Spätstarter mit Lampenfieber Martin Brümmer will in Lähden nicht Letzter werden

Von Helmut Diers

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Martin Brümmer ordnet für eine Trainingsstunde das Geschirr seiner Pferde. Das Gespann hält dabei Freund und Beifahrer (Groom) Andreas Eichhorn.Martin Brümmer ordnet für eine Trainingsstunde das Geschirr seiner Pferde. Das Gespann hält dabei Freund und Beifahrer (Groom) Andreas Eichhorn.

Lähden. Im deutschen Fahrsportmekka „Am Schillerberg“ in Lähden dreht sich von Donnerstag bis Sonntag alles um die Weltmeisterschaftssichtung der Vierspänner Großpferde, um die internationale Zweispännerklasse mit den Lokalmatadorinnen Anna Sandmann, Carola Slater-Diener und dem Lokalmatador Adolf Fischer sowie um um die national ausgeschriebenen Wettbewerbe der Zwei- und Vierspänner Ponys.

Insgesamt 93 Vier- und Zweispänner aus 14 Nationen werden in Lähden an den Start rollen. Eine besondere Bedeutung bekommt das internationale Fahrturnier für die deutschen Vierspänner durch die Sichtung für die WM im französischen Caen . Zudem werden nach diesem Wochenende die deutschen Vierspänner nominiert, die zum CHIO Aachen anreisen dürfen.

Wenn am Donnerstag nach der Veterinärinspektion der Pferde und Ponys feststeht, wer sich am Freitag ab 8 Uhr in der Dressurprüfung präsentieren, sich am Samstag ab 8 Uhr im Geländemarathon bewähren und am Sonntag ab 10 Uhr im Kegelfahren glänzen darf, dann hofft auch Martin Brümmer vom RFV Haselünne dabei zu sein. Der 45-jährige gelernte Landwirt und heutige Servicefahrer ist neben Christoph Sandmann der einzige emsländische Vierspänner im großen Turniersport. Seit drei Jahren tourt Brümmer zunächst im Zweispänner- und seit einem Jahr im Vierspännersport. Mit Pferden hatte er es auf dem elterlichen Hof schon von Kindesbeinen an zu tun. „Unsere Pferde gingen aber nur vor dem Planwagen, vor Hochzeits- und Schützenfestkutschen oder Ausflugskutschen. Sie mussten ihr Futter verdienen“, dauerte es vier Jahrzehnte, bis Brümmer sich auf Drängen des Sponsors Heinz Wilgen auch dem Fahrsport verschrieb. Und das vor drei Jahren in einem atemberaubenden Durchmarsch in allen Leistungsklassen. „Im Alter von 20 Jahren habe ich mal so zum Spaß zwei Einsteigerturniere gefahren. Dann war wieder Schluss“.

Inzwischen ist der Spätstarter, der in dem Sport mit großem Engagement von seinem Freund Andreas Eichhorn unterstützt wird, mit einem pechschwarzen Arabofriesengespann unterwegs. Staunen löst immer wieder der Durchmarsch Brümmers in die schwerste internationale Leistungsklasse aus. „Da bezahlt man schon Lehrgeld“, macht sich Brümmer keine Ambitionen auf einen vorderen Platz in Lähden im Konzert der Großen. „Nur nicht Letzter werden“, ist seine Maxime.

Und das war er bereits bei den zwei vorhergehenden WM-Sichtungen in Herchenrode und Herford nicht. In beiden Wettbewerben belegte er den zwölften Rang bei mindestens 15 Gespannen. „In der Dressur bin ich schon ganz gut, im Gelände hapert es noch. Ich muss noch viel lernen. Mein Gespann in den Händen eines erfahrenen Fahrers kann sich durchaus schon heute weiter vorn platzieren“, zeigt Brümmer Bescheidenheit und realistische Leistungseinstellung. „Ich will in Lähden gut aussehen. Nervös bin ich schon. Es wollen mich viele Bekannte und Freunde in Lähden unter die Lupe nehmen. Wie gesagt: Nur nicht Letzter werden.“


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