25000 Kilometer durch Europa Bernd Stubbe träumt vom erneuten EM-Titel

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Zum Stubbe-Team gehören (von links) Heinrich Assies, Hans Lücken, Gerhard und Bernd Stubbe. Foto: Dirk HellmersZum Stubbe-Team gehören (von links) Heinrich Assies, Hans Lücken, Gerhard und Bernd Stubbe. Foto: Dirk Hellmers

Rhede. Nach Feierabend bleibt Bernd Stubbe oft in der Werkshalle der Bauschlosserei seines Vaters. Bevor er die Lichter ausmacht, schraubt er weiter an seinem Traum vom Europameistertitel. Nachdem Stubbe 2011, 2012 und 2013 der beste Superbuggy-Fahrer des Kontinents war, ist der Titelhunger nicht gestillt.

„Die Titelverteidigung ist das Ziel, sagt Stubbe klar. Dafür hat er mit seinem Team den ganzen Winter geschraubt und gebastelt. Viele Details haben sich an dem Fahrzeug geändert – eigentlich ist fast alles neu. Zum Beispiel der Motor. „Aus Aluminium“, so der 29-Jährige. Damit sei das Fahrzeug knapp 20 Kilo leichter und damit schneller. Seit September wird an dem Fahrzeug geschraubt. „Das macht auch Spaß“, legt es der Rennfahrer nicht nur auf die schnellen Runden auf der Piste an. „Außerdem weiß man dann auch, wie es funktioniert.“ Denn das Schrauben kann sich bei Fehlern an den Rennwochenenden als einzige Chance erweisen. Schließlich befinden sich in Stubbes Team „nur“ Hobbymechaniker.

Vor dem Saisonstart sind die aufgeklebten roten und gelben Flammen noch gut zu sehen, ebenso die Sponsoren und die „1“. Unter Druck setzen lässt sich der Rheder trotz des hohen Zieles nicht. Sobald er unter den ersten drei fahre, sei die Saison ein Erfolg. Für die neun Rennen muss er rund 25000 Kilometer durch Europa reisen, die meisten davon in seinem Tourbus, die wenigsten verbringt er in seinem Superbuggy. Die Runden sind jeweils nur knapp einen Kilometer lang. Die Rennen führen ihn nach Italien, Tschechien, Ungarn und Frankreich. Dort endet die Saison Mitte September.

Woran der Titeltraum scheitern kann? „Die Franzosen haben zugelegt“, sagt Vater Gerhard, der zum Schrauberteam seines Sohnes gehört. Ob die Einschätzung richtig ist? „Man hört einiges, aber man weiß ja nicht, ob die die Wahrheit erzählen“, sagt der Fahrer selbst. Während der Wintermonate müsse man sich auf Gerüchte verlassen. Was stimmt, wird er frühestens auf der Rennstrecke beim ersten Testlauf kurz vor dem Saisonstart Mitte Mai im brandenburgischen Seelow sehen. Dann wird auch Stubbe zum ersten Mal in seinem verbesserten Buggy aufs Gaspedal treten. Als Favoriten starten jedes Jahr die Tschechen, dort werden die Fahrer vom Staat gefördert. Stubbe hingegen muss sich mit seinem Team um alles selbst kümmern.

Sollte Stubbe der fünfte Titel, vor seinem Hattrick siegte er bereits im Jahr 2008 und machte anschließend eine Ausbildungspause, hätte er seinen Konkurrenten Petr Bartos abgehängt. Der Tscheche feierte im Jahr 2000 sowie 2005 bis 2007 ebenfalls vier EM-Titel. Rekordhalter ist nach wie vor der Deutsche Willi Rösel, der von 1979 bis 1985 siebenmal Europameister wurde.

Aber neben den Rennen geht es Stubbe auch um die Geselligkeit. Nach den Rennen werde im Camp gefachsimpelt. Und irgendwann hoffentlich auch Titel Nummer fünf gefeiert. Doch bis es losgeht, müssen noch neue Dämpfer eingebaut werden und weitere Kleinigkeiten. Daher wird Stubbe auch in den nächsten Wochen nach Feierabend weiter in der Werkstatt schrauben.


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