Für den guten Zweck Meppener Thomas Bruns läuft längs durchs Emsland

Von Carsten Nitze


Meppen. Spektakuläre Aktionen für den guten Zweck sind spätestens seit der Ice Bucket Challenge, die im Sommer durch die sozialen Netzwerke stürmte, keine neue Erfindung. Doch während die Eiswasserdusche nur einen kurzen Moment der Überwindung gekostet hat, stellt sich der Meppener Leichtathlet Thomas Bruns am 29. November einer völlig anderen Herausforderung.

Um Spendengelder für den Krebsfonds Ludmillenstift Meppen zu sammeln, läuft der Langstreckenspezialist von Salzbergen nach Papenburg. Einmal am Stück längs durchs Emsland, ohne Pause, und das so schnell wie irgendwie möglich.

Während einer Trainingseinheit ließ Bruns der Gedanke, sich einmal völlig außerhalb der gewohnten Lauflängen und -strecken zu beweisen, nicht mehr los. „Ultraläufe über 100 Kilometer gibt es auch in Deutschland schon seit Längerem, aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah ist?“, dachte sich Bruns, und der „EmslandRun“ über etwa 102 Kilometer vom Salzbergener Bahnhof bis zur Meyer Werft in Papenburg war geboren.

Doch „nur einfach so durch das gesamte Emsland zu rennen“ war dem Langläufer vom SV Union Meppen dann doch zu wenig. So reifte die Idee, seinen ungewöhnlichen Lauf mit einer ungewöhnlichen Spendenaktion zu verbinden. Jeder, der will, kann einzelne Kilometer der Laufstrecke für fünf Euro kaufen. „Das ist Ansporn und Verpflichtung zugleich“, ist sich der Meppener sicher.

Beeindruckt von Bruns’ Vorhaben zeigte sich auch Annelene Ewers, Vorsitzende des Krebsfonds Ludmillenstift Meppen. Die gesammelten Gelder sollen vor allem in die beiden Projekte „Alltagslotse“ und „Sonnenbrücke“ fließen. „Wir unterstützen damit vor allem Patienten und ihre Angehörigen“, so Ewers im persönlichen Gespräch mit dem Meppener Langstreckenläufer. „Es geht im Kern um schnelle und unbürokratische Hilfe, denn durch die Krankheit kommt es immer wieder zu finanziellen Belastungen, die die Patienten und ihre Familien alleine nicht bewältigen können“, erklärt Ewers. „Von einem Spendenlauf durch die Region sollen dann auch die Menschen der Region profitieren“, begründete der Meppener Langstreckenläufer seine Entscheidung für den Krebsfonds.

Dabei ist auch die läuferische Durchquerung des Emslandes keine neue Erfindung. Bereits vor über 25 Jahren kam dem heutigen Vorsitzenden des Leichtathletikkreises, Klaus Ortwig, bei einer ausgiebigen Trainingseinheit die Idee, „das Emsland einmal im Dauerlauf zu vermessen“. Drei Jahre später, nach einem Probelauf im Altkreis Lingen, war es dann am 10. Juni 1991 so weit. Gemeinsam mit Ferdinand Dreising und der Unterstützung vieler lokaler Vereine fiel in Salzbergen der Startschuss zum 1. Emsland-Etappenlauf. Aufgeteilt in neun Teilstücke, liefen fast 400 Athleten quer durchs Emsland bis nach Papenburg. Genau 37 Läufer, darunter auch Ortwig, bewältigten alle Etappen des 193 Kilometer langen Laufes. Schon damals stand neben der sportlichen Herausforderung vor allem der gute Zweck im Vordergrund. Vor, während und nach der Veranstaltung sammelten die Organisatoren insgesamt 6500 DM an Spenden für die Jürgen-Pegler-Stiftung, die sich für das Errichten von Notrufsäulen an Autobahnen und Bundesstraßen einsetzte.

Am Ende blieb es bei der ersten und einzigen Auflage des Etappenlaufs durch das gesamte Emsland. Bedingt durch den hohen Zuspruch, war es den Organisatoren fast unmöglich, den reibungslosen Ablauf einer solch großen Veranstaltung allein mit ehrenamtlichen Helfern zu bewältigen. Der Etappenlauf selbst überlebte in deutlich kleinerem Rahmen.

Am 29. November um 7.30 Uhr will sich nun Bruns vom Bahnhof Salzbergen auf die Reise quer durchs Emsland nach Papenburg begeben. Über die Kreisstraße 327 geht es in Richtung Dortmund-Ems-Kanal vorbei am Kernkraftwerk Lingen zur Schleuse Hanekenfähr, die er um ca. 9.15 Uhr erreichen will. Immer dem Dortmund-Ems-Kanal folgend, passiert er Lingen (ca. 9.30 Uhr), Meppen (11.45 Uhr), Dörpen (ca. 14.30 Uhr), die Emsauen zwischen Herbrum und Vellage bei Aschendorf (15.15 Uhr) und hofft sein Ziel, den Parkplatz am Besucherzentrum der Meyer Werft, spätestens gegen 16.15 Uhr zu erreichen.

Unsicher ist sich der Meppener allerdings, ob er seinen Zeitplan überhaupt einhalten kann. „Noch weiß ich nicht, was nach der Marathondistanz passiert“, gibt er zu bedenken: „Eine solche Strecke am Stück und ohne Pause bin ich noch nie gelaufen!“ Dennoch hofft der Langstreckenspezialist, der von mindestens einem Radfahrer begleitet wird, die vielen Kilometer nicht gänzlich allein zu bewältigen. Jeder Laufbegeisterte ist eingeladen, den Meppener auf seinem „Run“, auch nur für wenige Kilometer, zu begleiten. Deshalb ist extra die Facebook-Seite „EmslandRun“ eingerichtet worden. Hier gibt es während des Laufes aktuelle Informationen.

Alle weiteren Infos zum Lauf und zur Spendenaktion unter: www.derläufer.de und www.krebsfonds-ludmillenstift-meppen.de