Sogar der Trainer tanzt HSG Nordhorn-Lingen siegt erneut im Spitzenspiel

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Einsatz pur: In einer dramatischen Partie setzte sich die HSG Nordhorn-Lingen 24:23 gegen Spitzenreiter HC Erlangen durch. Das Foto zeigt einen Zweikampf zwischen Ole Rahmel und Pavel Mickal (r.). Foto: Werner ScholzEinsatz pur: In einer dramatischen Partie setzte sich die HSG Nordhorn-Lingen 24:23 gegen Spitzenreiter HC Erlangen durch. Das Foto zeigt einen Zweikampf zwischen Ole Rahmel und Pavel Mickal (r.). Foto: Werner Scholz

Nordhorn. „Wahnsinn!“ Das war das meistgebrauchte Wort nach dem heißblütigen und packenden Spitzenspiel zwischen der HSG Nordhorn-Lingen und HC Erlangen. Vor 2419 Zuschauer setzte sich der Gastgeber trotz kurzfristiger Personalsorgen 24:23 (11:13) durch und stürzte beim sechsten Sieg in Serie bereits den dritten Tabellenführer.

Die Spannung war lange Zeit kaum zu überbieten. Wäre ein Drehbuch Grundlage des Spiels gewesen, der Autor hätte Hoffnungen auf einen Hollywood-Oscar hegen dürfen. Der Gastgeber – immerhin die beste Rückrundenmannschaft – war plötzlich krasser Außenseiter. Denn Stammtorwart Björn Buhrmester gab wegen einer heftigen Erkältung nur grünes Licht für einen Kurzeinsatz. Matthias Poll hatte sich im Training verletzt. Diagnose: Gehirnerschütterung und natürlich Sportverbot.

Dagegen stand Frank Schumann wieder im Team. Er war rechtzeitig vor dem Hit Vater einer Tochter (Luise) geworden. Dennis Bartels erfuhr erst am Sonntagmorgen, dass er das HSG-Tor hüten musste. Und sein Einstand begann unglücklich. Jeder Erlanger Schuss war in der Anfangsphase ein Tor. „Ich hätte gern noch ein paar mehr Bälle gehalten“, ärgerte er sich. Es fehlte auch ein Quäntchen Glück. Einige Bälle berührte er noch. Nach zwölf Minuten lag die HSG 3:8 zurück. Sie blieb sieben Minuten ohne Tor.

Die erste Parade gelang nach einer Viertelstunde. „Biedel“ wehrte mit dem Gesicht ab. Danach war er in entscheidenden Momenten präsent. Es war ein Signal. Der Gastgeber kam mehrfach bis auf ein Tor heran. Er verpasste den Ausgleich und lag zur Pause 11:13 hinten. Weit knapper als erhofft. Das hatte er der wieder besser funktionierenden Abwehr zu verdanken und dem Bemühen von Nils Meyer, mehr Struktur ins Spiel gegen eine energisch zupackende 3-2-1-Abwehr zu bekommen. Das war gar nicht so leicht.

Doch auch die Fans glaubten an die Mannschaft, die bis zur 45. Minute einem Rückstand hinterherlief, 19:18 in Führung ging (47.), 21:22 zurücklag (53.), aber am Ende doch gewann. „Wir wurden vom Publikum getragen“, wusste Meyer. Aber Bartels im Tor erhöhte die Zahl seiner Paraden, Buhrmester ließ sich bei zwei Siebenmetern einwechseln (46., 48.), die er abwehrte. Später zeigte er im Spiel noch zwei Paraden. „Wir haben gefightet“, stellte Alex Terwolbeck fest, der in der Schlussphase kluge Entscheidungen fällte und das Siegtor warf.

Im Abschluss offenbarten beide Teams Schwächen. Auch die HSG hätte früher Sicherheit bekommen können. So blieb es bis zur letzten Sekunde spannend. Die Fans hielt es längst nicht mehr auf den Sitzen. Frenetisch trieben sie das Team zum Sieg. Wahnsinn – genau wie der Siegestanz von Trainer Heiner Bültmann.


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