Schagen wirft 1000. Tor für HSG Nordhorn-Lingen macht den Traumstart perfekt

Von Uli Mentrup

Ein besonderes Jubiläum feierte Bobby Schagen beim Sieg von Nordhorn-Lingen in Großwallstadt: Der Niederländer warf sein 1000. Tor für die HSG. Foto: Doris LeißingEin besonderes Jubiläum feierte Bobby Schagen beim Sieg von Nordhorn-Lingen in Großwallstadt: Der Niederländer warf sein 1000. Tor für die HSG. Foto: Doris Leißing

Aschaffenburg. Da war selbst HSG-Trainer Heiner Bültmann überrascht. Dass seine Mannschaft beim TV Großwallstadt gewinnen könnte, das hatte er für möglich gehalten. Aber dass sie sich so dominant wie beim 31:24 behaupten würde, damit hatte er „wirklich nicht gerechnet“.

„Es hat einfach unheimlich viel geklappt“, stellt Bültmann fest. „Das ist auf diesem Niveau sicher nicht immer möglich.“ Aber Nordhorn-Lingen hat Duftmarken gesetzt in der Zweiten Handball-Bundesliga. Gerade mit den Auswärtssiegen bei den hohen Favoriten Eisenach und Großwallstadt . „Das wird einige überrascht haben“, vermutete Bültmann. Nach vier Spieltagen verzeichnet die HSG bereits zwei Siege in fremden Hallen. Vor zwei Jahren reichte es gerade für zwei Auswärtserfolge in der gesamten Saison.

In Aschaffenburg war die Souveränität des Sieges beeindruckend. Der Erfolg geriet nie in Gefahr. Der Gastgeber führte nur beim 1:0. Dann zogen die Niedersachsen davon, verkrafteten kurz nach der Pause drei Gegentore in Folge und die Rote Karte gegen Toon Leenders. Das lag auch daran, dass der wieder genesene Luca de Boer den Niederländer „eins zu eins“ (Bültmann) ersetzte. Zudem „haben wir immer getroffen, wenn es wichtig war. Auch in Drucksituationen.“ So gelangen einige Kempa-Tore, Jens Wiese traf mit der Schlusssirene aus 15 Metern, und Bobby Schagen feierte sein 1000. Tor im HSG-Trikot. Nach 161 Spielen stehen jetzt 1004 Treffer zu Buche.

„Das war spielerisch richtig gut“, beschrieb der Trainer die Spielweise seiner Mannschaft. Keeper Björn Buhrmester parierte einige Bälle, die Mannschaft lief Gegenstöße, schaffte Überzahlsituationen oder spielte die Angriffe geduldig zu Ende. Fast alles klappte. Und die HSG traf von jeder Position.

„Es ist ein schönes Gefühl, ganz oben zu stehen“, sagte Bültmann, der sich schon auf der langen Rückfahrt auf das nächste Spitzenspiel am Sonntag (21.9.) um 17 Uhr in der Lingener Emslandarena gegen die Rimparer Wölfe vorbereitete. Der Vorjahresaufsteiger holte nach dem klaren 31:23-Erfolg am Samstagabend gegen Empor Rostock die Tabellenführung wieder zurück von der HSG. Die Unterfranken. weisen wie Nordhorn-Lingen 8:0 Zähler auf. Beide Teams trennt nur die Tordifferenz.

Für DJK-Trainer Jens Bürkle, der mit Bültmann die A-Lizenz erworben hat, auch eine Folge des günstigen Spielplans. Doch der HSG-Coach ist sicher, dass sich in Rimpar etwas entwickelt. Der Gegner, der in der vergangenen Serie mit 0:10 Punkten startete, nach der Hinrunde Rang 16 und nach der Rückrunde Platz elf belegte, hat sich weiter gesteigert. „Das ist eine richtig gute Mannschaft“, betont Bültmann. „Gut organisiert und knallhart in der Abwehr.“

Doch die HSG-Akteure haben vor dem erneuten Auftritt in der Emslandarena viel Selbstvertrauen gesammelt. Nach dem Traumstart überrascht das nicht.