitet von Mitgliedern des SV Dalum durchliefen die Mädchen verschiedene Stationen, bei denen es um Koordination, Gleichgewicht, Geschicklichkeit, Reaktion und Ballgefühl ging.

Der Verband hatte den Tag mit Starterpaketen und Arbeitsmaterialien unterstützt. So erhielt auch jedes Mädchen einen Handball-Spielpass, in dem neben dem Namen auch die erfolgreiche Teilnahmen an den sechs Spielestationen vermerkt war.

„Grundsätzlich leiden die Regionen unter Schwund von Nachwuchs“, erklärt Heinz-Walter Hannemann. In der Region sei er besonders dramatisch, ergänzt der Vorsitzende der Handballregion Bentheim-Emsland (HRBE). Dort habe man gegenüber dem Vorjahr allein 37 Kindermannschaften verloren. „Da leben wir hier noch im Schlaraffenland“, verweist Hannemann auf vier Spielklassen (mit jeweils fünf Mannschaften) bei der weiblichen E-Jugend. Auch bei den Minis gebe es drei Ligen mit jeweils sechs Teams. Bei der männlichen F-Jugend seien es immerhin noch zwei Klassen mit acht Teams. „Bei den Jungen ist das alles etwas schwieriger, was den Handball anbelangt. Sie gehen eher zum Fußball“, so Hannemann. Im männlichen A-Jugendbereich gebe es nur im Emsland noch drei Mannschaften.

Um dem Trend entgegenzuwirken gebe es den Tag des Mädchenhandballs. „Angefangen hat das Ganze mit 100 Schulen. Jetzt sind wir schon bei 12000 Kindern. Das ist schon der richtige Weg“, lobt Hannemann die Initiative.


Ursprünglich kommt Heinz-Walter Hannemann aus Wuppertal. Doch seit 1985 lebt der heute 72-Jährige im Emsland, genauer gesagt in Dalum. Beim Regionstag in Nordhorn ist der ehemalige Klubchef des SV Dalum in 2013 zum Nachfolger von Friedel Verwold gewählt worden, der 30 Jahre Vorsitzender der Handballregion Bentheim-Emsland (HRBE) war. „Ich arbeite nicht nur vom Schreibtisch aus, sondern bin vor Ort und spreche mit den Leuten“, sagt Hannemann.

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