Rudelbildung nach dem Abpiff Deutschland gegen Niederlande: Spuckattacke auf U20-Kapitän in Meppen

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Meppen. Die Szene des Spiels der U20-Nationalmannschaften von Deutschland und den Niederlanden (1:1) passierte erst nach dem Abpfiff: Der niederländische Verteidiger Jordan Teze (PSV Eindhoven) spuckte ohne erkennbaren Grund Kapitän Salih Öczan (1. FC Köln) ins Gesicht. In seinem Bart war der Speichel von Teze deutlich zu erkennen.

Bevor der italienische Schiedsrichter Rosario Abisso eingreifen konnte, ging mit Deyovasio Zeefuik (FC Groningen) ein weiterer Niederländer auf Öczan zu und wischte ihm die eindeutigen Indizien aus dem Gesicht. Anschließend kam es zu einer Rudelbildung und einigen Schubsereien. Erst wenig später konnte sich die Lage beruhigen. Was wirklich der Auslöser war, wird wohl ein Geheimnis zwischen den beiden Spielern bleiben. Seit der Weltmeisterschaft 1990 und der Spuckattacke von Frank Rijkaard auf Rudi Völler hätte man so etwas in einem Duell zwischen den beiden Nachbarländern eigentlich nicht wieder erwartet.

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Situation schnell wieder vergessen

Die Spieler wollten nach dem Abpfiff kaum etwas zu der Situation sagen. Viel wichtiger war ihnen ein tolles Spiel abgeliefert zu haben. Zudem waren sie von der Hänsch-Arena und den Zuschauern begeistert. „Ich finde das Stadion richtig geil. Es hat einen englischen Flair. Die Platzverhältnisse waren super und die Stimmung hat mir sehr gut gefallen. Es war eine Mischung aus begeisterten Kindern und vielen Fußballinteressierten, die mit dem Spiel mitgegangen sind“, so U20-Coach Meikel Schönweitz.

Fans sorgen für Unterstützung

Auch Spuckopfer Öczan freute sich über die Unterstützung von den 2540 Zuschauern auf den Rängen. „Man hat gemerkt, dass die Fans hinter uns stehen. Bei Standards waren sie da, aber auch bei Aktionen, die gegen uns gepfiffen wurden.“

Salih Özcan ärgert sich über den verschossenen Elfmeter. Foto: Werner Scholz

Der beim FC Bayern ausgebildete Mittelfeldspieler Niklas Dorsch, der jetzt beim 1. FC Heidenheim spielt, war ebenfalls von der Atmosphäre angetan. „Wenn man vom Platz mal auf die Tribüne schaut und die ganzen Fähnchen wedeln, ist das natürlich ein schöner Anblick“, spricht der 20-Jährige die 750 vom DFB am Eingang gratis verteilten Fahnen an.

Knapp 80 Scouts vor Ort

Weniger für die gute Stimmung gesorgt haben dürften die knapp 80 Scouts, die sich in der Hänsch-Arena eingefunden hatten. Nicht nur alle 18 Bundesligavereine hatten ihre Späher losgeschickt, auch Vertreter aus England, Spanien, Italien, Frankreich und natürlich den Niederlanden waren vor Ort. Unter ihnen verbergen sich teilweise auch spannende Personen wie Ajax-Scout Henk Veldmate, der den Wechsel von Luis Suarez aus Südamerika nach Europa eingeleitet haben soll.


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