Nahaufnahme Meppener Handballerin Josefine Schneiders will den DM-Titel

Hoch hinaus will Rückraumspielerin Josefine Schneiders mit Bayer Leverkusen. Foto: Thomas Hergarten, TSV Bayer LeverkusenHoch hinaus will Rückraumspielerin Josefine Schneiders mit Bayer Leverkusen. Foto: Thomas Hergarten, TSV Bayer Leverkusen

Leverkusen. Deutscher Meister zu werden, ist für viele Sportler ein Traum. Für Handballerin Josefine Schneiders aus Meppen kann er am Wochenende Realität werden.

Die 18-Jährige tritt Samstag und Sonntag mit dem A-Jugend-Bundesligateam von Bayer Leverkusen in der DM-Endrunde an. Halbfinalgegner ist die HSG Blomberg-Lippe. In der anderen Partie treffen Gastgeber Buxtehuder SV und Borussia Dortmund aufeinander. Leverkusen zieht zum sechsten Mal in Folge in das Final Four ein, wurde drei Mal Meister und zwei Mal Vizemeister. „Unser Trainerteam Kerstin Reckthäler und Steffi Osenberg hat uns in diesem Jahr toll weiterentwickelt. Wir verstehen uns als echtes Team. Das macht uns aus. Im Final Four können wir ohne Druck aufspielen und wollen das Turnier einfach genießen“, freut sich Schneiders.

Begonnen beim TV Meppen

Mit dem Handballspielen hat Schneiders mit sechs oder sieben Jahren beim TV Meppen begonnen, bei dem auch ihr Vater Andreas Schneiders aktiv war. „Ich lese immer wieder die Ergebnisse des TV, und freue mich für meinen Heimatverein,“ ist Josefine Schneiders dem Club verbunden, der in der Saison 2018/19 eine weibliche Landesliga-B-Jugend und eine männliche B-Jugend in der höchsten deutschen Spielklasse, der Oberliga, stellt. Durch kontinuierlich gute Jugendarbeit sei in den letzten Jahren der Handballsport in Meppen wiederbelebt worden. Mittlerweile gebe es 16 aktive Mannschaften allein im Jugendbereich.

Wechsel nach Schüttorf

Josefine Schneiders, die sich auch im Reiten und Turnen versuchte, entschied sich mit elf Jahren für die Ballsportart. „Es hat Spaß gemacht. Da ich ehrgeizig bin, wollte ich mehr erreichen“. Im zweiten C-Jugend-Jahr wechselte sie zum FC Schüttorf, dessen Team zum Höhenflug ansetzte. Höhepunkte waren die Vizemeistertitel im Land 2014 und 2016. Dazu kam die Berufung in die Niedersachsenauswahl. Der deutsche Länderpokal 2016 in Göppingen mit einigen hundert Zuschauern am Finaltag war ein „echtes Erlebnis“.

Erstes Bundesligajahr bei Bensheim-Auerbach

Dort entdeckte die HSG Bensheim-Auerbach das Talent, das für die Hessen 2016/17 in der Jugendbundesliga spielte. In der Bensheim-Flames-Juniorakademie „haben wir wie in einer WG gewohnt und wurden halbtags betreut. So konnte man seinen Schulalltag, Aufgaben in der WG, Training und Spiele mit Unterstützung besser bewältigen.“ In Hessen hat Schneiders das Abitur gemacht.

Traum von der 1. Liga

Nach einem Probetraining im März 2017 wechselte Schneiders nach Leverkusen – „wegen der geringeren Entfernung nach Meppen und der Möglichkeit, mich sportlich weiterzuentwickeln“. Sie wohnt in einer Zweier-WG mit einer Volleyballerin. Die Emsländerin hat ein Doppelspielrecht in der 3. Liga für die 2. Damenmannschaft und das Jugendbundesligateam der Werkselfen. Sie beschreibt sich als Allrounderin und gute Vorbereiterin, die variabel auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden kann. Aktuell spielt sie im linken und zentralen Rückraum. „Ich bekomme durch Spielzeiten Vertrauen durch das Trainerteam.“ Deswegen hat sie für ein weiteres Jahr zugesagt. Das Drittliga- und das Bundesligateam trainieren gelegentlich zusammen. „Es ist mein Traum, dass ich mich durch gute Leistungen für die 1. Liga empfehlen kann“, sagt Schneiders, die in Köln studieren will.

Filip Jicha Vorbild

Filip Jicha, Welthandballer von 2010, ist das Vorbild von Schneiders. „Sein hervorragendes Zweikampfverhalten in Angriff wie Abwehr hat mich immer begeistert, außerdem spielte er viele Jahre für meinen Lieblingsverein THW Kiel. Um so gut zu werden, muss ich aber wohl noch an meiner Wurfhärte arbeiten“, sagt sie augenzwinkernd. Jicha ist siebenfacher Deutscher Meister. Vielleicht kann Josefine Schneiders Sonntag den ersten DM-Titel feiern.

Intensive Vorbereitung

Momentan bereitet sich das Leverkusener Team mit täglich sehr intensiven Einheiten auf das Final Four vor. „Dazu gehören die normalen Trainingseinheiten mit Ball, sowie Lauf- und Krafttraining. Um uns genau auf unseren Halbfinalgegner einzustellen, haben wir die letzten vier Wochen viel Videomaterial des Gegners geschaut. Das Training momentan ist sehr anstrengend, aber es macht Spaß, auf so ein großes Ziel hinzuarbeiten“, erklärt Schneiders.

Jetzt schon Gänsehaut

Die Meppenerin bekommt jetzt schon „ein bisschen Gänsehaut“, wenn sie daran denkt, dass „ich die Nationalhymne an diesem Wochenende das erste Mal selbst vom Spielfeld aus singen darf.“ Ihre Devise vor den DM-Spielen: „Einfach rausgehen, die beste Leistung zeigen und die Stimmung genießen.“


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