Nahaufnahme René Herms: Aus der Kreisliga zur Europameisterschaft

Von Henning Harlacher

Der Fußballer René Hermes (rotes Trikot) erzielte drei Tore bei den europäischen Hochschulmeisterschaften. Foto: Lars SchröerDer Fußballer René Hermes (rotes Trikot) erzielte drei Tore bei den europäischen Hochschulmeisterschaften. Foto: Lars Schröer

Meppen. Mit der Universität Vechta hat es Fußballer René Hermes vom VfL Emslage bei den europäischen Hochschulmeisterschaften bis ins Halbfinale geschafft. Die Eindrücke im portugiesischen Coimbra wird der 25-Jährige sein Leben lang nicht vergessen.

Nicht viele Fußballer können von sich behaupten, an einer Europameisterschaft teilgenommen zu haben. René Hermes vom Kreisligisten VfL Emslage kann das schon - er ist mit der Universität Vechta bei der Hochschul-Europameisterschaft nur knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt.

„Für uns alle war es eine unglaubliche Erfahrung“, schwärmt der 25-Jährige vom Turnier im portugiesischen Coimbra. „Wir haben in der Zeit im Studentenwohnheim der dortigen Universität gelebt und hatten darüber hinaus viel Kontakt zu den anderen europäischen Teilnehmern.“

Insgesamt kämpften 4000 Studenten in elf Sportarten um Medaillen.

Grandioser Lauf bis ins Halbfinale

Qualifiziert hatte sich die Uni Vechta mit dem Gewinn der deutschen Hochschulmeisterschaft im Sommer 2017. Neben Hermes, der 2014 durch seine Erzieherausbildung das Fachabitur an der Marienhausschule in Meppen erlangt hat, waren in der Unimannschaft weitere emsländische Spieler wie Alexander Quaing von Olympia Laxten und Florian Hoff, der im Sommer vom SC Spelle-Venhaus zu Blau-Weiß Lohne gewechselt ist.

„Unser Ziel war es, einen Punkt in der Gruppenphase zu holen. Nach dem 0:0 zum Auftakt gegen die Uni Kiew hatten wir unser Vorhaben bereits erreicht“, denkt Hermes freudig zurück. Nach zwei 2:1-Siegen gegen die Vytautas Magnus Uni aus Litauen, mit dem Siegtreffer durch Hermes, sowie gegen die Uni aus Porto, stand die deutsche Auswahl im Viertelfinale. Hier wurde die Universität aus dem finnischen Jyväskylä mit 2:0 ausgeschaltet. Im Halbfinale wartete die Mannschaft aus Kroatien. „Wir haben zur Halbzeit sogar 1:0 geführt. In der zweiten Halbzeit konnte die Kroaten, die später den Titel geholt haben, ausgleichen und mit dem Schlusspfiff den Siegtreffer erzielen. Das war ein echter Schock für uns“, so Hermes, der während des Turniers als Stammspieler im linken Mittelfeld zum Zug kam.

Weltmeisterschaft knapp verpasst

Aber auch im Spiel um Platz drei sollte ein Drama warten. Gegen die Uni aus Kiew hatte die deutsche Truppe erst im Elfmeterschießen das Nachsehen. So ging es ohne Medaille aber um viele Eindrücke und Erfahrungen reicher nach neun Tagen in Portugal wieder nach Deutschland. „Mit dem dritten Platz hätten wir uns für die Weltmeisterschaft in China qualifiziert“, blickt der 25-Jährige etwas wehmütig zurück.

Heute hat Hermes, der nach seinem Bachelor im Studienfach Soziale Arbeit beim Jugendamt des Landkreises Emsland im allgemeinen sozialen Dienst tätig ist, nur noch den VfL Emslage im Kopf. In der Jugend hat er bereits mit dem SV Meppen in der Regionalliga gekickt und im Herrenbereich beim TuS Lingen sowie Union Lohne Bezirksligaluft geschnuppert. „Das Bedürfnis höher zu spielen ist natürlich da, aber am liebsten mit Emslage“, blickt Hermes in die sportliche Zukunft.


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