Nahaufnahme von Martin Hinrichs „Die Schwimm-DM ist schon eine ganz andere Nummer“

Von Dieter Kremer


Papenburg Ex-Weltmeister Marco Koch verpasste seine letzte Chance auf ein EM-Ticket. Unerkannt davon sprang am vergangenen Wochenende Martin Hinrichs bei den 130. Deutschen Meisterschaften in Berlin vom Startblock. Der erste Auftritt auf dieser großen Bühne für den 19-jährigen Brustschwimmer der Wasserfreunde Völlen-Papenburg.

Hinrichs ist erst vor wenigen Tagen von der DM in Berlin zurückgekehrt. In der Schwimm- und Sprunghalle im Europapark trat er gemeinsam mit Vereinskollegin Larissa Scherpe an. Im Brustsprint über 50 Meter belegte Hinrichs in der Juniorenwertung den 15. Platz. Für ihn „ganz okay“, gesteht er. „Von der Zeit her hätte es besser sein können. Aber dafür, dass es meine ersten großen Meisterschaften waren, war es gar nicht so schlecht.“ Er sei relativ zufrieden. In Berlin legte er die 50 Meter in 31,34 zurück. Mehr als eine Sekunde über seiner Bestzeit, die bei 30,18 Sekunden liegt. Damit wäre Hinrichs in Berlin Zwölfter geworden. Deutscher Juniorenmeister wurde Melvin Imoudu (Potsdamer SV) in 27,55 Sekunden.

Nicht der schnellste Starter

Für Hinrichs war es der einzige Auftritt in Berlin. Als er auf dem Startblock stand, stieg die Anspannung in ihm hoch. „Im Vergleich zu anderen Wettkämpfen habe ich schon deutlich die Nervosität gespürt“, gesteht er. Sonst sei er meistens relativ ruhig. „Aber das ist schon eine ganz andere Nummer, wenn man in Berlin dabei ist“, beeindruckte Hinrichs die Größe des Wettkampfes. Dass er durchaus noch Potenzial hat, weiß Hinrichs. „Im Allgemeinen bin ich nicht der schnellste Starter. Aber insgesamt lief es schon ganz gut. Ich denke, die Zeit habe ich in der Nervosität verloren.“

Souverän Bezirksmeister

Zuvor hatte Hinrichs mehrere Wettkämpfe bestritten. Bei den Bezirksmeisterschaften gewann er über 50 Meter Brust mit einer Zeit von in 31,45 Sekunden die offene Wertung. „Bei den Landesmeisterschaften komme ich über 50 und 100 Meter Brust ab und zu noch unter die ersten drei.“ In diesem Jahr wurde er bei den Junioren in 31,14 Sekunden Fünfter und belegte in der offenen Klasse Rang 13. Bei den Norddeutschen Meisterschaften in Hannover hatte Hinrichs im Mai in 30,50 Sekunden als Siebter angeschlagen.

Ausbildung auf der Werft

Hinrichs startet für die Wasserfreunde Papenburg, stammt aber aus dem ostfriesischen Detern. Nicht zuletzt weil er auch in Papenburg bei der Meyer Werft eine Ausbildung absolviert und dort auch seine Freundin lebt, nimmt der 19-Jährige die 30 Kilometer von seinem Wohnort zum Training auf sich. Viermal pro Woche trainiert Hinrichs im Becken. Hinzu kommt noch Krafttraining. „Aber das mache ich noch nicht ganz so lange.“

„Wasserfreunde bieten mehr an“

Nachdem er im Alter von fünf Jahren Schwimmen gelernt hatte, rutschte Hinrichs Schritt für Schritt in den Wettkampfsport hinein. „Da war ich neun. Es war ein fließender Übergang“, erinnert er sich. Seine Trainer hätten ihn motiviert, ergänzt er. Früher schwamm Hinrichs für einen anderen Verein, mittlerweile für die Wasserfreunde. „Der Verein ist halt etwas besser aufgestellt. Ist größer und bietet mehr Trainingszeiten an.“

Pause steht an

In den kommenden Wochen fährt Hinrichs sein Pensum etwas herunter. Mitte Dezember stehen die deutschen Kurzbahnmeisterschaften auf dem Programm, für sich Hinrichs qualifizieren will. „Jetzt mache ich erst mal eine kleine Sommerpause. Am Ende des Jahres komme ich zurück zu den Wettkämpfen.“


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