Biemann-Schwestern holen Titel Stepptanz-DM: Emslandarena sorgt für Begeisterung

Von Dieter Kremer


Lingen. In Straßenreinigermontur treten Thomas Lichtenberg und Kerstin Vogel mit ihren Besen ins grelle Scheinwerferlicht der Emslandarena. Doch anstatt die Bühne zu fegen, trommeln die zwei Nordhorner mit ihren Füßen zur Musik übers Parkett. Knapp 600 Teilnehmer traten am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften im Stepptanz in Lingen an. Mit zwei Titeln und insgesamt zehn Podestplätzen nutzten die Emsländer ihren Heimvorteil.

Alle 67 Starter der Tanzgalerie Lorenz aus Lingen haben sich für die Weltmeisterschaften vom 2. bis 6. Dezember in der Sachsen-Arena in Riesa qualifiziert. Bei den Erwachsenenduos setzten sich die Geschwister Tabea und Farina Biemann, die bereits 2007 den DM-Titel gewonnen hatten, durch. „Sie waren ein paar Jahre getrennt, weil sie von der Altersstufe her nicht zusammenpassten“, erklärt Cheforganisatorin und Tanzpädagogin Svetlana Lorenz die Pause zwischen den beiden Titelgewinnen. Seit diesem Jahr dürften die beiden wieder gemeinsam tanzen.

Der zweite DM-Titel ging an den Tanzbogen Haren, dessen Hauptgruppe bei den Newcomer-Formationen die Nase vorn hatte.

Zudem belegte die Tanzgalerie dreimal Platz zwei: Bei den Kindern durch das Duo Sandy Willmann und Alissa Steinle sowie mit dem Tanzgalerie-Trio bei den Junioren und mit der Smallgroup Kinder (Gruppen). Bronze holten Sandy Willmann (Solo Kids) bei den Kindern, Pauline Hendrischk und Jana Lorenz (Duos Junioren), die Smallgroup Hauptklasse, die Tanzgalerie Formation (Junioren) und Tanzgalerie Formation (Hauptklasse II). Daneben gab es einen Teilnehmer-Award, weil in einer Klasse nur zwei Teilnehmer an den Start gegangen waren. Zur Erklärung: Erst bei drei Startern werden Medaillen vergeben.

Zehn Trophäen

Lorenz war ausgesprochen zufrieden mit der Ausbeute. „Ich freue mich, dass wir so viele Pokale behalten durften.“ Zehn Trophäen heimste die Tanzgalerie in zwölf Kategorien ein. Das sei ein super Ergebnis, erklärt Lorenz.

Die international besetzte siebenköpfige Jury bewertete Schwierigkeitsgrad, Geschwindigkeit, Präzision und Dynamik der Schritte sowie Choreografie und Kostüme. Als Solisten, Duos, Trios, Gruppen und Formationen steppten die Teilnehmer über die Bühne. Bei den Formationen waren bis zu 24 Stepptänzerinnen und Stepptänzer unterwegs. Zwischen zwei und vier Minuten – je nach Alter – dauerten die jeweiligen Auftritte.

Diese Halle sei einfach nur dafür geschaffen, Tanzevents in großer Form durchzuführen, lobte Kerstin Albrecht von der gleichnamigen Tanzschule aus Georgsmarienhütte die Emslandarena. „Wir haben so viele Komplimente bekommen. Das war schon einmalig“, schwärmt Lorenz von dem erhaltenen Feedback. Die Resonanz auf die gesamte Veranstaltung sei toll gewesen. „Ich habe heute Morgen schon gesagt, dass mein Facebook platzt“, lacht Lorenz. Es sei eine gelungene Meisterschaft gewesen, und das gesamte Team aus Tanzgalerie und Eltern habe Großartiges geleistet. „So eine schöne Zusammenarbeit ist einmalig und nicht selbstverständlich“, stimmte Lorenz wahre Lobeshymnen an. „Das war klasse. Wir haben uns in Lingen super wohlgefühlt. So eine Halle würde Osnabrück auch gut zu Gesicht stehen“, stimmt Albrecht zu. Lorenz und Co. hätten einen wahren Event-Tempel geschaffen, „wo es an nichts fehlen sollte“. Technik und Organisation seien perfekt gewesen, wodurch die Meisterschaft einen auch perfekten Eindruck für alle hinterlassen habe.

Insgesamt waren Stepptänzer aus 23 Städten des gesamten Bundesgebietes in die Emslandarena gekommen, um in Lingen ihre Besten zu küren und sich für die WM in Riesa, wo 1800 Starter erwartet werden, zu qualifizieren. Der jüngste Tänzer war gerade einmal neun Jahre alt. Der älteste Starter versuchte es mit 65.

Die Fahrkarten zur WM sicherten sich jeweils die ersten vier Plätze, in manchen Fällen sogar fünf, da Deutschland als amtierender Weltmeister einen Startplatz mehr hat.