Auf dem Dankernsee in Haren Jan Brünjes holt EM-Titel im Wasserski mit Ansage

Von Dieter Kremer


Haren. Eine faustdicke Überraschung war der Titel nicht. Schließlich hatte Jan Brünjes bereits im Vorjahr in Polen Einzel- und Mannschaftsgold in der Disziplin Trickski gewonnen. Trotzdem herrschte am Samstag bei dem 38-jährigen Heeder große Freude über den Sieg bei den Seilbahnwasserski-Europameisterschaften der Junioren und Senioren auf dem Dankernsee in Haren.

Zumal sich Brünjes’ Vorbereitung schwierig gestaltet hatte. „Das Training fiel nicht ganz so üppig aus, aber hat ja am Ende gereicht“, spielte er auf die letzten Wochen vor der Europameisterschaft an. Zum einen habe ihn eine Grippe geschwächt, zum anderen musste Brünjes sein wöchentliches Pensum herunterschrauben, weil er vor zwei Wochen die deutschen Meisterschaften auf dem Idasee ausrichtete. Brünjes betreibt dort sowie in Heede und Veendam die Wasserskianlagen.

Nichtsdestotrotz habe er mit dem Titel geliebäugelt, gesteht Brünjes. Im Trickski beziehungsweise Figurenlaufen haben die Sportler zweimal 20 Sekunden Zeit, um verschiedene Figuren wie Drehungen oder Saltos zu zeigen, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade beinhalten. „Ein Durchlauf wird gefahren mit zwei Händen an der Hantel und der zweite Durchlauf mit dem Fuß an der Hantel“, erklärt Brünjes.

Für eine weitere deutsche beziehungsweise emsländische Medaille sorgte Herbert Fehrmann vom WSC Schloss Dankern. Mit 37,20 Metern sicherte er sich hinter dem Österreicher Manfred Hintringer (54,80 Meter), den Fehrmann aufgrund seiner Dominanz mit Michael Schumacher vergleicht, und dem Engländer Stuart Marsten (40,10 m) Bronze im Weitsprung. Fehrmann, der aus Haren kommt und seit einigen Jahren in Berlin arbeitet, verkündete seinen Abschied vom Wettkampfsport. „Ich hab alles erreicht, was ich erreichen wollte. Und durfte dieses Mal auch mit dem Bundesadler auf der Brust starten. Alles ist wunderbar“, sagt der 48-Jährige.

Medaillentauglich seien auch das Wetter und das Zuschauerinteresse gewesen, bestätigten sowohl Brünjes als auch Fehrmann. „Es herrschten Topbedingungen. Durch die Windstille war das Wasser ruhig, schnell und weich“, so Brünjes. Bis zur Siegerehrung habe der Regen die Sportler und Zuschauer, die den Strand bevölkerten, verschont.

Bei der am Mittwoch mit der Eröffnungsfeier beginnenden und ebenfalls in Dankern stattfindenden WM sind beide nicht am Start. „Dafür müsste ich mich auch direkt qualifizieren. Denn dort starten die acht Besten der Weltrangliste. Dafür muss ich noch ein bisschen was tun“, erklärt Brünjes.