Zweiter Sieg in Folge beim CHIO Aachen Tebbel: „Bin dankbar, das wieder erleben zu dürfen“

Von Dieter Kremer

Die deutschen Springreiter Marcus Ehning (von links), Simone Blum, Laura Klaphake und Maurice Tebbel freuen sich über den dritten Sieg in Folge im Nationenpreis. Foto: Rolf Vennenbernd/dpaDie deutschen Springreiter Marcus Ehning (von links), Simone Blum, Laura Klaphake und Maurice Tebbel freuen sich über den dritten Sieg in Folge im Nationenpreis. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Aachen „Wenn die Reiter gut drauf sind und die Pferde mitspielen, dann ist alles möglich“, hatte Maurice Tebbel im Vorfeld gesagt. Und der Springreiter aus Emsbüren sollte recht behalten. Wie im Vorjahr hat er am Donnerstagabend beim CHIO Aachen mit der deutschen Mannschaft den Nationenpreis gewonnen.

Zum dritten Mal in Folge siegte Deutschland, obwohl Bundestrainer Otto Becker mit Laura Klaphake (24, Steinfeld) und Simone Blum (29, Zolling) zwei CHIO-Debütantinnen bei einem der schwierigsten Springen der Welt die Chance gab. Maurice Tebbel (24) kannte die Atmosphäre bereits aus dem vergangenen Jahr, wo er mit Chaccos‘ Son zwei fehlerfreie Runden geliefert hatte. Einziger Routinier im Team war diesmal der 44-jährige Marcus Ehning (Borken), der mit Pret a Tout im zweiten Umlauf den Triumph des deutschen Teams perfekt machte. Irland und die Niederlande folgten dahinter.

„Tolles Gefühl“

Zweiter Start, zweiter Mannschaftssieg vor 40 000 Zuschauern - Tebbel freute sich einmal mehr über die „Wahnsinnsstimmung im Stadion. Das ist jedes Mal wieder ein tolles Gefühl hier einzureiten. Und heute bin ich einfach unglaublich dankbar, das wieder erleben zu dürfen.“

Fehlerlos im ersten Durchgang

Eröffnet wurde der erste Umlauf von Blum und Alice. Sie leisteten sich einen Abwurf. Klaphake und Catch me blieben im Anschluss ebenso ohne Fehler, wie Tebbel und Chaccos‘ Son. Weil auch bei Ehning und Pret a Tout eine Stange fiel, startete die deutsche Mannschaft mit insgesamt vier Strafpunkten als Vierter in den zweiten Durchgang.

Ein Abwurf für Tebbel

Dort blieben die beiden Amazonen ohne Fehler. Als bei Tebbel eine Stange fiel, stand fest: Um erneut zu gewinnen, musste Marcus Ehning eine Nullrunde reiten, was ihm ohne Probleme gelang. „Wenn man einmal in Aachen gewinnt, dann will man es immer wieder. Jetzt hat es drei Mal in Folge geklappt. Wir hatten heute einfach ein tolles Team und alle haben einen super Job gemacht“, sagte Ehning.

Taktik aufgegangen

Für den Bundestrainer ein „ganz besonderer Abend. Er sei unglaublich stolz auf dieses Team und überglücklich, sagte Otto Becker. „Unsere Taktik ist heute voll aufgegangen. Das muss man auch erst mal so machen wie Marcus als Schlussreiter. Alle sind toll geritten und die Pferde sprangen super. Insgesamt hätte es heute nicht besser für uns laufen können.“ Stolz war Simone Blum: „Ich kann es einfach nicht glauben. Alice ist unglaublich gesprungen“, sagte sie. Für Laura Klaphake wurde mit dem Sieg und den beiden Nullrunden „ein Traum wahr. Catch me ist einfach in der Form ihres Lebens.“

Krajewski am Freitag gefordert

Mit der Verfassungsprüfung hat am Donnerstag in Aachen auch die Vielseitigkeit als fünfte und letzte Disziplin begonnen. Vor der ersten Teilprüfung – der Dressur – am Freitag, haben 41 Vielseitigkeitsreiter aus elf Nationen ihre Pferde vorgestellt. Darunter Julia Krajewski (RFV Lingen). Sie macht mit ihrem Championatspferd Samourai du Thot den Auftakt für die deutsche Mannschaft im Nationenpreis. Neben der Dressur ab 8 Uhr steht für die Vielseitigkeitsreiter am Freitag ab 17.45 Uhr auch das Springen als zweite Teilprüfung auf dem Programm, bevor es am Samstag ab 10 Uhr in die entscheidende Geländeprüfung geht.

Guter Einstand von Anna Sandmann

Ihre Aachen-Premiere feiert Vierspännerfahrerin Anna Sandmann. Mit 52,44 Punkten und Platz 14 lieferte die 22-Jährige einen guten Einstand im internationalen Starterfeld ab. „Das hat sie sehr gut gemacht, das ist auch nervlich schon eine große Herausforderung hier zu fahren“, zeigte sich Bundestrainer Karl-Heinz Geiger zufrieden. „Hier sind schon viele Menschen, daher ist es ziemlich unruhig, besonders an der kurzen Seite zum Stadion. Das merkt man den Pferden an“, sagte Anna Sandmann nach ihrer Dressur. Sie startet mit den Top-Pferden ihres Vaters.

Elfter Platz für Christoph Sandmann

Christoph Sandmann hat aus diesem Grund ein eher unerfahrenes Nachwuchs-Gespann mit nach Aachen gebracht. Daher ist er auch nicht Mitglied der deutschen Mannschaft, sondern startet wie seine Tochter als Einzelfahrer. Aber auch Christoph Sandmann zeigte eine ordentliche Dressurvorstellung, die mit 50,97 Punkten belohnt wurde und Platz elf bedeutete. Sebastian Hess belegte mit 56,16 Punkten Rang 16.


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