Mit den Profis mitgehalten Triathletin Lechowicz aus Lathen für WM qualifiziert

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Für die WM 2019 in Nizza hat sich Anna Lechowicz qualifiziert. Die Triathletin aus Lathen trotzte in Edinburgh auch mehreren Profis. Foto: Maciej ParysFür die WM 2019 in Nizza hat sich Anna Lechowicz qualifiziert. Die Triathletin aus Lathen trotzte in Edinburgh auch mehreren Profis. Foto: Maciej Parys

Lathen Nächstes Ziel erreicht: Triathletin Anna Lechowicz von Raspo Lathen hat sich im schottischen Edinburgh für die Weltmeisterschaft 2019 in Nizza qualifiziert. In diesem Jahr warten noch zwei Highlights. Im September findet die WM auf der olympischen Distanz in Südafrika statt, im November startet sie beim absoluten Härtetest, dem Ironman auf Hawaii über die doppelte Distanz.

Den Trip nach in die schottische Hauptstadt nutzte die Tierärztin noch zu einer kurzen beruflichen Weiterbildung. Eine Ablenkung nach dem Stress vor dem Abflug. Lechowicz hatte selbst nicht mit einer guten Zeit in Edinburgh gerechnet. „Die berufliche Belastung im Vorfeld war groß.“ Es blieb nur wenig Zeit, das Rad zu präparieren. Das gelang dem Dörpener Thomas Hackmann immerhin in Rekordzeit. Zudem plagte eine Fußverletzung die Emsländerin, die Wolter Maat rechtzeitig kurierte.

Doch in Edinburgh stieg die Anspannung weiter an: Lechowicz konnte das Rad nicht selbst zusammenbauen, musste sich noch um einen Monteur bemühen. Dann tauchte ihr Name trotz Anmeldung nicht in der Starterliste auf. Sie musste sich neu anmelden.

Bereits um 6.50 Uhr mussten die Triathlon-Teilnehmer ins Wasser springen. Lechowicz hatte ein gutes Gefühl, rechnete mit einer Zeit von 31 bis 32 Minuten über 1,9 Kilometer. Der Blick auf die Uhr war jedoch ernüchternd. 34,38 Minuten. „Ich war richtig sauer auf mich“, erklärt die dreifache Mutter. Erst später stellte sich nach ihren Angaben heraus, dass die Begrenzungsbojen vom unruhigen Wasser weggetrieben worden waren. „Die Distanz war rund 200 Meter länger als geplant.“

Beim Wettkampf dachte sie an das Versprechen, dass sie dem emsländischen Schwimm-Ass Nicole Heidemann, unter deren Anleitung trainierte, gegeben hatte. Sie wollte versuchen, alles herauszuholen. Mit Wut im Bauch stieg Lechowicz aufs Rad. „Ich habe richtig Gas gegeben“, wollte sie die vermeintliche Blamage im Wasser auf der schwierigen Asphalt-Strecke wettmachen. Sie setzte Wut in Kraft um, erreichte die fünftbeste Zeit aller Frauen über 90 Kilometer (2:41,22) . „Vor mir waren nur vier Profis.“ Hinter ihr immerhin noch sechs.

Auch die Laufstrecke (21,1 Kilometer) erwies sich mit einer kurzen Steigung von zwölf Prozent sowie einer nicht so steilen Erhebung als schwierig. „Das war Kopfsache“, erklärt Lechowicz. „Ich habe mir gesagt, es gibt keine Schmerzen.“ Als sie in der dritten Runde von Freunden erfuhr, dass sie acht Minuten Vorsprung vor ihrer ärgsten Konkurrentin hatte, verringerte sie das Tempo etwas und verzichte auf den langen Schlussspurt. Dennoch reichte es zur viertbesten Zeit aller Frauen (1:33,12). „Es wäre mehr möglich gewesen“, weiß sie.

In der Frauen-Gesamtwertung belegte Lechowicz den fünften Platz (4:53,44). In ihrer Altersklasse (30-34) behauptete sie sich mit fast 14 Minuten Vorsprung.

Vor der WM in Südafrika (1.9.) und dem Ironman auf Hawaii (13.10.) will die Emsländerin ihre Leistungen noch bei einem Triathlon im polnischen Gdynia (5.8.) überprüfen. Sie spielt mit dem Gedanke, ins Profilager zu wechseln. Die Senkrechtstarterin, die erst im dritten Jahr Triathlon betreibt, hat sich steig gesteigert. Sport, Beruf und Familie ließen sich in der aktuellen Konstellation nicht weiter durchführen. Doch das Ergebnis ist für die Sportlerin, über die Discovery Channel eine Dokumentation gedreht hat, noch offen. Sie weiß die Unterstützung durch ihren Mann Wlodzimierz, die Gemeinde Lathen und Raspo Lathen sowie einiger Sponsoren zu schätzen.


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