Nahaufnahme von Tim Rohling Bachelorarbeit drängt Handball in den Hintergrund

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Bestritt gegen den TS Hoykenkamp sein letztes Spiel: Tim Rohling. Foto: Werner ScholzBestritt gegen den TS Hoykenkamp sein letztes Spiel: Tim Rohling. Foto: Werner Scholz

Haren Der TuS Haren und seine Handballkollegen bestimmten seit Jahren sein Leben. In den kommenden Wochen und Monaten lässt Tim Rohling beides hinter sich. Nicht aus Verletzungsgründen, sondern weil das Studium vorgeht.

Der 12. Mai 2018 ist ein Tag, an den sich Rohling sicherlich noch lange erinnern wird. Absolvierte der Rückraumspieler doch vor eigener Kulisse gegen den TS Hoykenkamp seine vorerst letzte Partie für den Verbandsligisten TuS Haren. Ein letztes Mal warm machen, ein letztes Mal alles geben. Am Ende verlor der TuS gegen den Absteiger mit 25:27, trotz der drei Treffer von Rohling.

Bachelorarbeit geht vor

Ab sofort widmet sich Rohling vornehmlich seiner Bachelorstelle in Osnabrück. Dem Ort, wo er auch Verfahrenstechnik studiert hat. Zeitliche Gründe führt er für seinen Abschied vom Handball an. „Vorher konnte ich Studium und Handball noch miteinander vereinen. Mit der Bachelorarbeit geht das nicht mehr. Ich könnte dann vielleicht nur noch einmal in der Woche am Training teilnehmen“, sagt der 25-Jährige. Aus seiner Sicht zu wenig, um in der Verbandsliga zu spielen. „Natürlich mehr als schade, dass ich den Sport nicht mehr ausüben kann. Aber für mich wäre sonst jedes Spiel eine Auswärtsfahrt.“ Deshalb mache es kaum Sinn, weiterzumachen.

Kein anderer Verein

Nach einer Handballalternative im Raum Osnabrück hat sich Rohling nicht umgeschaut. „Ich muss jetzt erst mal meine Bachelorarbeit schreiben“, sagt er. Danach wolle er noch den Master machen, ergänzt er. Aus diesem Grund rückt der Sport in den Hintergrund. „Ob ich dann woanders spiele oder trainiere, darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht.“

Viele Verletzungen

Dass er im Lauf der letzten Jahre mit einigen Blessuren zu kämpfen hatte, spielte bei der Entscheidung überhaupt keine Rolle. „Ja, ich bin nicht von Verletzungen verschont geblieben“, drückt es Rohling diplomatisch aus. Ein kaputtes Knie, eine lädierte Schulter, eine Verletzung im rechten Arm – Rohling musste einige Verletzungen überstehen. „Aber das ist eigentlich kein Grund dafür, dass ich aufhöre.“ Rohling spielte sehr körperbetont Handball. „Ich habe halt versucht, immer alles zu geben und mit jedem Mittel den Sieg zu bekommen.“ Sich auf einen verlorenen Ball zu stürzen gehörte ebenso dazu wie sich als 1,78 Meter großer Spieler gegen größer gewachsene Gegenspieler zu behaupten. „Das ist dann einfach so, wenn die gegen kleinere Gegenspieler einen Überzieher machen. Aber das ist dann einfach so und hat mich noch nie davon abgehalten weiterzumachen.“

Seit Kindesbeinen Handballer

Wohl auch, weil der aus Altharen kommende Rohling mit vielen Mitspielern seit Kindesbeinen zusammenspielt. Als er zur Orientierungsstufe ging, habe ein Handballturnier stattgefunden, blickt er zurück. „Und da war ich im Tor“, erinnert er sich. Zeitgleich habe die WM 2007 in Deutschland stattgefunden, als Holger Glandorf und Co. den Titel holten. „Ich fand das einfach interessant und habe mich umgehört.“ Sein Vater verwies ihn an Christoph Sträche, der in Haren eine Handballinstitution ist und dessen Söhne Stefan und Tim auch Handball spielen. „Dann habe ich mit Tim Sträche in der C-Jugend angefangen.“ Auch mit Dominik Sowada und Lars Wortelboer, mit denen er auch Fußball spielte, lief Rohling in einem Team auf.

Handball als Stressabbau

Seine Weggefährten künftig deutlich seltener sehen zu können, beschäftigt Rohling schon. „Das ist halt einfach komisch. Mit Domi habe ich seit den Minikickern Fußball gespielt. Und durch den Fußball dann Handball gespielt. Fast 20 Jahre zusammen in einer Mannschaft.“ Natürlich habe das Spaß gemacht und man habe eine Menge gelernt. „Und man konnte abends beim Training halt auch Stress abbauen.“

Zurück zum TuS Haren?

Ob er irgendwann wieder mit seinen Harener Kollegen Handball spielen wird, damit beschäftigt sich Rohling momentan nicht. „Darüber mache ich mir im Moment keine Gedanken. Natürlich würde ich gerne irgendwann mal wieder in Haren spielen, aber ich muss jetzt erst mal schauen, wie es bei mir weitergeht und wo ich lande.“ Danach könne man immer noch sehen, wie es dann funktioniere.


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