Emsland-Equipen überzeugen Hartwig Rohde gewinnt den Großen Preis von Wietmarschen

Von Hans Krage

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Der Lastruper Hartwig Rohde war knapp vorne. Foto: Hans KrageDer Lastruper Hartwig Rohde war knapp vorne. Foto: Hans Krage

Wietmarschen Wie in den vorangegangen Jahren erwiesen sich auch die 23. Euregio Reitertage des RFV Wietmarschen als absolutes Highlight im hiesigen Turnierkalender. Mit einem Wimpernschlag Vorsprung siegte der Lastruper Hartwig Rohde in der Springprüfung der Klasse S** vor der Emsbürenerin Justine Tebbel. Die Dressur- und Springequipen aus den Kreisverbänden Aschendorf-Hümmling und Meppen dominierten die Konkurrenz.

Der Große Preis, ein Springen der Klasse S** mit Stechen, hielt, was sich die pferdesportbegeisterten Zuschauer erhofften. Es sollte ganz großer Springsport werden, als sich 53 Starterpaare zur letzten Prüfung am Sonntagnachmittag trafen. Und vor großer Kulisse zeigten die Pferdesportler Springen auf Top Niveau. Höchstabmessungen bei den Sprüngen, ein offener Wassergraben, eine mächtige Mauer, zweifache und dreifache Kombination und Distanzen, die den Reitern durchaus Kopfzerbrechen bereitete. Insbesondere die dreifache Kombination, bestehend aus Steil- Oxer- und Steilsprung, ließ so manchen Siegestraum zerplatzen. Aber auch am mächtigen Oxer unmittelbar hinter der blauen Mauer fiel die Stange häufiger. Das alles hatten sich das Parcours-Chefs Duo Fritz Ibershoff (Lienen) und Klaus Pierzina (Schüttorf) gut ausgedacht. Ein Kurs, der Pferd und Reiter forderte, differenzierte und am Ende mit 18 Reitern vielleicht zu viele Paare ins Stechen brachte.

Hauchdünner Vorsprung

Gleichzeitig war die Prüfung auch als Sichtung für die jungen Reiter zur deutschen Jugendmeisterschaft geschaltet. Vorjahressiegerin Justine Tebbel aus Emsbüren war eigens nach dem Gewinn der Vize-Europameisterschaft mit der deutschen Mannschaft in der Nacht zuvor aus dem französischen Fontainebleau angereist. Und Tebbel war es auch, die dem Großen Preis die entscheidenden Impulse gab. Zwei Ritte mit „Grundig Baltimore“ und „Special“ glichen einem Stilspringen, wie es nur die besten Reiter auf diesem Niveau können. Und schnell war die Emsbürenerin auch noch. Die Uhr blieb bei 38,08 Sekunden nach Passieren der Ziellinie stehen. Eine Zeit, an der sich ihre Konkurrenten die Zähne ausbissen. Nur dem Lastruper Hartwig Rohde gelang das Kunststück mit dem gekörten neunjährigen Oldenburger Hengst „Böckmanns Lord Pezi Junior“ und einer Zeit von 38,04 Sekunden. Platz vier ging an den Werlter Karl-Heinz Markus und „Que Casco“.

Spannenden Springsport vor großem Publikum am Samstagabend beim Flutlichtspringen gab es schon in der ersten schweren Springprüfung. Als strahlender Sieger führte Wilhelm Winkler vom RFV Löningen-Böen-Bunnen mit „Quiet Magic“ die Ehrenrunde an. Hervorragender Zweiter wurde Karl-Heinz Markus. Guter zwölfter wurde Peter Erbach mit „First Class van Helsing“.

Schwering vom RFV Twist vorne

In den Dressurprüfungen der schweren Klasse konnten sich die Emsländer nicht entscheidend in Szene setzen. Die beiden Abteilungen der Dressurprüfung Klasse S* führten Nicole Wego vom RSC Osnabrücker Land mit „Budhi“ und Sophie Reef aus Samern mit „Sir Cedric“ an. Denkbar knapp mit einem Punkt Vorsprung gewann Sabrina Geßmann vom RFV Nienberge-Schonebeck und „Rubin Noir“ vor Sophie Reef und „Rue Noblesse“ die zweite S-Dressur, der Prix St. Georges. Für den einzigen Emsländer Sieg auf dem Dressurviereck sorgte Adelina Schwering vom RFV Twist in der Dressurreiterprüfung der Klasse L. Für ihre Vorstellung mit „Sammy Joe2 vergaben die Wertungsrichter die Wertnote 7,4.

Ein ganz erfolgreiches Sportwochenende erlebte die Salzbergenerin Sina Seeburg im Wietmarscher Ortsteil Lohnerbruch. Neben zahlreichen vorderen Platzierungen entschied sie die Springpferdeprüfung der Klasse A* im Sattel von „Calato“ und der Wertnote 8,2 für sich. In der Zwei-Phasen Springprüfung der Klasse M* ritt die Salzbergenerin die deutlich schnellste und fehlerfreie Runde mit „Anatevka“.

Mit der Wertnote 7,8 setzte sich die Dressurequipe des Kreisreiterverbandes (KRV) Aschendorf-Hümmling mit Anja Ritter, Nadine Schmidt, Jaqueline Mersmann und Lea-Sophie Klostermann überraschend an die Spitze vor dem Team aus Meppen. Seriensieger KRV Grafschaft Bentheim blieb nur der dritte Rang. Spannend wurde es noch einmal im Teamspringen der Klasse L. Nach dem Umlauf lagen die Mannschaften aus Meppen und der Grafschaft gleichauf. Ein Stechen wurde erforderlich und hier siegte die Equipe aus Meppen mit Simone Owczarek, Selma Hessel, sowie Felicia und Isabell Többen.

Mit der Ausrichtung der 23. Euregio Reitertage ist dem RFV Wietmarschen wieder ein herausragendes Reitturnier gelungen. Die optimalen Bedingungen mit dem sehr guten Boden auf drei Turnierplätzen, einem hoch motivierten Parcoursdienst, eine sehr erfahrene Turniermannschaft, aus der die bestens funktionierende Meldestelle herausragt, und natürlich die Topreiter mit ihren Toppferden ziehen das Publikum an. Finanzmister Reinhold Hilbers, Dauergast der Euregio Reitertage, ließ es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen, den jüngsten Startern in der Führzügelklasse unmittelbar vor dem Großen Preis zu gratulieren.


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