Ex-HSG-Quartett bei Flensburg Die Minimalchance reizt Nordhorn-Lingen

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Lingen Die Chance im DHB-Pokal ist minimal, der Reiz riesengroß. Handball-Zweitligist Nordhorn-Lingen fordert am Samstag ab 15 Uhr im nordrhein-westfälischen Halver den Deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt, bei dem noch vier ehemalige Akteure der HSG tätig sind.

Der Sieger dieses Duells trifft Sonntag auf den Gewinner der Partie des Drittligisten SG-Schalksmühle-Halver gegen den Zweitligisten TuS Ferndorf. Nur eine Mannschaft kommt in die zweite Pokalrunde.

2014 Champions-League-Sieger

Für HSG-Trainer Heiner Bültmann ist der Unterschied zwischen beiden Kontrahenten sehr groß. Die Flensburger sind für ihn nicht nur Bundesliga, sondern darin mit Kiel oder den Rhein-Neckar Löwen eine andere Nummer. Sprich: Der Gegner ist weltklasse, erfahren in der Champions League, die er 2014 gewonnen hat.

Machulla acht Jahre bei der HSG

Auch wenn Flensburgs Coach Maik Machulla, der acht Jahre für die HSG gespielt hat und 2009 mit Bültmann Spielertrainer war, nach dem Weggang von sechs Spielern von einem Umbruch spricht, sieht Bültmann noch genug Weltklasse bei den Schleswig-Holsteinern. Dazu zählen etwa die ehemaligen HSG-Akteure Holger Glandorf und Tobias Karlsson, aber auch Jim Godfrisdsson oder Rasmus Lauge. Gerade zwei Spieler im Kader haben keine Länderspiel-Erfahrung: Marius Steinhauser und Johannes Golla. Über mehr Einsätze im Nationaltrikot als Glandorf (170), der 2007 noch zu HSG-Zeiten Weltmeister wurde, verfügen nur der Schwede Karlsson (180) und der Däne Lasse Svan (194). (Weiterlesen: Nach zehn Jahren wieder Mannschaftsbus)

„Alles versuchen“

Die Aufgabe für die Niedersachsen scheint erdrückend. Aber Bültmann kündigt an, dass sich sein Team gegen den übermächtigen Gegner nicht verstecken wird. „Wir werden alles versuchen, um ein Top-Spiel abzuliefern.“ Dafür ist im Angriff viel Disziplin nötig, um die technischen Fehler auf ein Minimum zu reduzieren. Denn Flensburgs Waffe ist das Tempo-Spiel, oft über Lauge und Godfridsson, die die Verwerter geschickt einsetzen. „Wir müssen super nach hinten arbeiten“, weiß Bültmann. „Hauptaufgabe wird sein, Flensburg ins Positionsspiel zu bringen.“

Vor sechs Jahren 19:35 gegen Flensburg

Dass der Gegner das Zwei-Städte-Team unterschätzen könnte, hält Bültmann für ausgeschlossen. Flensburg hat sogar den Test der HSG gegen Minden aufgezeichnet, um nichts dem Zufall zu überlassen. Gegen Lemgo und den HSV Hamburg hat Nordhorn-Lingen in den letzten Jahren überrascht, gegen die Füchse Berlin fehlten 2017 nur wenige Sekunden. Aber das Achtelfinale Ende 2012 verlor Nordhorn-Lingen gegen Flensburg-Handewitt mit 19:35 (10:16). Sieben HSG-Akteure sind noch im aktuellen Kader: Björn Buhrmester, Nicky Verjans, Pavel Mickal, Patrick Miedema, Alex Terwolbeck, Luca de Boer und Jens Wiese.

Glandorf eine Handball-Ikone

Mickal und Verjans haben in der ersten Liga regelmäßig mit Glandorf, Karlsson, Machulla und Mark Bult, der jetzt Co-Trainer beim Gegner ist, gespielt. „Ich habe von allen gelernt“, sagt Verjans, der als 17-Jähriger kam. SG-Kapitän Karlsson hat er als unglaublich athletischen Abwehrspieler in Erinnerung. Glandorf war schon damals eine Ikone des Handballs bei der HSG, für die er von 1999 bis 2009 spielte. „Er geht dahin, wo es wehtut“, sagt Verjans. Glandorf ist wie Machulla, der sich im 290. und letzten Spiel für den Verein die Torjägerkrone der 2. Bundesliga Nord sicherte, Ehrenmitglied der HSG. Bult, vier Jahre bei den Niedersachsen aktiv, war eine besondere Bezugsperson für Verjans. Beide spielten in der niederländischen Nationalmannschaft.

Keine Übernachtung gebucht

Mannschaft ist das Stichwort für Verjans: „Nur wenn wir als Mannschaft auftreten, haben wir eine kleine Chance.“ Dass die HSG keine Übernachtung in Halver gebucht hat, stört ihn nicht. Zum Einen erscheint es realistisch, zum Anderen ist es ja auch nicht so weit ...


Statistik zum DHB-Pokal-Achtelfinale 2012

HSG Nordhorn-Lingen - SG Flensburg-Handewitt 19:35 (10:16)

HSG Nordhorn-Lingen: Buhrmester 11/1 Paraden), Bartels (0 Paraden, bei einem Siebenmeter); Verjans (3/1), Wilmsen (1), Volkhausen, Mickal (5), Miedema, Meyer (1/1), Schagen (4/2), Poll, Trodler, Terwolbeck, de Boer (1), Rigterink, Wiese (4).

SG Flensburg-Handewitt: Andersson (10 Paraden, bis 50.), Rasmussen (7/3 Paraden und bei vier Siebenmeter); Karlsson, Eggert (10/7), Glandorf (6), Mogensen (2), Svan Hansen (2), Weinhold (5), Volquarsen (3), Dibbert, Heinl (1), Voigt (1), von Gruchalla (2), Vranjes, Knudsen (3).

Siebenmeter: 4/7 (Schagen, 2, und Verjans scheitern - 7/8 (Eggert, scheitert einmal).

Zeitstrafen: 2 Min. (Wilmsen, 41.) / 4 Min. (Weinhold, 23.; Volquarsen, 58.).

Zuschauer: 3200 im Nordhorner Euregium.

Schiedsrichter: Peter Behrens / Marc Fasthoff (beide Düsseldorf).

Beste Spieler: Buhrmester, Mickal / Glandorf, Weinhold, Knudsen, Andersson.

Spielfilm: 0:3 (5.), 2:4 (7.), 2:8 (13.), 4:9 (17.), 7:13 (23.), 8:15 (27) 10:16 (Hz.) - 11:18 (34.), 14:18 (36.), 15:24 (46.), 17:25 (48.), 18:30 (54.), 19:31 (55.), 19:35 (E).

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